Zeitgenössische Fotografie und die Alten Meister
Alte Meister mit neuen Augen sehen.
Die Sonderausstellung vereint rund 90 internationale fotografische Positionen mit ausgewählten Meisterwerken der Gemäldegalerie, einer der bedeutendsten Sammlungen vormoderner Malerei weltweit.
Arbeiten von Künstler:innen wie Thomas Struth, Cindy Sherman, Martin Parr, Jeff Wall, Candida Höfer und Carrie Mae Weems begegnen den Alten Meistern als Hommage, Neuinterpretation oder Reflexion und eröffnen überraschende Perspektiven auf bekannte Werke.
In sechs thematischen Kapiteln beleuchtet die Ausstellung unterschiedliche Formen der Auseinandersetzung mit historischen Bildern und ihrer Interpretation durch heutige Künstler:innen.
Im Mittelpunkt stehen Fragen nach Aneignung, Inszenierung und Transformation ebenso wie nach Materialität, Wahrnehmung und digitaler Bildzirkulation.
Aneignen, reflektieren, neu erzählen
Für viele der vertretenen Fotograf:innen sind die Werke der Alten Meister weit mehr als nur kunsthistorisches Erbe. Sie dienen als Inspirationsquelle für künstlerische Neuschöpfungen, Kommentare zu gesellschaftlichen Fragen und formal-ästhetische Experimente.
So überführt Jeff Wall die kontemplative Stille eines Gemäldes von Chardin in ein zeitgenössisches Künstlerporträt. Cindy Sherman, Catherine Opie und Maud Sulter greifen historische Porträttraditionen auf, um Fragen von Geschlecht, Identität und kultureller Zugehörigkeit zu verhandeln. Tom Hunter verlegt Bildkompositionen der vormodernen Malerei nach Berlin-Friedrichshain und macht die Folgen von Gentrifizierung sichtbar.
Andere Künstler:innen richten ihren Blick auf die materielle Beschaffenheit der Werke: Ola Kolehmainen etwa vergrößert das Craquelé eines Frauenbildnisses von Petrus Christus ins Monumentale und macht so die Spuren von Zeit und Alterung zum Bildmotiv.
Ein weiterer Schwerpunkt gilt dem Museum als Ort selbst. Candida Höfer und Thomas Struth zeigen Museen als Räume der Kontemplation und Inszenierung, während Louise Lawler die Mechanismen institutioneller Bedeutungsproduktion hinterfragt. Carrie Mae Weems thematisiert dagegen in ihrer Serie „Museums“ die Frage nach Zugang, Repräsentation und Ausschluss und macht sichtbar, wessen Perspektiven und Geschichten im Museum präsent sind und welche marginalisiert werden.
Bettina von Zwehl und Miguel Calderón wiederum lenken den Blick auf jene Menschen, die täglich zwischen den Meisterwerken arbeiten und dennoch meist unsichtbar bleiben.
Das Museum im digitalen Zeitalter
Zugleich thematisiert die Ausstellung die veränderten Bedingungen des Sehens im digitalen Zeitalter. Besucher:innen werden mit ihren Smartphones selbst Teil der Museumsinszenierung, während soziale Medien darüber mitentscheiden, welche Kunstwerke Sichtbarkeit erlangen. Sammlungen vormoderner Malerei sind heute nicht nur Orte der Kunstgeschichte, sondern auch Bildräume der Gegenwart.
„Die Kunst zu sehen“ vereint Leihgaben aus bedeutenden internationalen Museen, Galerien und Privatsammlungen.
Vermittlungsprogramm
Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm für alle Altersgruppen lädt dazu ein, den eigenen Blick auf die Alten Meister neu zu entdecken.
Katalog zur Ausstellung
Begleitend erscheint ein reich bebilderter Katalog.
Kuratorisches Team
Kuratiert wird die Ausstellung von Katja Kleinert, Kuratorin für niederländische und flämische Malerei des 17. Jahrhunderts, und Erik Eising, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gemäldegalerie.
- Eine Sonderausstellung der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin
Zusätzliche Informationen
Öffnungszeiten
- Montag, geschlossen
- Dienstag, 10 bis 18 Uhr
- Mittwoch, 10 bis 18 Uhr
- Donnerstag, 10 bis 18 Uhr
- Freitag, 10 bis 18 Uhr
- Samstag, 10 bis 18 Uhr
- Sonntag 10 bis 18 Uhr