ein Projekt von Jan-Christoph Gockel
„Nervenzusammenbruch in der Antarktis – russischer Forscher sticht Kollegen nieder“, titelte das Fokus-Magazin im Oktober 2018. Die beiden Beteiligten, Oleg B. und Sergeij S., teilten nicht nur ihren Arbeitsplatz in der antarktischen Abgeschiedenheit, sondern auch ihre Leidenschaft fürs Lesen.
Als Oleg seinem Kollegen eines Tages das Ende eines Buches verriet, eskalierte die Situation dramatisch: Sergeij verletzte ihn mit einem Messer lebensgefährlich. Was zunächst wie eine bizarre Anekdote über Spoiler und Bücherstreit wirkt, entpuppt sich als vielschichtige Erzählung über psychische Belastungsgrenzen in extremer Isolation.
Die Antarktis gilt als staatenloses „Niemandsland“ und zählt zu den letzten nahezu unberührten Räumen der Erde. Ihre besondere Rolle als Ort internationaler Forschung und Kooperation steht zugleich im Spannungsfeld neuer geopolitischer Interessen. In diesem fragilen Gleichgewicht ist die Antarktis nicht nur ein ökologisch sensibler, sondern auch ein politisch aufgeladener, beinahe utopischer Ort.
Auf der Spur dieses außergewöhnlichen Verbrechens reist Regisseur Jan-Christoph Gockel, bekannt durch den gefeierten Theatermarathon Hospital der Geister am Deutschen Theater, im Januar 2026 gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Lion Bischof sowie den Schauspieler:innen Julia Gräfner und Wolfram Koch zur Neumayer-Station III in die Antarktis.
Aus dieser Expedition entsteht ein surreal anmutendes Mocumentary-Theaterstück zwischen Fiktion und filmischer Dokumentation – eine Arbeit, in der die endlose weiße Landschaft nicht nur zum erzählerischen Raum, sondern zum Spiegel menschlicher Abgründe und Sehnsüchte wird.
- Regie Jan-Christoph Gockel
- Bühne und Kostüme Julia Kurzweg
- Dokumentarfilm, Video, Kamera Lion Bischof
- Musik Anton Berman
- Licht Marco Scherle
- Dramaturgie Daniel Richter