WURDE BEREITS AM 4.3.24 veröffentlicht: https://meinevent.visitberlin.de/de/popula-ems-event/popula.ems.event-87adfb04-b469-4b50-b8e6-04b545ad16e8-de_DE-1/tasks/edit
Noa Eshkol (1924-2007) war Tänzerin, Choreografin, bildende Künstlerin, Pädagogin und Theoretikerin. Sie gründete 1954 das Chamber Dance Quartett in Tel Aviv und entwickelte minimalistische Kompositionen ohne Bühnenbild, Kostüme oder Musik. Ihr Ziel war die absolute Konzentration auf das Wesentliche. Eshkol hatte ein tiefes Verständnis für Körper und Raum und entwickelte 1954 gemeinsam mit dem Architekten Abraham Wachmann ein einzigartiges Notationssystem, das körperliche Bewegungen aufzeichnet und der Dokumentation und Kommunikation dient: die Eshkol-Wachmann Bewegungsnotation (EWMN). Damit leistete sie einen wichtigen kulturellen und wissenschaftlichen Beitrag zu Entwicklungen in der Medizin, der computergestützten elektronischen Musik und der Kybernetik.
Die umfangreiche Präsentation gibt Einblick in ihre Bewegungsforschungen seit den 1950er Jahren, Choreografien, Sprachstudien, Tänze, Textilkunst und das von ihr entwickelte Notationssystem für menschliche und tierische Bewegungen. Den Gegenpol zu ihren minimalistischen Choreografien und grafischen Tanznotationen bilden in der Ausstellung großformatige und farbintensive Wandteppiche, die sie ab 1973, mit Ausbruch des Jom-Kippur- Krieges gemeinsam mit ihren Tänzer*innen aus gesammelten und gespendeten Stoffresten schuf. Mit der Präsentation zum Leben und Werk dieser wegweisenden Künstlerin greift das Georg Kolbe Museum für die Institution wichtige Themen wie den modernen Tanz, Körper im Raum und die Architektur der Moderne auf.
Die Ausstellung zeigt außerdem Werke zeitgenössischer Künstler*innen, die von Eshkols Praxis inspiriert wurden. Darunter Werke von Sharon Lockhart, Yael Bartana und Omer Krieger sowie eine neu für die Ausstellung entwickelte Arbeit von Ayumi Paul. Einen Einblick zum Thema Tanz in der Weimarer Republik, Anknüpfungspunkte und Brüche, gibt eine ergänzende Sammlungspräsentation des Museums. Zur Eröffnung der Ausstellung präsentieren KW on Location und das Georg Kolbe Museum die erste Wiederauflage der 1958 erschienenen wegweisenden Publikation Movement Notation.
Noch bis zum 25. Februar ist im Georg Kolbe Museum die Ausstellung Lin May Saeed. Im Paradies fällt der Schnee langsam. Ein Dialog mit Renée Sintenis zu sehen.
Zusätzliche Informationen
Mi-Mo 11-18 Uhr, dienstags geschlossen 8 € (ermäßigt 5 €), freier Eintritt bis 18 Jahre und für Mitglieder des Freundeskreises
Teilnehmende Künstler:innen
Omer Krieger
Sharon Lockhart
Ayumi Paul
Noa Eshkol
Yael Bartana