Lamin Leroy Gibba: Szenische Lesung
Autor Lamin Leroy Gibba entwirft in Doppeltreppe zum Wald einen Safer Space als Kaleidoskop, in dem persönliche Erinnerungen und kollektive Traumata ungestüm an die Oberfläche drängen.
Zwischen Alltagsgespräch und Gruselgeschichte, Humor und Abgrund verhandeln die Figuren ihre Ängste, Verletzungen und Sehnsüchte. Wobei sie im kaskadierenden Sprachfluss ihre Erfahrungen als verbindenden Sekundenkleber, Balsam, Schutzschilder, Ablenkungsmanöver und Waffen nutzen.
Was als vielstimmiges Geflecht und einer Suche nach Verbundenheit beginnt, lässt die Grenzen des Gartens schließlich gänzlich verschwimmen und fragt, wie Räume für Verletzlichkeit, gegenseitiges Erkennen und Möglichkeiten von Heilung aussehen könnten – ohne dabei Widersprüche und Brüche menschlicher Beziehungen aufzulösen.
Eingeladen zum Heidelberger Stückemarkt 2023 gewann Doppeltreppe zum Wald dort den Publikumspreis, den SWR-Hörspielpreis und später ebenfalls den zweiten Else-Lasker-Schüler-Stückepreis. Der Text entstand im Rahmen der Schreibwerkstatt Unconventional Signs am Ballhaus Naunynstraße.
Die Volksbühne programmiert diese szenische Lesung in der Spielzeit 2026/27 auch vor dem Hintergrund rassistischer Angriffe auf eine Veranstaltung für Schwarze* Communitys des Theaters im August, die letztlich wegen Sicherheitsbedenken nicht durchgeführt werden konnte. Doppeltreppe zum Wald fragt nach der (Un-)Möglichkeit Schwarzer Räume in einer mehrheitlich weißen Gesellschaft und gibt der Vielstimmigkeit und Widersprüchlichkeit Schwarzer Erfahrungen Raum, die in der öffentlichen Debatte hinter vereinfachenden Erzählungen von Betroffenheit zu verschwinden drohten.
Hinweis zum Inhalt
Im Text werden Rassismuserfahrungen, psychische Krankheit sowie Suizid und suizidale Gedanken thematisiert
*Schwarz wird großgeschrieben und weiß kursiviert, da die Begriffe keine tatsächlichen oder imaginierten Hautfarben bezeichnen, sondern die gesellschaftliche Position von Menschen innerhalb rassistischer Machtverhältnisse beschreiben. Schwarz ist eine Selbstbezeichnung Schwarzer Menschen, deren Großschreibung Selbstbewusstsein und Widerstand betont. Weiß beschreibt eine privilegierte, dominante Position, die meist nicht hinterfragt wird.
Zusätzliche Informationen
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