Über Philipp Franck
Der gebürtige Frankfurter Philipp Franck (1860-1944) kam in den späten 1880er Jahren nach Berlin und war ab 1902 als Zeichenlehrer an der Königlichen Kunstschule tätig, deren Leitung er von 1915 bis 1929 innehatte. Er war Mitbegründer der Berliner Secession und Mitglied des Deutschen Künstlerbundes.
Um 1900 entdeckte er die Havellandschaft rund um Potsdam als Motiv für sich. Seine Wannseer Bilder geben Einblick in zwei Lebenswelten: das traditionsreiche Leben im historischen Kern des einstigen Fischerdorfes Stolpe und die Villenkultur der Colonie Alsen mit ihren prachtvollen Gärten. Am Dorf Stolpe faszinierten Franck die pittoresken Bauernhäuser, Männer und Frauen bei der Arbeit, badende Dorfkinder und Fischerboote auf dem Stölpchensee – all das eingebettet in eine friedvolle Natur.
Mit der Errichtung der Colonie Alsen am Großen und Kleinen Wannsee begann sich das Dorfbild zu wandeln: Zahlreiche Handwerks- und Gartenbaubetriebe siedelten sich im Dorf an und die zu Wohlstand gelangte Dorfbevölkerung ersetzte ihre einfachen Bauernhäuser zunehmend durch modernere Bauten. Philipp Franck notierte dazu rückblickend: „Das alte Dorf Stolpe ist nicht mehr. […] Das Idyll von einst ist vorüber.“
Es ergaben sich aber auch neue Motive: „Über dem großen Wannsee aber ziehen die Wolken in alter Pracht. Der Sport blüht. Die weißen Segel blähen sich. Die Rosen im Arnoldschen Garten leuchten!“
Während Künstlerkollegen wie Oskar Begas, Anton von Werner, Carl Becker, Hugo Vogel und später Max Liebermann ausschließlich im Sommer in der Villenkolonie lebten, wohnte Franck ganzjährig zwischen Colonie und Dorf an der Königstraße.
Neben den Szenen aus Wannsee widmete sich Franck ab den 1930er Jahren Potsdamer Stadtansichten, die häufig vom Brauhausberg aus entstanden, mit Blick auf Nikolaikirche, Eisenbahnbrücke, Industriebauten und Havel.
Die Ausstellung zeigt Francks Leidenschaft, die Stimmungen verschiedener Tages- und Jahreszeiten sowie wechselnder Wetterlagen einzufangen, die in feinen Nuancen oft an ein und demselben Motiv erlebbar werden.
Die Präsentation wird von Vorträgen, Führungen durch die Ausstellung und zu den Orten der Franck’schen Motive mit Wolfgang Immenhausen begleitet. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.
Über die Kulturstiftung Mutter Fourage gGmbH
Sie ist 2025 vom Eigentümer und langjährigen Gestalter des Kulturorts Mutter Fourage, Wolfgang Immenhausen, Enkel des Fourage-Händlers Otto Hönicke, gegründet worden, um diesen wundervollen Ort mit seinen vielfältigen kulturellen Aktivitäten dauerhaft zu erhalten. Neben der Sicherung des historischen Hofensembles aus der Jahrhundertwende gehört es zu den Aufgaben der Kulturstiftung, den Ort Wannsee, seine Geschichte und seine Bewohner und Bewohnerinnen sichtbar zu machen. Vor allem die Künstler und Künstlerinnen, die hier lebten oder sich von der Umgebung inspirieren ließen, gilt es wieder an die Öffentlichkeit zu bringen.
Wolfgang Immenhausen engagiert sich schon seit vielen Jahren für das kulturelle Erbe in Wannsee. So gehörte er zu den Initiatoren, die Villa Liebermann von einem Tauchclub wieder zu einem Künstlerhaus zu machen. Mit seiner Sammel- und Forschungstätigkeit, u. a. zu dem Maler Phillip Franck (1860-1944), war er maßgeblich an der Wiederentdeckung dieses Impressionisten beteiligt. Ausstellungen seit 1984 in der Galerie Mutter Fourage und 2010/11 in Kooperation von dem Bröhan Museum, Berlin und dem Museum Giersch, Frankfurt/Main legten dazu die Grundlage. Im Zuge dieser Ausstellungen erschien das Werkverzeichnis der Gemälde von Philipp Franck, herausgegeben von Wolfgang Immenhausen und Almut von Tresckow.
Das Werkverzeichnis der Aquarelle wird nun von der Kulturstiftung mit der Expertise von Wolfgang Immenhausen erarbeitet; das der Gemälde wird fortgeführt.
Die Ausstellung „Philipp Franck. Ein deutscher Impressionist“ gibt mit einer Vielzahl noch nie ausgestellter Aquarelle einen ersten Einblick in diese Arbeit.
Kulturstiftung Mutter Fourage, 12. April–14. Juni 2026
Veranstaltungsdaten auf einen Blick
Eröffnung:
12. April 2026, 12 Uhr
- Begrüßung von Dr. Josephine Gabler (Beirätin der Kulturstiftung Mutter Fourage & Direktorin des Käthe-Kollwitz-Museums Berlin)
- Einführung von Wolfgang Immenhausen (Stifter und Sammler)
Zusätzliche Informationen
Ausstellungsdauer:
12. April–14. Juni 2026
Öffnungszeiten:
- Donnerstag & Freitag: 14–18 Uhr
- Samstag & Sonntag: 12–17 Uhr
Eintritt:
5 €