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Podiumsdiskussion

Zwei Weltkriege und drei Totalitarismen innerhalb von 25 Jahren sowie die Ausbreitung des Kommunismus führten zur Umsetzung des Marshallplans im Europa der Nachkriegszeit. Es waren Elend und Verzweiflung, welche politischen Extremismus in Massenbewegungen verwandelten, wohingegen allgemeiner Wohlstand Freiheit und Toleranz förderten. Die Herausforderung bestand darin, der Mehrheit der Europäer zu zeigen, dass auch sie zu Wohlstand und Demokratie kommen konnten, wenn sie sich die amerikanischen Erfolgsgeheimnisse zu eigen machten: hohe Produktivität und einen kontinentalen Markt.


Doch der Zusammenhang zwischen Wohlstand und Pluralismus ist nicht einfach. Demokratie entsteht nicht zufällig. Selbst in Europa ist der Nationalismus wieder auf dem Vormarsch, und auf Weltniveau entwickelte nationale Binnenmärkte können zu gewalttätigen Identitätskonflikten führen. Wenn es aber derzeit etwa um den Wiederaufbau der Ukraine oder gar eines Russland nach Putin geht, stellt sich die Frage: Benötigen wir heute einen neuen Marshallplan, kann er mögliche politische Blaupause und Inspiration sein?
Ein Podium aus Expert*innen debattiert.

Eine Kooperation des Exzellenzclusters SCRIPTS, der US-Botschaft in Berlin und des Humboldt Labors.haft in Berlin und des Humboldt Labors.

TEILNEHMER*INNEN

David Ellwood ist Senior Adjunct Professor für Europäische und Eurasische Studien an der Johns Hopkins School of Advanced International Studies (SAIS) Europe. Seit 2020 ist er Fellow der Einaudi-Stiftung in Turin, Italien. Bis November 2012 war er außerordentlicher Professor für zeitgenössische internationale Geschichte an der Universität von Bologna und Präsident der International Association for Media and History (1996-2002). Sein Forschungsschwerpunkt ist die amerikanische (Kultur-)Macht in der europäischen Zeitgeschichte. Neben zahlreichen anderen Werken erschien im Juli 2021 sein umfangreiches Werk “America and the Politics of modernization in Europe” bei Oxford University Press sowie “The Shock of America. Europe and the Challenge of the Century” (2016). Ellwood publiziert regelmäßig Artikel und Rezensionen in wissenschaftlichen Zeitschriften, politischen Foren und Nachrichtenmedien.

Professor Dr. Jessica Gienow-Hecht ist Historikerin für internationale und nordamerikanische Geschichte, Vorsitzende des Fachbereichs Geschichte am John-F.-Kennedy-Institut für Nordamerikanische Geschichte (Freie Universität Berlin), ehemalige Heisenberg-Stipendiatin sowie Inhaberin des Alfred-Grosser-Lehrstuhls an der Sciences Po (Paris). Sie hat an zahlreichen Universitäten in Deutschland, den USA und in Japan gelehrt. Gienow-Hechts jüngste Forschung und Veröffentlichungen konzentrieren sich auf Humanitarismus und Nation Branding, hier insbesondere auf die Verbindung zwischen Humanitarismus, Interventionismus, Gender und Selbstrepräsentation in den Außenbeziehungen der USA. Sie arbeitete als Journalistin (FAZ, Die Welt, Süddeutsche, Neue Rhein-/Ruhr Zeitung u.a.) und ist mit weiterhin mit Beiträgen zu den transatlantischen Beziehungen und Nordamerika in den Medien präsent.

Dr. Sergey Lagodinsky ist Mitglied des Europäischen Parlaments, Fraktion der Grünen/Freie Europäische Allianz. Bis Juni 2019 war er Leiter des Referats EU/Nordamerika der Heinrich-Böll-Stiftung. Zuvor arbeitete Sergey Lagodinsky als Anwalt bei Orrick, Herrington & Sutcliffe LLP. Von 2003 bis 2008 war er als Programmdirektor und Berater der Leitung für das Berliner Büro des American Jewish Committee tätig. Seine Fachexpertise liegt insbesondere in transatlantischen Beziehungen, Völker- und Verfassungsrecht, sowie Recht und Politik der Vielfalt und Integration. In seinem 2014 erschienenen Buch „Kontexte des Antisemitismus“ untersucht er das Verhältnis zwischen Antisemitismus und Meinungsfreiheit in Deutschland und im Völkerrecht. Lagodinsky ist regelmäßiger Gast und Kommentator in zahlreichen Medien.

- Kostenfrei
- Bitte buchen Sie Ihr Ticket vorab online oder an der Kasse im Foyer.
- Dauer: 60 min
- ab 14 Jahre
- Sprache: Deutsch
- Rollstuhlgerecht
- Humboldt Labor, 1. OG
- Gehört zu: Nach der Natur

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Zusätzliche Informationen

Unser Tipp: Gute Geschichten in guten Büchern und Katalogen finden, besuchen Sie den Shop im Humboldt Forum, vor Ort oder online! Dann einen guten Kaffee und mehr im Schlüterhof oder im Dachrestaurant genießen.

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