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REALISIERT VON SIEGFRIED GOHR

In Berlin, damals noch die geteilte Stadt, nahm alles seinen Anfang. 1963 stellte Baselitz in der Galerie Werner & Katz aus. Es kam zum Skandal. Zwei Gemälde wurden beschlagnahmt wegen der angeblich unzüchtigen Motive. Provokativ ist die Kunst von Baselitz seit damals geblieben. Er malte „Helden“, die keine waren, sondern sich im Niemandsland der beiden Deutschland nach Diktatur und Krieg hilflos wiederfanden.


Er verließ Berlin, zerteilte und zerstörte die Motive, bis er sie auf den Kopf stellen konnte. Dieses Verfahren ermöglichte ihm eine Rückkehr zur Landschaft, zum Akt und zu Portraits nach seinem persönlichen Albtraum der sechziger Jahre. Allmählich fand seine Malerei Anerkennung in Museen und bei Sammlern. Derneburg bei Hildesheim wurde 1975 sein neues Domizil. Nach Jahren intensiver grafischer Produktion, gekrönt von den großen Linolschnitten,entstand 1980 die erste Holzskulptur für den Deutschen Pavillon in Venedig. Neue Missverständnisse brachten Aufregung und ideologische Unterstellungen. Baselitz steigerte dennoch die Wucht seiner Kunst, indem er Aggressivesund Hässliches bewusst einsetzte, um das damals modische „Wilde“ zu korrigieren und zu übertrumpfen.

Der internationale Durchbruch gelang mit Ausstellungen in den USA, in Frankreich, England und derSchweiz. Wie konzentrische Kreise legte Baselitz von jetzt an Werkphase nach Werkphase um den Kernden er während der ersten 20 Jahre seiner Arbeit geschaffen hatte. Als er 2005 seine Remix-Periodebegann, hatte er eine fruchtbare Methode gefunden, das vorhandene Oeuvre mit neuen Interpretationen vonalten Lasten zu befreien. Geistesgegenwart, Virtuosität, Reichtum an Assoziationen, Meisterschaft und Können bestimmen seine Arbeiten bis heute. Die Ausstellung zeigt mit hervorragenden Beispielen die Erungenschaften des Künstlers von 1963 bis heute.

Die Hommage zum 80. Geburtstag gilt einem Künstler, der sich immer wieder neu erfunden hat. Er hat seine Bedeutung im zeitgenössischen Kunstgeschehen nicht nur souverän behauptet, sondern stetig sichtbarer gemacht.

Dank geht an die Berlinische Galerie und die Kunsthalle Bielefeld sowie den Privatsammlungen und Galerien für ihre großzügigen und herausragenden Leihgaben.


Zusätzliche Informationen
Teilnehmende Künstler:innen
Georg Baselitz