LAS Art Foundation präsentiert in der Halle am Berghain die neue Auftragsarbeit Liminals des Künstlers Pierre Huyghe, die sich anhand von Quantenexperimenten mit Konzepten des Ungewissen auseinandersetzt. Sie ist die erste Einzelpräsentation des Künstlers mit einer Berliner Institution.
Die großformatige Installation umfasst Film, Sound, Vibrationen und Licht. Der Film, der vom Künstler als „moderner Mythos“ bezeichnet wird, folgt der Entstehung einer gesichtslosen, menschenähnlichen Gestalt, die verschiedene Zustände durchläuft.
Laut Huyghe ist das Geschehen „außerhalb von Zeit und Raum angesiedelt, wo es keinen Anfang und kein Ende gibt, kein Innen und kein Außen, nur einen unaufhörlichen Tanz der Materie, in dem jeder Moment ein Vielleicht ist. Wir erleben die Versuche der Figur, zu existieren und sich einem einzelnen Zustand von Realität oder Bewusstsein zu entziehen. Dabei beginnen sich die Grenzen zwischen Innen- und Außenwelt sowie zwischen lebender und unbelebter Materie aufzulösen.“
Der Künstler verhandelt anhand dieser Allegorie das Ungewisse und führt uns in einen Schwellenraum, in dem sich verschiedene Zustände überlagern – ähnlich einem Quantensystem, das vor seiner Messung in mehreren Zuständen gleichzeitig existieren kann, bis die unendlichen Möglichkeiten zu einer einzigen Wirklichkeit zusammenfallen.
Über diese Ideen sprach Huyghe mit dem Quantenphysiker Tommaso Calarco und dem Philosophen Tobias Rees. Ihre Gespräche mündeten in Huyghes Entscheidung, die Logik und die Outputs von Quantensystemen auf der Sound- sowie auf der Bildebene in seine Arbeit einfließen zu lassen. In diesem innovativen Produktionsansatz werden Zustände des Ungewissen verkörpert und Quanteneigenschaften in Sinneserfahrungen übersetzt.
In Liminals spielen Sound und Vibration eine wichtige Rolle. Huyghe und sein Team setzten verschiedene experimentelle Methoden ein, um eine dichte klangliche Erfahrung zu schaffen. Unter anderem arbeiteten sie mit Tommaso Calarco und Forschenden des Forschungszentrums Jülich zusammen, um die im Film dargestellten Schwingungen von Materie auf einem 100-Qubit-Quantencomputer von Pasqal zu simulieren. Die Ergebnisse wurden in Elemente des Sounddesigns übersetzt.
Calarco vergleicht den Prozess mit dem Spielen eines Saiteninstruments, als würde man „an der Reihe der Atome des Computers zupfen, um ihren Widerhall zu hören“. Gemeinsam mit Rees entwickelte Huyghe die Idee einer Quantenwelt, die auf radikale Weise außerhalb der menschlichen Ontologie liegt. Für die Erzeugung bestimmter Szenen im Film nutzten sie ein auf Quantenrauschen basierendes KI-Modell.
- Eröffnung: Donnerstag, 22. Januar 2026 19:00 Uhr
Zusätzliche Informationen
Termine
Januar 2026
| Mo | Di | Mi | Do | Fr | Sa | So |
|---|---|---|---|---|---|---|
1
|
2
|
3
|
4
| |||
5
|
6
|
7
|
8
|
9
|
10
|
11
|
12
|
13
|
14
|
15
|
16
|
17
|
18
|
19
|
20
|
21
|
22
|
23
|
24
|
25
|
26
|
27
|
28
|
29
|
30
|
31
|

