Zwischen Seeidylle und Street Art, Dorfanger und UNESCO-Architektur zeigt sich Reinickendorf überraschend vielfältig. Im Norden Berlins treffen weite Landschaften auf visionäre Wohnkonzepte der Moderne, spirituelle Rückzugsorte auf urbane Murals, ländliche Idylle auf maritimes Flair. Hier könnt ihr morgens am Wasser entlangspazieren, mittags internationale Kunst im öffentlichen Raum entdecken und nachmittags durch Naturschutzgebiete oder historische Dorfkerne streifen. Lest unsere 11 Tipps für und lasst euch überraschen.
Noch ein Tipp: Wenn ihr noch mehr Infos zu Reinickendorf haben möchtet und euch individuelle Touren zusammenstellen wollt, dann schaut in unsere Going local Karte - die Kiezübersicht für Berlin.
Tipp 1: Unternehmt besinnliche Spaziergänge an der Greenwichpromenade
Ebenfalls am Tegeler See gelegen ist die Greenwichpromenade, die mit allerlei Gastronomiebetrieben und Freizeitangeboten maritimes Flair in die Hauptstadt bringt. Von der Dampferstelle starten hier Schiffstouren über den See und die Havel und eine kleine rote Telefonzelle erinnert an die Partnerschaft von Reinickendorf und dem Namensgeber der Promenade: den Londoner Stadtteil Greenwich. Der Fußweg der Promenade ist mit Basalt-Kopfsteinpflaster eingefasst und beim richtigen Wetter könnt ihr hier beinahe mediterranes Feeling genießen. Im Sommer ist es auch nicht verkehrt, Bademode mit in eure Ausflugstasche zu packen!
Wann: Rund um die Uhr
Wo: Greenwichpromenade, Tegel
Tipp 2: Staunt im Artpark Tegel – Berlins höchster Open-Air-Galerie
Bis zu 42 Meter ragen die farbengewaltigen Murals im Artpark Tegel in den Himmel – und machen Reinickendorf zu einer spektakulären Freiluftgalerie. Acht Hochhäuser nahe dem Tegeler See wurden von internationalen Street-Art-Stars wie Jim Avignon, The London Police oder Fintan Magee gestaltet. Seit 2015 wächst das Projekt ONE WALL, initiiert von der Stiftung Berliner Leben und dem URBAN NATION Museum, und bringt Kunst direkt ins Wohnviertel. Schlendert von Wand zu Wand und entdeckt, wie Urban Art hier Nachbarschaft und Weltkunst verbindet.
Insider-Tipp: Ihr erreicht den Artpark Tegel von der Greenwich Promenade mit einem Spaziergang entlang des Borsigdamms. Oder ihr steigt an der U6 Holzhauser Straße aus und erkundet die Murals zu Fuß.
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Wann: Ganzjährig, ganztägig
Wo: Nähe Borsigdamm / Kamener Weg, Berlin-Tegel (Reinickendorf)
Tipp 3: Lasst bei einem Spaziergang am Tegeler Fließ die Seele baumeln
Der Tegeler See ist nicht das einzige beliebte Gewässer im Norden der Stadt, auch das Tegeler Fließ verzaubert jährlich tausende Spaziergänger:innen und Naturliebhaber:innen. Der kleine Bach fließt durch eines der schönsten Naturschutzgebiete Berlins, das Tegeler Fließtal, in dem ihr eine artenreiche Wasservegetation, vielfältige Wiesenlandschaften und sogar Wasserbüffel bewundern könnt. Wer also denkt, man müsse weit fahren, um in der Hauptstadt einen Hauch Landluft schnuppern zu können, hat sich geirrt. Berlin-Reinickendorf schafft auch mit dem Tegeler Fließ bei so mancher Frischluft-Sehnsucht Abhilfe!
Wann: Rund um die Uhr
Wo: Verschiedene Wandermöglichkeiten, beispielsweise Nähe des Waidmannsluster Damms
Tipp 4: Genießt das ländliche Flair des Dorfes Lübars
Am nördlichen Rand Reinickendorfs schlummert in ländlicher Idylle das Dorf Lübars. Als einziges noch vollkommen erhaltenes Dorf Berlins bewahrt es den pastoralen Ursprung der heute so lebendigen Großstadt. Wer hierher kommt, vergisst schnell, dass nur wenige Bahnstationen weiter südlich Bundestag und Hochhäuser beheimatet sind. Denn auch heute noch konzentriert sich Lübars auf Pferdehaltung. Die Tiere könnt ihr auf Spaziergängen durch die umgebende Weidelandschaft beim Grasen beobachten. Wem dann der Sinn nach einem rustikalen Abschluss des Ausfluges steht, ist im alten Dorfkrug bestens aufgehoben. Für diejenigen, die mehr Action brauchen, gibt es unter "Freizeitparks in Lübars und Tegel" Vorschläge für einen aufregenden Nachmittag.
Wann: Rund um die Uhr
Wo: Lübars, Reinickendorf
Freizeitparks in Lübars und Tegel
Tipp 5: Lasst im Buddhistisches Haus spirituelle Ruhe einkehren
Im Reinickendorfer Stadtteil Frohnau befindet sich in besinnlicher Stille das Buddhistische Haus in einem ebenso besinnlichen Garten. Das zwischen 1922 und 1924 für die Buddhistische Gemeinde errichtete Haus wacht am Ende einer 73-stufigen Treppe über sein Reich und lädt euch dazu ein, den Lärm und die Hektik der Großstadt hinter euch zu lassen. Das Buddhistische Haus gilt als eine der wichtigsten Kultstätten Westeuropas und ist das Berliner Zentrum für die buddhistische Religion. Neben den imposanten Buddha-Statuen, dem Tempel und dem Garten wartet hier auch eine Bibliothek auf euch. Zusätzlich zu Meditationskursen werden viele Führungen und Vorträge angeboten, denen ihr kostenfrei beiwohnen könnt.
Wann: Dienstag von 9 bis 17 Uhr, Mittwoch bis Sonntag von 9 bis 18 Uhr
Wo: Edelhofdamm 54, Hermsdorf
Mehr Informationen zum Buddhistischen Haus
Tipp 6: Flaniert durch die Gartenstadt Frohnau – Berlins grüne Villenidylle
Frohnau wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als Gartenstadt geplant und feiert dieses Jahr 150-jähriges Jubiläum. Bis heute begeistert das Viertel mit geschwungenen Straßen, altem Baumbestand und eleganten Landhäusern. Rund um den Zeltinger Platz und den Ludolfingerplatz entdeckt ihr charmante Cafés, kleine Läden und beeindruckende Villen im Landhausstil. Selbst der Jugendstil-Bahnhof ist ein architektonisches Highlight. Nehmt euch Zeit, die Details der Häuser zu entdecken, und lasst euch treiben.
Tipp: Spaziert von den zentralen Plätzen durch die angrenzende Stolper Heide. So erlebt ihr die Gartenstadt-Idee in ihrer ganzen Weite. Auch das Buddhistische Haus am Edelhofdamm ist von der Gartenstadt nur einen kurzen Spaziergang entfernt.
Wann: Ganzjährig, ganztägig
Wo: Zeltinger Platz & Ludolfingerplatz, Berlin-Frohnau (Reinickendorf)
Tipp 7: Entdeckt die Weiße Stadt – UNESCO-Welterbe der Moderne
Klare Linien, strahlend weiße Fassaden und visionäre Architektur: Die Weiße Stadt in Reinickendorf ist ein echtes Highlight der Berliner Moderne. Zwischen 1929 und 1931 entstanden hier über 1.200 Wohnungen – geplant von Otto Rudolf Salvisberg, Bruno Ahrends und Wilhelm Büning. Das Herzstück ist das spektakuläre Brückenhaus, das wie ein Wohnriegel über der Aroser Allee schwebt. Beim Spaziergang durch die Siedlung entdeckt ihr expressionistische Details, farbig abgesetzte Fensterrahmen und großzügige Grünflächen, die schon damals das Miteinander förderten. Breite Straßen zeigen außerdem: Hier wurde Stadtplanung erstmals auch fürs Automobil gedacht – ein spannender Blick in die Zukunftsvisionen der 1920er Jahre. Seit 2008 gehört die Weiße Stadt zu den sechs UNESCO-Welterbe-Siedlungen der Berliner Moderne.
Tipp: Startet eure Erkundungstour an der U-Bahn-Station Paracelsus-Bad und lauft entlang der Aroser Allee bis zum Brückenhaus – von hier habt ihr den ikonischsten Blick auf das Ensemble.
Wann: Ganzjährig, ganztägig
Wo: Aroser Allee / Schillerpromenade, Berlin-Reinickendorf
Tipp 8: Shoppt beim Sawade Werksverkauf
Beim Sawade Werksverkauf geht es dann gleich weiter im Text: Hier erwartet euch ein ähnliches Programm – Produkte zum halben Preis, Riesenauswahl, Shoppingspaß – nur dreht sich hier in Berlin-Tegel alles um die Praline. Und zwar nicht um irgendeine: Der Pralinenfabrikant Swade ist bekannt für feinste handgemachte Pralinen und Trüffel. Der Gedanke, dass diese Schätze wegen Überproduktion oder kleiner Schönheitsfehler auf dem Müll landen könnten, ist kaum zu ertragen. Geht also auf Rettungsmission und deckt euch und eure Liebsten mit den Leckerbissen ein! Geht also auf Rettungsmission und deckt euch und eure Liebsten mit Leckerbissen ein!
Wann: Montag bis Freitag von 10 bis 18 Uhr, Samstag von 9:30 bis 14 Uhr
Wo: Wittestraße 26d, Reinickendorf
Tipp 9: Schnuppert mit Wildschwein und Co. frische Luft
Wer nach etwas mehr Idylle sucht, ist im Norden der Stadt genau richtig. Denn in Reinickendorf liegt der Tegeler See und nicht weit von seinen Ufern wartet ein ganz besonderer Schatz auf euch: Das Wildgehege im Tegeler Forst, das als einer der schönsten Wildparks Berlins gilt. Ein etwa 2,5 Kilometer langer Waldpfad führt euch vorbei an Wildschweinen, Rotwild, Muffelwild und anderen Waldbewohner:innen. Für die neugierigen Besucher:innen stehen Infotafeln und Automaten bereit, aus denen ihr euch Tierfutter holen könnt. Besonders für Kinder ist das Wildgehege im Tegeler Forst ein echtes Abenteuer. Aber dem Charme der Wildschweine kann auch sonst keiner widerstehen! Wer mehr vom schönen Reinickendorf sehen und erleben möchte, kann sich gerne unter "Weiteres für einen Ausflug nach Reinickendorf" umschauen.
Wann: Rund um die Uhr geöffnet
Wo: Schwarzer Weg 17, Tegel
Tipp 10: Genießt einen Tag am Tegeler See
Lasst euch den Wind um die Nase wehen und entdeckt einen der schönsten Orte im Norden Berlins: den Tegeler See. Mit 4,6 Quadratkilometern ist er der zweitgrößte See der Stadt – und ein echtes Freizeitparadies. Von der Greenwich-Promenade steigt ihr direkt auf einen Dampfer zur Rundfahrt rund um die sieben Inseln. Oder ihr leiht euch ein Kanu oder SUP-Board und erkundet die versteckten Buchten auf eigene Faust. Im Norden des Sees erwartet euch die „Dicke Marie“, Berlins älteste Eiche mit rund 900 Jahren – ein echtes Naturdenkmal! Auch die Halbinsel Reiherwerder mit der Villa Borsig und die Wildgehege der Revierförsterei laden zu kleinen Abenteuern ein.
Wann: Ganzjährig, je nach Aktivität
Wo: Greenwichpromenade, Berlin-Tegel (Reinickendorf)
Tipp 11: Besucht das Museum der Berliner Feuerwehr
Habt ihr euch auch schon immer gefragt, wie der Arbeitstag bei der Feuerwehr wirklich aussieht? Im Feuerwehrmuseum gehen nicht nur Kindheitsträume in Erfüllung, auch für Erwachsene ist der Rundgang informativ und aufregend. Brände löschen ist nämlich nur ein Bruchteil des Aufgabenbereiches der Feuerwehr. Ein unübersehbares Highlight: Der knallgelbe Feuerwehrhubschrauber Christoph 31, der vor dem Museum auf einem Podest steht. Alle Informationen zur Feuerwehr bekommt ihr im Archiv, in dem die Jahresberichte seit dem Jahr 1879 aufbewahrt sind. Ob Geschichte, Geräte oder Technik: Nach einem Besuch im Feuerwehrmuseum, seid ihr einsatzbereit!
Wann: Dienstag bis Donnerstag von 9 bis 16 Uhr, Freitag und Samstag von 10 bis 14 Uhr
Wo: Veitstraße 5, Tegel
