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DISSIDENTS ist ein Raum kollektiver Divergenz und eine experimentelle Plattform, die die aktuellen Richtungen zeitgenössischer kreativer Praktiken erforscht. Es entsteht als Dialog zwischen Schöpfern, Klängen und Praktiken, die sich in den gemeinsamen Bereichen der experimentellen Musik, der Klangkunst und neuer Formen der performativen Kunst in der Stadt Berlin bewegen.

Das Projekt, das von der Künstlerin Lorena Izquierdo selbst geleitet wird und seinen Sitz im Petersburg Art Space im Stadtteil Moabit hat, wurde vor sechs Jahren ins Leben gerufen und hat seitdem 79 Veranstaltungen realisiert, wobei meist monatlich neue Ausgaben stattfinden.

Das Projekt versteht Kuratieren als einen künstlerischen und kompositorischen Akt an sich, wobei jede Veranstaltung als eine lebendige Komposition konzipiert ist, die verschiedene Sprachen, Sensibilitäten und Praxisformen zusammenbringt.

Es erforscht experimentelle Musik, freie Improvisation und Komposition und vereint akustische und elektroakustische Texturen und Instrumente, um ungewöhnliche Konstellationen zu schaffen, die neue klangliche Möglichkeiten eröffnen und einen Dialog mit der Aktionspoesie eingehen, die sich mit den Beziehungen zwischen Raum, Körper und Objekten auseinandersetzt.

Alle Elemente werden gleichwertig behandelt und formen so ein reichhaltiges, multifokales performatives Erlebnis, das der sinnlichen Erkundung offensteht.

Das Projekt zielt darauf ab, durch die Auswahl der Künstler*innen Heterogenität zu fördern, die Wiederholung festgefahrener Stile zu vermeiden und Möglichkeiten für neue und dissidente Musikformen zu eröffnen.

Es fördert zudem Begegnungen zwischen verschiedenen Generationen, Erfahrungen und Nationalitäten – vor allem FLINTA*-Künstler*innen –, mit dem Ziel, Starrheiten innerhalb der Musikszene aufzulösen und einen Raum für Dialog, Koexistenz und gemeinsame künstlerische Erkundung zu schaffen.

In dieser 79. Sondersitzung, DISSIDENTS LXXIX, die am 30. April im Ausland stattfindet, entfaltet sich das Projekt an einem zentralen Ort der Berliner Experimentalszene, der für sein Engagement für gewagte Klangpraktiken und unabhängige Formate bekannt ist und somit einen idealen Rahmen für aufmerksames Zuhören und Live-Experimente bietet.

An diesem Abend präsentieren sich zwei Formationen – ein Trio und das Quartett Cleos Noctis –, die einen Dialog zwischen verschiedenen Herangehensweisen an Stimme, Klangmaterial und Elektronik herstellen, wobei die Mehrheit der Künstler*innen FLINTA+ angehört.

Programm:

Trio

  • Ute Wassermann – Stimme
  • Mizuki Ishikawa – Objekte, Elektronik
  • Alexander Markvart – Gitarre, Objekte, Feedback

Cleos Noctis

  • Anna Clementi – Stimme
  • Eiko Tsukamoto – Klavier
  • Hada Benedito – Spinett & Elektronik
  • Lorena Izquierdo – Stimme

Das Programm vereint Künstler*innen mit unterschiedlichen Werdegängen in den Bereichen experimentelle Musik, Performancekunst und Aktionspoesie, deren Praktiken an der Schnittstelle von Komposition, Improvisation und klanglicher Erforschung angesiedelt sind.

Im Trio entwickelt Ute Wassermann eine höchst eigenwillige Gesangspraxis, in der sie die physischen und räumlichen Möglichkeiten der Stimme durch erweiterte Techniken, Mikrotonalität und den Einsatz von Klangobjekten erforscht. Ihre Arbeit lässt die Grenzen zwischen Körper, Klang und Wahrnehmung verschwimmen.

Mizuki Ishikawa arbeitet mit Objekten und Elektronik und schafft zarte, detailreiche Klanglandschaften, in denen Alltagsmaterialien in kompositorische Elemente verwandelt werden. Ihr Ansatz betont das aufmerksame Zuhören und die Aktivierung subtiler Texturen und unerwarteter Resonanzen.

Alexander Markvart erkundet die Gitarre jenseits ihrer konventionellen Nutzung und integriert Objekte, Rückkopplungen und Verstärkungsprozesse, um rohe und dynamische Klangschichten zu erzeugen. Seine Praxis bewegt sich zwischen freier Improvisation und Klangfarbenforschung.

Das Quartett Cleos Noctis schlägt eine Konfiguration vor, die Stimme, Tasteninstrument und Elektronik durch kompositorische und performative Sensibilität in einen Dialog bringt.

Anna Clementi, bekannt für ihre stimmliche Vielseitigkeit, bewegt sich zwischen zeitgenössischer Musik, Experiment und Performance und nutzt die Stimme als Ausdrucksinstrument, das von kompositorischer Präzision bis hin zu Theatralik reicht.

Eiko Tsukamoto am Klavier bringt einen Ansatz ein, der zwischen Interpretation und klanglicher Erforschung des Instruments oszilliert und Räume der Resonanz, Stille und Struktur innerhalb des Ensembles eröffnet.

Hada Benedito kombiniert Spinett und Elektronik und schafft so eine Brücke zwischen historischen und zeitgenössischen Klangwelten, in denen akustische Texturen mit elektronischen Prozessen interagieren – in einer Praxis, die Komposition, Improvisation und Klangkunst vereint.

Lorena Izquierdo arbeitet mit der Stimme aus einer experimentellen und performativen Perspektive und erforscht deren Beziehung zu Raum, Körper, Poesie, Objekten und klanglichen Aktionen. Dabei entwickelt sie Konzepte, die verschiedene Sprachen im Kontext der zeitgenössischen Musik miteinander verbinden.

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