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Zum Gallery Weekend Berlin 2026 aktiviert KORNFELD ihre drei Räume – KORNFELD Galerie, 68projects by KORNFELD und 69salon by KORNFELD – als Druckkammern, in denen die Malerei den Kräften entgegentritt, die die zeitgenössische Erfahrung prägen.

Dies ist keine Gruppenausstellung, sondern drei autonome Experimente, die testen, wie Malerei unter Druck funktioniert: gegen digitale Geschwindigkeit, räumliche Immersion und kinematografische Kolonisierung.

Gemeinsam thematisieren sie die Bildkrise des Spätkapitalismus:

Sebastian Maas durch historisches Sampling, Philip Grözinger durch immersive Räumlichkeit, das 69salon-Kollektiv durch kinematografische Vermittlung, mit der Frage, ob Malerei in einer Ökonomie, die Reibung eliminieren will, noch Reibung erzeugen kann.

Ihre räumlichen Politiken divergieren radikal: der White Cube als Ort dauerhafter Aufmerksamkeit; totale Umgebung, in der der Körper wohnt statt beobachtet; intimer Salon, der den Blick auf Narrativ umlenkt. Jeder Raum testet, wer schaut und unter welchen Bedingungen neu verhandelt werden kann.

Durchgängig stehen Temporalität und Aufmerksamkeit zur Debatte:

Was geschieht, wenn Malerei die Geschwindigkeit des Scrollens absorbiert und sie durch materielle Viskosität zwingt? Wenn die Leinwand räumlich wird und der Betrachter den stabilen Boden der Kontemplation verliert? Wenn der kinematographische Apparat – die mächtigste Identifikationstechnologie der Geschichte – in verkörperte Arbeit verlangsamt wird?

Malerei wird so als Gegen-Praxis zur digitalen Beschleunigung positioniert.

Schließlich hinterfragen alle drei Körper und Zuschauerinnenschaft:

Maas stört überlieferte Sehweisen und legt offen, wie tief Begierde von visueller Geschichte strukturiert ist; Grözinger taucht den Körper in eine halluzinatorische Welt ein, in der Exzess und Kollaps oszillieren; die 69salon-Künstlerinnen erkörpern das Kinematografische, um zu fragen: Wer kontrolliert die Kamera, wer wird gerahmt, wer spricht?

KORNFELD Galerie

Sebastian Maas, Seduce me

In der KORNFELD Galerie präsentiert Sebastian Maas neue Gemälde, die die Spannung zwischen malerischer Tradition und zeitgenössischer Bildkultur navigieren. Seine Werke samplen Fragmente aus der Kunstgeschichte und verbinden sie mit aktuellen, popkulturellen Bildmotiven. Malerei wird zum Ort der Transformation, wo Kunstgeschichte auf die Bildsprache der Gegenwart trifft und traditionelle Sehweisen unterbrochen werden.

68projects by KORNFELD

Philip Grözinger, Manntje, Manntje, Timpe Te

Bei 68projects erweitert Philip Grözinger die Malerei in den räumlichen Bereich. Seine Ausstellung entfaltet sich als immersive Gesamtinstallation, in der Gemälde, Skulpturen und Alltagsobjekte eine begehbare Bildwelt formen. Inspiriert vom Grimmschen Märchen erforscht Grözinger die fragile Balance zwischen Begierde und Realität und reflektiert gesellschaftliche Zustände, die zwischen Exzess und Kollaps oszillieren, durch seinen „virtuellen Surrealismus“.

69salon by KORNFELD

Eugénie Didier, Roxana Halls, Christine Brey, Viktoriia Oreshko, Popcorn and Pickles

Der 69salon präsentiert eine Gruppenausstellung mit vier internationalen Künstlerinnen, die das Kinoerlebnis auf die Leinwand übersetzen. In einer von Bildern und digitaler Sichtbarkeit geprägten Gegenwart wird der Blick der Betrachterinnen auf persönliche Erzählungen und Perspektiven unserer Zeit umgelenkt.

Die Werke oszillieren zwischen Anziehung und Unbehagen. Ob (hyper-)realistisch oder surreal, die jeweils eigene Bildsprache der Künstler*innen eröffnet neue Perspektiven auf die Wahrnehmung von Körper und Identität.

Zusätzliche Informationen

Eröffnung: Donnerstag, 30. April 2026 | 18–21 Uhr

Ausstellung: 30. April – 20. Juni 2026 | Dienstag – Samstag 11–18 Uhr

Verlängerte Öffnungszeiten während des Gallery Weekend Berlin:

  • Freitag, 1. Mai | 11–21 Uhr
  • Samstag, 2. Mai | 11–19 Uhr
  • Sonntag, 3. Mai | 11–18 Uhr
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