Direkt zum Inhalt
Berlins offizielles Tourismusportal

11 nachhaltige Orte in Berlin

Impulse für bewusste Berlin-Momente

Tempelhofer Feld
Tempelhofer Feld, © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Urlaub machen und dabei bewusst unterwegs sein, das geht in Berlin an vielen Orten ganz konkret. Ihr findet Angebote, die zum Entdecken einladen und bei denen ihr selbst aktiv werden könnt. Wir haben Tipps zusammengestellt, die euren Aufenthalt abwechslungsreich machen, vom Einkaufen über Essen bis hin zu besonderen Erlebnissen.

Hier sind 11 Orte, an denen ihr frische Impulse sammelt und Ideen für einen bewussten Alltag mit nach Hause nehmt.

Tipp 1: Probiert euch aus beim Survivaltraining im Ökowerk

Naturschutzzentrum Ökowerk Berlin e. V.
Das Ökowerk, © Ökowerk

Am Teufelssee im Grunewald ist das Ökowerk, das älteste unter Denkmalschutz stehende Wasserwerk Berlins. Vor über 30 Jahren begann der Verein Naturschutzzentrum Ökowerk e.V. mit seiner Arbeit, um mit zahlreichen Biotopen die Artenvielfalt im Grunewald zu erhalten. Hier könnt ihr die Mauern des alten Wasserwerks erkunden und euch über das Wasserleben informieren, in Themengärten historische Obst- und Gemüsesorten kennenlernen und sogar ein Survivaltraining in der Natur absolvieren. Gerade für Kinder ist das Ökowerk ein einzigartiger Lern- und Erlebnisort, bei dem sie ganz viel selbst ausprobieren, bauen und anbauen können. 
Das Ökowerk ist ein faszinierender Ort, der Industriegeschichte und Naturerlebnis verknüpft, den ihr auf jeden Fall besuchen solltet.

Ökowerk

Tipp 2: Genießt pflanzenbasierte Küche im Restaurant HAPPA

Veganes Restaurant Happa: Innenraum
Veganes Restaurant Happa: Innenraum, © Zoe Spawton

Wenn ihr Berlin kulinarisch entdecken möchtet, dann solltet ihr unbedingt im HAPPA vorbeischauen. Dieses charmante Restaurant im Herzen Kreuzbergs bietet kreative, pflanzenbasierten Küche mit wechselnden Menüs. Verarbeitet werden unter anderem saisonale Zutaten. Wenn ihr euch für gastronomische Konzepte interessiert, die ohne tierische Produkte auskommen, könnt ihr hier verschiedene Gerichte ausprobieren.

Geleitet wird das Flinta*-Team des HAPPA natürlich auch von zwei Frauen: Sophia Hoffmann ist vegane Köchin, hat bereits 4 Kochbücher zum Thema veröffentlicht und gibt ihr Wissen auch in Vorträgen und Workshops weiter. Gemeinsam mit Nina Peters, die vor dem HAPPA unter anderem im Vereinsteam von "Restlos Glücklich" 2016 in Neukölln Deutschlands erstes "Reste-Restaurant" eröffnete, entwickelte sie Idee und Konzept zum HAPPA Restaurant.

Wann: Dienstag bis Freitag 18 - 22 Uhr; Samstag 19 Uhr (nur mit Ticket)

Happa

Tipp 3: Macht euch schlau zum Thema Klimawandel

Familie im Homboldt Forum
, © visitBerlin, Foto: Thomas Kierok

In der aktuellen Ausstellung "Nach der Natur" beschäftigt sich das Humboldt Labor im Humboldt Forum damit, wie sich politische Ordnungen auf Natur und Umwelt auswirken. In einer Art moderner Wunderkammer wird eine Vielzahl an Forschungsansätzen vorgestellt, die sich mit Mensch-Umwelt-Systemen beschäftigen. Wie sind gesellschaftliche Krisen und Krisen der Natur miteinander verflochten? Wie stehen Umwelt- und Ressourcenfragen und politische Systeme in Wechselwirkung? Welche Auswirkung hat das liberale Gesellschaftsmodell mit seinem Wohlstands- und Fortschrittsversprechen auf die Natur? Zur Ausstellung gibt es Führungen in englischer und deutscher Sprache, sowie spezielle Familienangebote. Außerdem könnt ihr mit der Medienguide Tour die Ausstellung alleine mit eurem Smartphone erkunden.

Wann: täglich 10.30 - 18 Uhr
Wo: Humboldt Forum, 1. OG, Schlosspatz, Mitte

Nach der Natur

 Tipp 4: Repariert und upcycled bei Workshops im Haus der Statistik

Aussicht auf Fernsehturm
, © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Nach über zehn Jahren Leerstand hat sich das Haus der Statistik mittlerweile zu einem inspirierenden Modellprojekt entwickelt. Basierend auf dem gemeinwohlorientierten Konzept für das Areal haben sich eine ganze Vielzahl von Initiativen und Werkstätten etabliert, die zeigen, wie Materialien kreativ wiederverwendet und Gegenstände repariert werden können. In verschiedenen Workshops könnt ihr zum Beispiel lernen, wie ihr Taschen aus Verpackungsmaterialien upcycled, Vintage Möbel restauriert und vom Radio bis zum Fahrrad kaputte Dinge selbst funktionsfähig macht. Wer Lust auf mehr hat, findet im Bau- und Kreativmarkt Material und Anregungen und kann sich etwa bei der offenen Textilwerkstatt oder im Café Essbar mit gleichgesinnten Menschen austauschen.

Haus der Statistik

Tipp 5: Bewusst einkaufen im Naturkaufhaus Steglitz

now & then concept store berlin
, © Foto: Suzanna Kuhlemann

Das größte Naturkaufhaus Deutschlands steht in der Schloßstraße in Steglitz. Auf über 4.000 Quadratmetern findet ihr hier ein breites Sortiment – von Heimtextilien und Naturkosmetik über Taschen bis hin zu Kinderspielzeug und Feinkost. Viele Produkte zeichnen sich durch ausgewählte Materialien, transparente Herkunft oder besondere Herstellungsweisen aus. Wer Lust auf einen abwechslungsreichen Shoppingbummel abseits der großen Ketten hat, wird hier fündig.

Naturkaufhaus Steglitz

Tipp 6: Findet Schätze im Gebrauchtwarenhaus NochMall

NochMall
NochMall Gebrauchtwarenkaufhaus, © Wolfgangson

„Alles außer neu“ lautet das Motto im Gebrauchtwarenhaus der Berliner Stadtreinigung (BSR). Auf rund 2.500 Quadratmetern findet ihr Möbel, Kleidung, Bücher, Spielzeug und viele weitere Dinge, die weiterverwendet werden können.

In Workshops erfahrt ihr, wie sich gebrauchte Gegenstände kreativ umgestalten lassen. Ergänzt wird das Angebot durch Veranstaltungen, die sich mit Themen wie Wiederverwendung und Ressourcenschonung beschäftigen.

Wann: Montag bis Samstag 10–18 Uhr, Donnerstag 10–20 Uhr
Wo: NochMall, Auguste-Viktoria-Allee 99, Reinickendorf

Tipp: Auch auf den zahlreichen Berliner Flohmärkten könnt ihr auf Schatzsuche gehen. Hier wechseln Bücher, Haushaltswaren, Antiquitäten und Second-Hand-Mode den Besitzer. Vielleicht findet auch ihr hier ein ganz besonderes Erinnerungsstücke aus Berlin?

Nochmall

Tipp 7: Das Tempelhofer Feld entdecken

Tempelhofer Feld
, © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Das Tempelhofer Feld zählt zu den größten innerstädtischen Freiflächen Europas und ist ein beliebter Treffpunkt für Berliner:innen und Besucher:innen. Auf dem ehemaligen Flughafengelände könnt ihr mit dem Fahrrad über Start- und Landebahn sausen oder auf der sechs Kilometer lange Strecke rund ums Feld joggen oder skaten. Es gibt Baseball- und Volleyballplätze, Grillflächen, Biergärten, Kaffee-Bikes, Toiletten, eine große Hundewiese und vor allem viele weitläufige Bereiche für Picknick und Freizeit. Neben Sport und Entspannung könnt ihr hier Drachen steigen lassen oder einfach den Blick über die weite Fläche genießen. Mit dem Gemeinschaftsgarten Allmende-Kontor e. V. gibt es außerdem ein Urban-Gardening-Projekt, in dem gemeinschaftlich gegärtnert wird.

Tipp: Was ihr sonst noch alles unternehmen könnt, lest ihr in unseren 11 Tipps fürs Tempelhofer Feld.

Die offenen Wiesen bieten zudem Lebensraum für verschiedene heimische Tier- und Vogelarten,  im Einklang mit Berlins Stadtschafen, die ihr hier auch besuchen könnt. Bei stadtökologischen Führungen von Campus Stadtnatur besucht ihr etwa den Schäfer oder erfahrt mehr über Geschichte &  Besonderheiten des Geländes und seine Entwicklung zum Natur- und Erholungsraum. 

Tempelhofer Feld

Tipp 8: Urban Gardening mit Aussicht

Bar Klunkerkranich
Klunkerkranich, © visitBerlin, Foto: Sarah Lindemann

Die Prinzessinnengärten auf dem Friedhof Neuer St. Jacobi in Neukölln, sowie der Klunkerkranich in Neukölln gehören zu den bekanntesten Urban Gardening Projekten in Berlin.

Das Team des Gleisbeets, einem gemeinschaftlichen Permakultur-Projekt auf dem Gelände des ehemaligen Wriezener Bahnhofs in Berlin-Friedrichshain, bietet regelmäßig Workshops rund um Balkonbepflanzung, Gartenpraxis und Themen wie Permakultur an.

Einen Besuch wert ist auch der Klunkerkranich auf dem Dach der Neukölln-Arkaden. Neben der Aussicht über die Stadt findet ihr hier einen Dachgarten mit Pflanzen sowie eine Outdoor-Bar. Für den Zugang zur Bar wird ein kleiner Eintritt erhoben.

Urban Gardening

Tipp 9: Spaziert zu Berlins ältestem Baum

Die Dicke Marie
Baum "Dicke Marie", © BA Reinickendorf

Der älteste Baum Berlins steht im Tegeler Forst, einem Erholungsgebiet im Nordwesten der Hauptstadt. Mehr als 900 Jahre soll die knorrige Stiel-Eiche schon sein. Ihren Namen bekam die alte Dame von den Brüdern Wilhelm und Alexander von Humboldt, weil der Baum sie an ihre beleibte Köchin erinnert hat. Unweit der „Dicken Marie“ liegen der Schriftsteller und der Naturwissenschaftler im Schlosspark Tegel begraben.
Der Tegeler Forst lädt außerdem zum Spazieren und Fahrradfahren in der Ruhe der Natur ein und bei heißen Temperaturen könnt ihr ein Bad im Tegeler See genießen.

Auch hier: bitte geht rücksichtsvoll mit der Natur um und nehmt euren Müll wieder mit.

Parks & Gärten

Tipp 10: Berlin summt - probiert mal süßen Hauptstadthonig

Bienenzucht, Café Botanico Berlin
Bienenzucht, Café Botanico Berlin, © Martin Höfft, Cafe Botanico 2019

Fans von Biene Maja und Willi aufgepasst, denn auch in der Hauptstadt summt es gewaltig. An verschiedenen Standorten in der Stadt wird Honig produziert und gleichzeitig Wissen über Bienen und ihre Rolle bei der Bestäubung vermittelt.

Bienenstöcke findet ihr zum Beispiel auf dem Dach desBerliner Doms, auf dem Dach des Abgeordneten Haus der Bundesregierung, dem Haus der Kulturen der Welt (Kongresshalle) und dem Rathaus Marzahn-Hellersdorf, am Tempelhofer Feld, am Jagdschloss Grunewald oder am Planetarium am Insulaner. Manche dieser Orte sind frei zugänglich, andere können im Rahmen von Führungen oder Veranstaltungen besucht werden.

In ausgewählten Läden und Einrichtungen könnt ihr den Honig aus Berliner Imkereien kaufen und mit nach Hause nehmen. So etwa im Café Botanico, wo auch Produkte aus dem eigenen Garten verarbeitet werden. Auf der Domäne Dahlem gibt es zudem eine Lehr-Imkerei mit regelmäßigen Workshops rund um Bienen und Imkerei.

Domäne Dahlem

Tipp 11: Innovationen rund um Klima und Ressourcen in Berlin entdecken

Nachhaltiger Berlin-Besuch: EUREF-Campus
Nachhaltiger Berlin-Besuch: EUREF-Campus, © EUREF AG, Foto: Andreas Schwarz

In Berlin beschäftigen sich zahlreiche Initiativen, Unternehmen und Forschungseinrichtungen mit Themen wie Klimaschutz, Ressourcennutzung und Kreislaufwirtschaft. Das Spektrum reicht von Reparatur- und Recyclingangeboten bis hin zu technologieorientierten Start-ups und Forschungsprojekten.

Ein Beispiel ist die Arbeit von EIT Climate-KIC: Gemeinsam mit Partnern wie der TU Berlin, Start-ups und Unternehmen werden Programme entwickelt, die sich mit Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Klimabereich beschäftigen. Auch der EUREF-Campus in Berlin-Schöneberg dient als Standort für Projekte rund um Energie, Mobilität und Stadtentwicklung. Die Cafés und Bistros auf dem Gelände sind öffentlich zugänglich.

Der historische Gasometer ist heute ein Veranstaltungsort. Um die Aussicht über Berlin vom Skywalk zu genießen, müsst ihr eine Gruppenführung buchen. An ausgewählten Terminen gibt es auch Einzeltickets für Führungen, bei der ihr auch die Ausstellung zur Geschichte des Gasometers besucht.

Übrigens: Bereits seit 2014 erfüllt der EUREF-Campus Berlin die Klimaziele der Bundesregierung für das Jahr 2045 und ist als Sustainable Meetings Partner Berlin zertifiziert.

Und noch mehr Tipps:

  • Nehmt eine Mehrweg-Trinkflasche mit. In Berlin gibt es zahlreiche Möglichkeiten, Trinkflaschen unterwegs wieder aufzufüllen. In der Innenstadt stehen öffentliche Trinkbrunnen zur Verfügung, an denen ihr kostenlos Wasser zapfen könnt. Auch viele Cafés und Restaurants beteiligen sich an Initiativen wie „Refill Berlin“ und füllen Leitungswasser auf Anfrage kostenlos nach.
  • Wenn ihr unterwegs einen Kaffee trinken möchtet, könnt ihr Mehrwegbechersysteme nutzen, zum Beispiel von Anbietern wie BETTER WORLD CUP. Diese Pfandbecher lassen sich mehrfach verwenden und können an verschiedenen Ausgabestellen zurückgegeben werden.
  • Wer nicht selbst kochen möchte, kann Apps wie Too Good To Go nutzen. In Berlin beteiligen sich zahlreiche Restaurants, Hotels und Märkte und bieten übrig gebliebene Speisen zu reduzierten Preisen an. Die Angebote können über die App reserviert und vor Ort abgeholt werden – zum Beispiel für ein spontanes Picknick im Park.
     

Too Good To Go

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Bevor sie in Berlin ihr Zuhause fand, berichtete sie als Korrespondentin und Trendscout aus den USA. Heute ist sie kreuz und quer in Berlins Kiezen unterwegs und beschäftigt sich mit Kultur, Musik und Zukunftsideen für ein innovatives Berlin.