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Das solltet ihr über die Berliner Mauer wissen

Wissenswertes zum Mauerfall

Fall der Berliner Mauer, die Nacht des  9. November 1989
Fall der Berliner Mauer, die Nacht des 9. November 1989, © GettyImages, Foto: RolandBlunck

Ist es wirklich schon so lange her? In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1989 - also vor mittlerweile fast 36 Jahren - wurden die Grenzübergänge zwischen Ost- und Westberlin geöffnet. Die Mauer fiel. Der Weg zur Wiedervereinigung war frei. Tausende von Menschen strömten über die Grenzen, die friedliche Revolution hatte zu einem Umsturz geführt, der in die Geschichtsbücher einging – und in Berlin vor Ort erlebbar ist.

Kommt mit uns auf eine Reise in die Vergangenheit, erfahrt mehr über die historischen Hintergründe und holt euch Tipps, wo und wie ihr zum Tag des Mauerfalls live in Berlin und natürlich auch digital mehr zum Thema erfahren könnt.

Tipp 1: Denkt bei der Freedom Week über Grenzen nach

Beleuchteter Tränenpalast in der Friedrichstraße
Tränenpalast Friedrichstraße, © Stiftung Haus der Geschichte, Foto: Axel Thünker

Rund um den Jahrestag des Mauerfalls am 9. November erinnert Berlin auch 2026 mit zahlreichen Veranstaltungen an die friedliche Revolution und die Überwindung der deutschen Teilung. Bereits zum zweiten Mal lädt die Berlin Freedom Week dazu ein, sich mit Freiheit, Demokratie und den Grenzen unserer Zeit auseinanderzusetzen. Ein besonderes Erlebnis ist die Tanzperformance BEYOND LINES am 9. November im historischen Tränenpalast. Dort, wo einst Menschen unter Tränen Abschied nahmen, erzählt das Ensemble LUNA PARK mit Tanz und Bewegung von Aufbruch, Angst, Hoffnung und dem Mut, Grenzen zu überwinden. Die Aufführungen um 18, 19 und 20 Uhr dauern jeweils 45 Minuten und sind kostenlos, eine Anmeldung ist erforderlich.

Wann: 9. November, 18, 19 und 20 Uhr, Anmeldung
Wo: Tränenpalast, Reichstagufer 17, Mitte

Beyond Lines

Tipp 2: Die East Side Gallery ist die längste Open-Air-Galerie der Welt

Bruderkuss an der Berliner East Side Gallery - eine Sehenswürdigkeit in Berlin
East Side Gallery "Sozialistischer Bruderkuss": Dimitri Vrubel "Mein Gott hilf mir, diese tödliche Liebe zu überleben", © visitberlin, Foto: Philip Koschel

Mit 1.316 Metern ist die East Side Gallery am Spreeufer in Friedrichshain der längste zusammenhängende Mauerabschnitt. Hier seht ihr Originale von über 100 Künstler:innen, darunter den Bruderkuss von Dimitrji Vrubel, aber auch Werke von Thierry Noir und Jim Avignon. Mittlerweile steht die längste Open-Air-Galerie der Welt unter Denkmalschutz. Informiert euch unbedingt auch zu Führungen entlang der East Side Gallery, häufig werden diese von Zeitzeug:innen geleitet, die spannende Einblicke in die damalige Zeit der Umbrüche geben können.

Tipp: In unserer Berlin Unboxed Podcastfolge vom Bruderkuss nach Belarus sprechen wir mit Anna aus Belarus und Frank Ebert, dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung von SED-Diktatur, bei einem Spaziergang entlang der East Side Gallery darüber, was Freiheit heute bedeutet.
Mehr zur East Side Gallery

Tipp 3: Wo ihr in der Hauptstadt Reste der Berliner Mauer findet

Berliner Mauer
Mauerstück, © iStock.com; Foto: Yuriz

Damit ihr nicht den ganzen Mauerradweg abfahren müsst, haben wir für euch die 11 Top Orte in Berlins Bezirken herausgesucht, an denen ihr Reste der Berliner Mauer sehen könnt. Darunter natürlich so bekannte wie der Checkpoint Charlie, die East Side Gallery, die Bösebrücke und der Berliner Mauerpark. Aber auch auf einigen Friedhöfen gibt es denkmalgeschützte Mauerreste.

Top 11 Orte, um Reste der Berliner Mauer zu sehen

Tipp 4: Darum ist der Checkpoint Charlie so berühmt

Touristen am Checkpoint Charlie in Berlin Friedrichstraße
Checkpoint Charlie in Berlin Friedrichstraße, © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Nicht nur Schauplatz der Geschichte, sondern auch Kulisse vieler Spionage-Thriller: Der Checkpoint Charlie an der Ecke Friedrichstraße und Zimmerstraße ist mit Sicherheit einer der bekanntesten ehemaligen Grenzübergänge. Das Grenzhäuschen, das ihr heute seht, ist nur ein winziger Teil des ehemals großräumigen Grenzübergangs, an dem der Ein- und Ausreiseverkehr kontrolliert wurde.

Auf großformatigen Postern findet ihr viele weitere Fotos und Dokumentationen aus der Zeit. Darunter auch viele Bilder aus der geteilten Stadt, die damals um die Welt gingen, etwa, als sich im Oktober 1961 amerikanische und sowjetische Panzer am Checkpoint Charlie gegenüberstanden.

In den nächsten Jahren soll der Erinnerungsort weiter ausgebaut und umgestaltet werden. Im Fokus steht dabei weiterhin die Geschichte der Berliner Mauer bis hin zum Mauerfall, sowie die internationalen Auswirkungen.

Tipp: Viele weitere Gedenkstätten sind aktuell frei zugänglich, etwa die  an der Bernauer Straße.

Checkpoint Charlie

Tipp 5: Entdeckt die Geschichte der Berliner Mauer am Originalschauplatz

Mitte, Gedenkstaette Berliner Mauer
, © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Wie sah der Alltag im geteilten Berlin aus? Und welche Schicksale verbergen sich hinter der Berliner Mauer? In der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße könnt ihr diesen Fragen auf den Grund gehen. Die Dauerausstellung auf dem historischen Gelände erzählt von der Teilung der Stadt, dramatischen Fluchtversuchen und den Auswirkungen des Mauerbaus auf das Leben der Menschen. Historische Spuren, persönliche Geschichten und eindrucksvolle Erinnerungsorte machen die Geschichte unmittelbar erlebbar. Nehmt euch Zeit, das Gelände zu erkunden und entdeckt, wie die Mauer Berlin bis heute prägt.

Wann: ganzjährig, im frei zugänglichen Außengelände
Wo: Bernauer Straße 111, Mitte und Gesundbrunnen

Gedenkstätte Berliner Mauer

Tipp 6: Das habt ihr 1980 bei einem Blick über die Mauer gesehen

Kinder erforschen die ehemalige DDR-Grenze 1989
, © Foto: Gerhard Buchholz

Ein ganz normaler Herbsttag in den 1980er Jahren in Ost-Berlin. Hinter der bunt bemalten Mauer seht ihr den kahlen Grenzstreifen und dahinter die grauen Gebäude des ehemaligen Ost-Berlin. Mit unzähligen lebensechten Details macht das riesige asisi Panoramabild zum geteilten Berlin den Alltag der ehemals geteilten Stadt lebendig. Von einer vier Meter hohen Plattform schaut ihr in das Berlin der 1980er Jahre, das im Maßstab 1:1 ein fassbar authentisches Bild vermittelt.

DIE MAUER - das asisi Panorama

Tipp 7: Der Mauerradweg führt 160 Kilometer rund ums ehemalige West-Berlin

Mauerradweg bei Hohen Neuendorf
, © visitBerlin, Foto: Martin Gentischer

Wo genau verlief eigentlich die Mauer? Während der Verlauf im Stadtzentrum über 5,7 Kilometer hinweg mit einer Doppelreihe Kopfsteinpflaster markiert ist, könnt ihr der ehemaligen Mauer auf dem Berliner Mauerweg auf rund 160 Kilometern um das einstige West-Berlin herum folgen. Dabei passiert ihr zahlreiche Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten, kommt an historischen Grenzübergängen vorbei und fahrt auch immer mal wieder einfach quer durchs Berliner Umland.
Mehr zum Mauerradweg

Tipp 8: Die bewegte Geschichte des Parks Babelsberg entdecken

Border Zone
, © SPSG, Foto: Peter Rohn

Taucht ein in die Geschichte des Schloss Babelsberg mit Hilfe eures Smartphones und der Game-App "Border-Zone". Mit der App begebt ihr euch auf eine interaktive Schnitzeljagd und entdeckt neue Orte im Park Babelsberg. Grundlage sind die Erinnerungen von Zeitzeug:innen, die euch spannende Einblicke in den damaligen Alltag geben. Dabei seid ihr selbst gefragt: Wie würdet ihr in schwierigen Konfliktsituationen entscheiden? Eure Entscheidungen beeinflussen den Verlauf und den Ausgang des Spiels. Entdeckt Geschichte auf eine ganz neue Art - interaktiv, persönlich und hautnah!
Game-app Border Zone

Tipp 9: So funktionierte die Abhörtechnik der Stasi

Trabant im DDR-Museum
Ausstellung im DDR Museum, © © DDR Museum, Berlin 2017

Wenn ihr mehr zur ehemaligen DDR wissen möchtet, dann schaut doch mal im DDR Museums vorbei. Besichtigt eine typische Plattenbau-Vollkomfortwohnung und erfahrt, wie die Abhörtechniken der Stasi funktionierten. Auch online findet ihr viele spannende Themen: In einer Video-Reihe beantwortet Dr. Wolle Fragen und teilt Geschichten und Fakten rund um die Deutsche Demokratische Republik und deren Auflösung. Dabei geht es um die Aufarbeitung der Stasi-Unterlagen, um politische Hintergründe, aber auch um Themen wie die Jugendweihe, Westpakete oder wie das damals war im Ferienlager in der DDR.

Mehr zum DDR Museum

Tipp 10: In diesen Filmen spielt die Berliner Mauer mit

Platz des 9. November 1989
Grenzübergang an der Bornholmer Straße, © visitBerlin, Foto: Janine Blechschmidt

Wenn ihr aktuell nicht selbst nach Berlin kommen könnt, dann holt euch doch zum Tag des Mauerfalls eine Berlin-Serie oder einen spannenden Berlin-Film auf den Fernsehschirm. Natürlich ist auch die Berliner Mauer in zahlreichen Komödien, Dramen und Thrillern zu sehen. Vor allem in Spionagefilmen sind die Mauer und die Grenzübergänge (im Bild der Grenzübergang an der Bornholmer Straße) ein gern genutztes Motiv. Wir haben hier ein paar besonders spannende Highlights für euch ausgewählt.

Die Berliner Mauer im Film

Tipp 11: So erobert sich das Leben die ehemaligen "Todesstreifen" zurück

Mauerpark in Berlin-Prenzlauer Berg
Berliner Mauerpark, © visitBerlin, Foto: Carsten Rasmus/KlaRas-Verlag

Der Mauerpark ist wohl das größte Erholungsgebiet, dass sich Mensch und Natur nach dem Fall der Mauer zurückerobert haben. Nach dem Mauerfall wucherten wilde Pflanzen auf der Brache, dann pflanzten Anwohner Bäume auf dem Hang und inzwischen ist der Mauerpark ein beliebter Treffpunkt. Hier gibt es Grünflächen, Schaukeln und Spielplätze, die Jugendfarm Moritzhof, Graffiti-Flächen, aber auch einen großen Flohmarkt und regelmäßig Konzerte und die größte Karaoke-Veranstaltung der Stadt.

Mauerpark

Tipp: Entdeckt Berlin mit unserer ABOUT BERLIN App. Unser multimedialer City Guide führt euch an die Orte, an denen in Berlin Geschichte geschrieben wurde und  lässt historische Momente lebendig werden. Jetzt mit vielen neuen Touren und Highlights rund um den Mauerfall!

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Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Bevor sie in Berlin ihr Zuhause fand, berichtete sie als Korrespondentin und Trendscout aus den USA. Heute ist sie kreuz und quer in Berlins Kiezen unterwegs und beschäftigt sich mit Kultur, Musik und Zukunftsideen für ein innovatives Berlin.