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Vortragsreihe Kunstgeschichte(n) des Tiergartenviertels

Das Gemälde „Eisenwalzwerk“ von Hans Baluschek aus dem Jahr 1910 stellt eine neu erbaute Walzwerkhalle des Montanunternehmens „Hahnsche Werke“ in Großenbaum (heute Duisburg) dar. Es gehörte Heinrich Eisner, der der Gründungssozius von Albert Hahn und erster Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Berlins gewesen war.


Heute ist das Gemälde Teil der Sammlung des Bröhan Museums und befindet sich derzeit im Restitutionsverfahren.


Der Firmensitz der „Hahnsche Werke AG“ befand sich ebenso wie einige Wohnsitze der Direktoren-Familien Hahn und Eisner im Tiergartenviertel. Die Adressen lauten Bellevuestraße 14 und 6a, Tiergartenstraße 21, Matthäikirchstraße 2, Große Querallee 2 sowie Sigismundstraße 6.


Die Forschung zur Provenienz des Gemäldes erforderte die Rekonstruktion der Firmengeschichte und ihrer Arisierung (Zwangsverkauf) an die Mannesmannröhren-Werke und beleuchtet die Biografien beider hochangesehener Familien und ihr gesellschaftliches Engagement. So gehörten Dr. Georg und Frida Hahn zu den Mitbegründern und Financiers des zunächst privaten Volkskundemuseums, später Königliche Museen zu Berlin, und Kommerzienrat Dipl. Ing. Paul Eisner besaß wertvolle Teppiche, Möbel und Gemälde, darunter die „Gefilde der Seligen“ von Hans Thoma. Die Familien flohen 1938 und 1939 vor der NS-Verfolgung. Ihr Hab und Gut wurde enteignet oder zerstört, die Namen der beiden Familien gerieten in Vergessenheit.


Ein Vortrag von Dr. Sabine Meister, Bröhan Museum


  • Eintritt frei. Anmeldung erwünscht.
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