Spuren im Zwischenraum: Barockes England – Kaija Saariaho
Mit "Searching for Judith Shakespeare" setzt die Konzertreihe Sonus Feminæ 2026 ein neues Zeichen: Erstmals rückt sie eine zeitgenössische Komponistin ins Zentrum des Programms – und öffnet den historischen Horizont in die Gegenwart.
Im Mittelpunkt steht "The Tempest Songbook" von Kaija Saariaho in einer eigenen Bearbeitung für historische Instrumente – eine Deutsche Erstaufführung. Saariahos fragile, schwebende Klangsprache, ihre feinsinnige Verbindung von Text, Atem und Resonanz, bildet den Ausgangspunkt des Abends. Ihre Musik entfaltet Räume, in denen Zeit nicht linear verläuft, sondern sich überlagert.
Von hier aus weitet sich der Blick zurück: Werke von Elisabetta Gamberini, Elizabeth Turner, Mrs Philharmonica und Lady Dering treten in einen Dialog mit Saariahos Klangwelt. Ihre Musik erscheint nicht als historische Fußnote, sondern als lebendige Gegenwart – eigenständig, kraftvoll, poetisch.
Der gedankliche Impuls des Programms geht zurück auf Virginia Woolf, die in "A Room of One's Own" eine Schwester von William Shakespeare imaginiert. Verkörpert diese Figur bei Woolf noch das tragische Verstummen weiblicher Genialität, so begreifen wir sie im Konzert "Searching for Judith Shakespeare" als Zeichen eines Aufbruchs. Judith steht hier nicht für Verlust, sondern für Möglichkeit – als künstlerischer Kompass für das Wiederentdecken.
Das Programm fragt, wie vermeintliches Schweigen hörbar werden kann: Wo klingen diese Stimmen im Verborgenen weiter? Wie entfalten sie ihre Resonanz über Jahrhunderte hinweg?
Texte von Zeitgenossinnen verdichten den Abend zu einem szenischen Raum, in dem Musik und Sprache einander spiegeln. Vergangenheit und Gegenwart stehen sich nicht gegenüber – sie durchdringen einander. In diesen Zwischenräumen entstehen neue Perspektiven auf Autorschaft, Klang und Präsenz.
Mit dem Ensemble Cité des Dames & Guests:
Andrea Conangla – Sopran
Jonathan Boudevin – Bariton
Miako Klein – Blockflöte & Violine
Mari Sawada – Violine
Prisca Stalmarski – Violine
Karen Lorenz – Viola
Lea Rahel Bader – Violoncello
Raivis Misjuns – Kontrabass
Martin Steuber – Laute
Jia Lim – Cembalo
Yalda Zamani – Dirigat
Regie: Iñigo Giner Miranda
Dramaturgie: Guillem Borràs Garriga
Termine:
- 09.05.2026, 19:30 Uhr
- 10.05.2026, 18:00 Uhr
Tickets: 18 € (12 € ermäßigt)
Zusätzliche Informationen
Termine
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