Ein Spiel in drei Akten mit Vorspiel und Nachspiel
Frau Adam, eine geschäftstüchtige Wirtin, betreibt ein modernes Automatenbüfett. Speisen, Getränke und Musik gibt es hier per Knopfdruck – doch der Arbeitsalltag bleibt unerquicklich: Brötchen schmieren, Bier ausschenken, von morgens bis Mitternacht auf den Beinen sein.
Ihr Mann Leopold, ein verträumter Idealist, ist ihr dabei keine große Hilfe. Statt im Betrieb mit anzupacken, sitzt er am Angelteich und tüftelt an einer theoretisch genialen Idee: Die notleidende Bevölkerung soll mit günstigem Eiweiß in Form von Zuchtkarpfen versorgt werden.
Eines Tages zieht Leopold beim Angeln eine junge Frau aus dem Wasser, die sich das Leben nehmen wollte. Er nimmt sie mit nach Hause – und bringt damit einiges in Bewegung.
Eva bleibt und hilft als Kellnerin im Automatenbüfett aus. Schnell erweist sie sich als echter Publikumsmagnet, was der Chefin zugleich Freude bereitet und ein Dorn im Auge ist.
Doch Eva bewährt sich nicht nur hinter dem Tresen: Sie unterstützt auch Leopold dabei, seine soziale Vision den Honoratioren der Stadt vorzustellen. Diese reagieren zunächst skeptisch, zeigen jedoch bald wachsendes Interesse.
Die österreichische Autorin Anna Gmeyner schrieb Automatenbüfett 1932, in einer Zeit tiefgreifender Umbrüche. „Europa ist ein Pulverfass, in das jeden Moment der zündende Funke fallen kann“, heißt es im Stück. Trotz der politischen Brisanz zeichnet es ein warmherziges Porträt der sogenannten kleinen – und ganz armen – Leute, die sich mit Fleiß, Mutterwitz und List durchs Leben schlagen und dabei weder Humor noch Zuversicht verlieren. Am Ende geht zwar alles schief, doch eines bleibt gewiss: Lust und Liebe werden bleiben.
Zusätzliche Informationen
Teilnehmende Künstler:innen
Anna Gmeyner (Autor/in)
Jan Bosse
Felix Goeser (Adam)
Julischka Eichel (Frau Adam)
Mathilda Switala (Eva)
Janek Maudrich (Pankraz, Willibald Boxer)
Manuel Harder (Puttgam)
Jens Koch (Schulrat Wittibtöter)
Komi Mizrajim Togbonou (Stadtrat Erhardt)
Til Schindler (Redakteur Arendt)
Florian Köhler (Oberförster Wutlitz)