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re:organ - Labor für neue Orgelklänge

Die in Berlin lebenden chinesischen Komponistinnen Yiran Zhao und Lin Yang betrachten die Orgel nicht als historisches Relikt, sondern als komplexen klanglichen Organismus. Ausgangspunkt ihrer Arbeit ist die Frage, wie ein über Jahrhunderte geprägtes Instrument jenseits gewohnter Spielweisen neu gedacht werden kann.  


In ihrem Projekt wird die Orgel als körperliches System begriffen: Pfeifen, Manuale, Mechanik und Windversorgung fungieren wie funktionale Einheiten eines Organismus, deren Wechselwirkungen neu untersucht werden. Klangmaterial wird fragmentiert, neu angeordnet, geschichtet, gespleißt und verschmolzen – aus einzelnen Partikeln entstehen Prozesse, Zustände und größere Zusammenhänge.

Eine zentrale Rolle spielt die Elektronik als Erweiterung des Instruments. Elektronische Klänge greifen nicht konkurrierend ein, sondern verändern, verschieben und verstärken die Orgelstruktur, dehnen den vertrauten Klangraum und eröffnen neue akustische Perspektiven.

Am Ende erscheint die Orgel gleichzeitig vertraut und verfremdet – nicht als Monument der Musikgeschichte, sondern als lebendiges System, dessen klangliche Möglichkeiten neu erfahrbar werden.
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