Eine Solo Ausstellung des Künstlerduos Maria & Natalia Petschatnikov
Die BBA Gallery präsentiert mit „Berlin, A Rough Cut“ eine umfassende Einzelausstellung des Künstlerduos Maria und Natalia Petschatnikov.
Die in Berlin-Mitte/Kreuzberg lebenden Zwillingsschwestern verwandeln den Ausstellungsraum in ein begehbares Storyboard ihres urbanen Alltags und loten die Grenzen zwischen Malerei, Installation und künstlerischer Feldforschung aus. Ausgebildet unter anderem am Hunter College in New York, an der Rhode Island School of Design sowie im Atelier von Annette Messager an der École des Beaux-Arts in Paris, leben und arbeiten die Künstlerinnen seit über 15 Jahren in Berlin. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen unscheinbare Phänomene des Alltags, denen sie mit feinem Humor und präziser Beobachtung eine überraschende, bisweilen surreale Dimension verleihen.
Für „Berlin, A Rough Cut“ wählen sie eine filmische Dramaturgie: Die Ausstellung versteht sich als Montage aus Szenen, die zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten entstanden sind und sich zu einer offenen Erzählung verdichten. Gemälde, Skulpturen und Werkserien treten in Dialog, Fragmente gewinnen durch Nachbarschaft und Rhythmus neue Bedeutung. Gezeigt werden unter anderem großformatige Gemälde von ausrangierten Sofas oder Matratzen, die zu stillen Porträts urbaner Veränderung werden.
Serien wie die auf 2032 datierten „Kalenderblätter“ inszenieren Zukunft als bereits vergangene Erinnerung. Skulpturen aus „flüssigem Holz“ und Epoxidharz spielen mit Materialillusion, während Pappmaché-Tauben ein Stück Berliner Asphalt in die Galerie holen. Zeichnungen von Behördenumschlägen und Geldscheinen beleuchten mit leisem Witz das Spannungsfeld zwischen Individuum und System.
Die Petschatnikovs verstehen sich als Anthropologinnen des Alltags. Berlin – insbesondere das von Brüchen und historischen Schichten geprägte Umfeld der Heinrich-Heine-Straße – bildet dabei ihr zentrales Forschungsfeld.
„Berlin, A Rough Cut“ ist eine Hommage an das Unfertige und Unvollkommene. Die Künstlerinnen halten jene Momente fest, die kurz vor oder nach einem Ereignis liegen, und machen das Übersehene sichtbar – eine Einladung, den Blick auf das Gewöhnliche neu zu schärfen.