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Unter dem Titel »Die Vermessung des Augenblicks« zeigt die Krankenhauskirche im Wuhlgarten Arbeiten des Berliner Malers Friedrich Porsdorf.


Der Ausstellungstitel verweist auf das zentrale Anliegen seines künstlerischen Schaffens, das flüchtige Zusammenspiel von Licht, Farbe und Atmosphäre im Bild festzuhalten – nicht als Abbild, sondern als lebendigen malerischen Prozess.


Friedrich Porsdorf, 1938 in Radebeul geboren, studierte von 1957 bis 1962 Malerei an der Kunsthochschule Berlin bei den Professoren Kurt Robbel, Walter Womacka und Arno Mohr.

Nach freischaffender Tätigkeit und einer Aspirantur begann er 1970 seine Lehrtätigkeit in der künstlerischen Grundlehre. Die Dozentur erhielt er 1980. 1993 wurde er für Künstlerische Grundlagen – Zeichnen, Naturstudium, Malerei, Farbtheorie und Maltechnik – berufen, 2003 erhielt er eine Honorarprofessur. Bis zu seiner Emeritierung prägte er Generationen von Studierenden; seit 2004 arbeitet er freiberuflich in Berlin.

»Die Vermessung des Augenblicks« beschreibt bei Porsdorf kein analytisches Erfassen, sondern ein sinnliches Durchdringen. Seine Malerei entsteht aus unmittelbarer Naturerfahrung – häufig plein air – auf Reisen durch Deutschland, Europa und Afrika. Stets setzt er die Tektonik der Landschaft und die Strukturen des Gebauten in eigenständige Bildfindungen um und bewahrt das Licht eines bestimmten Moments. Charakteristisch sind gebrochene Töne statt unvermischter Farben, ein offener, riskanter Duktus und die atmosphärische Schichtung von Flecken und Formen. Himmel und Erde gehen in seinen Landschaften ein bewegtes Bündnis ein. Klare Horizontlinien lösen sich zugunsten eines malerischen Flirrens auf.

Porsdorf treibt die Abstraktion weit, ohne den Bezug zur Realität aufzugeben. Nicht das abstrakte Ziel interessiert ihn, sondern der Weg dorthin – der Prozess, in dem aus Farbflecken Gegenstände werden und aus Landschaft Bild wird. Seine Arbeiten aus Radebeul oder Meißen, von Hiddensee, dem Mittelmeer oder dem Atlantik zeugen von dieser Haltung ebenso wie seine zahlreichen Atelierbilder. Ein besonderer Schwerpunkt liegt zudem auf der Portraitmalerei: Auch hier entscheidet letztlich die Farbe darüber, welche Geschichte ein Bild erzählt.

Seit 1965 ist Friedrich Porsdorf in zahlreichen Personal- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland vertreten. Seine Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen.

Mit der Ausstellung »Die Vermessung des Augenblicks« würdigt die Krankenhauskirche im Wuhlgarten einen Künstler, der unbeirrt an die Kraft der Farbe glaubt – und in ihr das Flüchtige bewahrt.


  • Vernissage: Samstag, 14. März 2026, 17 Uhr
  • Laudatio: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans V. Behrbohm
  • Konzert: Yehudi Menuhin Live Music Now Berlin e.V.
Frühlingskonzert mit Werken von Antonio Vivaldi, Joseph Haydn und Johann Sebastian Bach gespielt von den erstklassigen Streichern des DSO QUARTETTs – Veronika Miecznikowski und Jisoo, Hong (Geige), Sara Umansky (Viola), Milan Drake (Cello)

Zusätzliche Informationen
Ort: Krankenhauskirche im Wuhlgarten, Brebacher Weg 15, 12683 Berlin
Ausstellungsdauer: 15.3.-2.5.2026, täglich 14-16 Uhr, ab April 14-17 Uhr

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