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Die Geheimnisse von Berlin

Was ihr immer schon über Berlin wissen wolltet, aber bisher nicht zu fragen wagtet

U-Bahnhof Kurfürstendamm in Berlin
U-Bahn Kurfürstendamm © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Einige springen sofort ins Auge, andere irritieren erst beim zweiten Blick: Kleine Merkwürdigkeiten mitten im Alltag, mitten in der Stadt. Warum steht da plötzlich ein asiatischer Pavillon am Potsdamer Platz? Warum führen rosa Rohre über jede zweite Straße in Berlin? Und was sind das für verlassene Orte, die offenbar niemand mehr nutzt, die aber noch das Stadtbild Berlins prägen?

Wir haben sie gelüftet – die Geheimnisse von Berlin. Denn Berlin ist immer mehr, als ihr auf den ersten Blick seht - Berlin ist immer Berlin. Auch das.

Übrigens haben wir für euch noch zahlreiche weitere Geheimtipps für Berlin zusammengestellt.

Der Pavillon am Potsdamer Platz


Eines Tages stand er da, wie aus dem Nichts, dort, wo der Potsdamer Platz und der Tilla-Durieux-Park sich treffen: Ein kleiner Pavillon aus buntem Holz. Lange umrahmte ihn ein Bauzaun, der dem Ganzen einen trostlosen Anstrich verlieh. Der ist zum Glück weg. Und nun gibt es eine Infotafel an den Mauerstücken, die das Geheimnis lüften: Das Koreanische Kulturzentrum hatten einen „Pavillon der Einheit“ aufgestellt, der den Wunsch nach einer Wiedervereinigung Koreas darstellt.

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Kaninchen auf der Chausseestraße?

Sind sie euch schon mal aufgefallen, die goldenen Häschen, die über die Chausseestraße in Mitte hoppeln: Die rund 50 Messing-Kaninchenplatten sind bereits 17 Jahre alt: Sie wurden auf Berlins Straßen angebracht, um an den Todesstreifen zwischen Osten und Westen zu erinnern oder besser gesagt: an dessen Bewohner.

Denn der Mauerstreifen war voller Leben – auf der manchmal 100 Meter breiten Schneise lebten tausende Stadthäschen, welche beim Mauerbau gleich mit eingemauert wurden. Ungestört konnten sie jahrelang auf dem Grasstreifen mümmeln, sicher bewacht von Grenzsoldaten, hohen Mauern und Stacheldrahtzäunen. In diesem ökologischen Mikrokosmos vermehrten sie sich so prächtig, dass sie schließlich zur Plage wurden und ihre Tunnel beinahe die Mauer zum Einsturz brachten. Was folgte waren Gifteinsätze, verdorrtes Gras und ein Hasen-Schießbefehl. Die dramatische Geschichte der Mauerkaninchen ist bis heute unvergessen. Der Oscar-nominierte Dokumentarfilm „Mauerhasen“ verarbeitete 2009 ihr Schicksal. Und noch heute erinnern die goldenen Plättchen auf den Straßen daran, wie sich nicht nur das Leben der Menschen durch die Mauer für immer veränderte.

Mehr über die Berliner Mauer

Die verschwundenen Hausnummern

Nicht nur hat der Kurfürstendamm die merkwürdige Berliner Zählweise mit den geraden Hausnummern auf der einen und den ungeraden auf der anderen Straßenseite, die jeden Zugezogenen erst mal in den Wahnsinn treibt. Nein, die Hausnummern 1 bis 10 und auch 77 bis 89 fehlen völlig. Wo sind sie nur hin? 1 bis 10 fielen einer Straßenumbenennung in den 20ern zum Opfer. Das Schicksal von Nummer 77 bis 89 ist heute ungeklärt.

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Yoga an Berliner Ampeln


Manchmal stehen wir Berliner verträumt an einer Ampel, warten auf Grün und schauen uns um. Das ist der Moment, wenn er uns unerwartet zum Lächeln bringt: der Street Yogi. Meistens nimmt das kleine Männchen aus Kork und Schaschlikspießen auf Straßenschildern Platz und zeigt uns Übungen aus dem Hatha-Yoga. Erfunden hat sie der Sportlehrer Josef Foos. Heute stehen weit mehr als 1.000 Street Yogis in Berlin – und neben Yoga spielen sie auch Fußball, klettern oder stricken.

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Rosa Röhren in Berlins Straßen


Manchmal stehen wir Berliner auch genervt an einer Ampel, warten auf Grün und schauen uns um. Kein Street Yogi bringt uns zum Lächeln, aber etwas bringt uns zum Grübeln. Riesige rosafarbene, manchmal auch blaue Röhren hängen über vielen Straßen. Und warum eigentlich? Sie leiten Grundwasser von Baustellen in die Spree. Und da es in Berlin immer irgendwo Baustellen gibt, sind die rosa und blauen Röhren sehr präsent im Stadtbild. Und die größte rosa Röhre ist übrigens der „TUB Umlaufkanal“ der TU Berlin. Da ist die rosa Röhre sogar zum Architektur-Highlight geworden.

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Wer sitzt da im Kino Babylon?

Da sitzt er im großen Kinoaal des Babylon Babylon, ziemlich weit vor und mitten in der Reihe und zieht gemütlich an der Zigarre. Es ist der legendäre Berliner Filmemacher Ernst Lubitsch, besser gesagt, seine Statue.
In den Neunziger Jahren saß die Figur im Schöneberger Kino Notausgang, das bekannt war für seine Aufführungen von Screwball Comedies und anderen alten Filmen und dessen Name heute noch die Augen Berliner Cineasten zum Leuchten bringt. Nach der Schließung zog die Staue um in das Museum für Film und Fernsehen und blickte von einem Fenster aus das Treiben im Sony Center. Jetzt ist wie sie wieder da, wo sie hingehört – im Kino.

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Und dieses eigenwillige Gebäude in Steglitz?


Und was hat eigentlich mit dem Bierpinsel auf sich? Mitten in Steglitz an der Einkaufkauflsstraasse Schlossstraße steht ein Hochhaus im retro-futuristische Stil.  Als es 1976 als Turmrestaurant Steglitz eröffnete, war es modern und trendy, heute sind die besten Tage lange vorbei. Der 47 Meter hoher Turm beherbergte Restaurants und Kneipen, daher der Name Bierpinsel. Längst sind alle Mieter raus, die Neueröffnung lässt sich auf sich warten. Immerhin leuchtet seit 2010 der ehemals rote Turm im bunten Street Art-Look.

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Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

Kommentare

Danke, interssant für mich als Berlin Fan.

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