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Rey Akdogan (Heilbronn, Köln, lebt und arbeitet in New York) richtet ihren Blick auf Standardisierungen von Materialien und Wahrnehmungsprozessen, die die visuelle Gegenwart prägen. Ihre Arbeiten nehmen medienübergreifende und häufig raumbezogene Formen an, die sich zwischen Projektion, Skulptur und Installation bewegen.



Akdogan untersucht, wie Atmosphären entstehen und wie Farbe, Licht und stoffliche Eigenschaften sinnliche Erfahrung organisieren und affektive Räume hervorbringen. Die von ihr verwendeten Materialien – Farbfilter, bedruckte Kunststoffe, Verpackungsfragmente – entstammen industriellen und szenografischen Kontexten und dienen in ihren herkömmlichen Zusammenhängen der Steuerung von Blick und Aufmerksamkeit. In Akdogans Arbeiten lösen sie sich aus diesen festen Bestimmungen und machen die operative Logik dieser Systeme neu erfahrbar.

Einen Schwerpunkt der Ausstellung im Haus am Waldsee bilden Akdogans seit 2010 entstehende Carousel-Arbeiten: Dünne Schichten aus Farbfiltern, Mylar und transparenten Resten werden in 35-mm-Dias gefasst und rotieren im Licht des Projektors. Die entstehenden Projektionen sind keine fotografischen Bilder, sondern materielle Überlagerungen, Ausschnitte und Fragmente, die die Gleichförmigkeit industrieller Oberflächen modulieren.


Mit jeder Drehung verändern sich Tonlagen: Farbtöne kippen, Linien und Strukturen finden neue Ausrichtungen, vertraute Texturen lösen sich in andere Rhythmen auf. Das Gewohnte wird rätselhaft, bleibt jedoch an seine materielle Herkunft gebunden. So entsteht ein Feld von Übergängen, in dem sich Material und Wahrnehmung neu zueinander verhalten.


Für das Haus am Waldsee wird erstmals eine große Gruppe dieser Carousels zusammengeführt, sodass sich ihre Tempi und Verschiebungen über die Räume hinweg zu einer polyphonen Installation verdichten.

  • Kuratiert von Beatrice Hilke

 

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