Direkt zum Inhalt
Bootsfahrt an der Oberbaumbrücke
Berlins offizielles Tourismusportal

11 Rock Legenden in Berlin

Auf den Spuren von Berlins Musik- und Subkultur

Ramones Museum
Ramones Museum Berlin © RAMONES MUSEUM BERLIN, Foto: Erik Weiss

Berlin ist immer ein bisschen lauter, wilder, schneller - oder will es zumindest gewesen sein. Mit Sicherheit war die einst geteilte Stadt in den 1970er und 1980er Jahren Magnet und Anziehungspunkt für Untergrund-Kultur, für Punk, für Rock und alle die irgendwie ihre überschüssige Energie ausleben wollten. Noch immer hat Berlin den Ruf als Ort für kreative Freiheit. Und auch wenn es nicht mehr ganz so kracht, die Sehnsucht bleibt. Deshalb haben wir uns für euch auf Spurensuche begeben und stellen euch hier 11 Rock Legenden vor. So rockt euer Berlin-Besuch!

Bitte zeigt Verantwortung, tragt eure Masken und haltet euch an die Hygienevorschriften der Veranstalter. Nur mit eurer Unterstützung bleibt  Berlin - mit A b s t a n d - am besten!

Tipp 1: David Bowie und Iggy Pop

We can be heroes, just for one day.” 1976 zog David Bowie nach Berlin, um der Alkohol- und Drogenszene in Los Angeles und seiner eigenen Heroin-Sucht zu entkommen. Mit Iggy Pop lebte er drei Jahre lang in demselben fünfstöckigen Apartmenthaus in der Hauptstrasse 155 in Schöneberg. Zuerst wohnten beide gemeinsam im Vorderhaus, dann warf Bowie seinen Freund raus und Iggy zog in das Gebäude im Hinterhof.

Beide besuchten Clubs wie Anderes Ufer (heute: Neues Ufer)SO36, die Paris Bar, und die legendären Hansa Studios. Hier schrieb Bowie seinen Hit „Heroes“, nahm das gleichnamige Album sowie "Low" auf und unterstützte Iggy Pop bei den Aufnahmen zu "The Idiot" und "Lust for Life". Häufig werden Bowies Zeit in Berlin die drei Alben „Low“, „Heroes“ und „Lodger“ zugeschrieben, die als Berliner Triologie in die Musikgeschichte eingingen. Allerdings entstand "Lodger" in der Schweiz und in den USA entstand. 1981 kehrte Bowie nochmals in die Hansastudios zurück und arbeite an der Bertolt Brecht EP "Baal". Wer mehr über Bowies Zeit in Berlin erfahren möchte, findet bei Musictours Berlin verschiedene Touren.

Wo: Hauptstrasse 155, Schöneberg

Tipp: BOWIE - Lesung, Musik & Bilder

Tipp 2: Hansa Studios

Neben David Bowie und Iggy Pop produzierten auch Depeche Mode mehrere Alben, etwa „Construction Time Again“ (1983), U2 „Achtung Baby“ (1991), Nick Cave mit und ohne The Bad Seeds, Marillion „Misplaced Childhood“ (1985), Real Life „Send Me An Angel“ (1983), Falco und viele andere international erfolgreiche Rock- und Popgrößen in den Studios. Auch Opern und Filmmusik-Kompositionen wurden hier aufgenommen. Die legendären Hansa Studios mit dem beeindruckenden Meistersaal und dem mit italienischem Marmor verkleideten Marble Room sind heute noch für Aufnahmen buchbar. Berlin Music Tours bieten Führungen durch die Studios an.

Wo: Köthener Straße 38, Kreuzberg

Tipp: Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Albums von Metallica "S&M2", das die Band vergangenen August mit der San Francisco Symphony live in San Francisco aufgenommen hat, verlost radioeins eine limitierte Violine mit Metallica-Schriftzug. Einfach auf einem beliebigen Instrument "Nothing Else Matters" spielen und Video einsenden.

Metallica Geige gewinnen

Tipp 3: Ramones Museum

„Hey Ho, let’s go“. Ein Muss für alle Ramones Fans: Seit er 1990 sein erstes Konzert besucht, ist Flo Hayler der Punkband verfallen. Er sammelt Tickets, Poster, T-Shirts, sogar Kleidungsstücke der Bandmitglieder. Heute könnt ihr den Fundus mit über 500 Kultobjekten aus der Zeit der Ramones in Kreuzberg besichtigen und in die Geschichte der Punkrock-Band aus Queens, NY, eintauchen. Im Café gibt’s Frühstück, Koffein und natürlich Bier und Shots.

Wo: Oberbaumstraße 5, Kreuzberg

Mehr zum Ramones Museum

Tipp 4: Hardrock Café

"Downtown anywhere in the USA. You can find yourself a Hard Rock Cafe", sang einst Carole King. Doch seit 1971 das erste Hardrock Café in einer Rolls Royce Händlerbetrieb in London eröffnete, hat sich einiges getan. Die Zweigstelle am Berliner Ku’damm ist eine von 181 Filialen in 73 Ländern. Hier diniert ihr zwischen goldenen Platten und signierten Gitarren: Burgers, Fries, aber auch internationale und vegetarische Gerichte.

Wo: Kurfürstendamm 224, Charlottenburg

Hardrock Café

Tipp 5: Nico - Chelsea Girl

„And what costume shall the poor girl wear. To all tomorrow’s parties?“ Berühmt wurde Sie in den USA. Aber ursprünglich kommt Andy Warhols Chelsea Girl mit der dunklen Aura aus Berlin. Bevor Nico, die eigentlich Christa Päffgen hieß, mit ihrer tiefen Stimme als Sängerin von Velvet Underground zur Ikone wurde, verkaufte sie Dessous im Kaufhaus des Westens KaDeWe und modelte nebenbei. Sie starb am 18. Juli 1988 auf Ibiza an einem Herzinfarkt während einer Fahrradtour. Begraben liegt Nico auf dem Friedhof Grunewald-Forst, ganz hinten in der vorletzten Reihe gleich neben ihr Mutter, Grab Nummer 82.

Wo: Havelchausse 92 b, Charlottenburg-Wilmersdorf

Friedhof Grunewald-Forst

Tipp 6: Rio Reiser

„Macht kaputt, was euch kaputt macht.“ Rio Reiser war die Stimme der Hausbesetzer, der linken Rebellen: 1967 kam der damals 17-jährige nach Berlin und wurde erst mit seiner Band Ton Steine Scherben, dann als Solokünstler zu einem der ersten systemkritischen deutschsprachigen Texter und Sänger. Er besang die BVG, den Mariannenplatz, erlebt die Studentenrevolten der 1960er, den Mord an Benno Ohnesorg, textet für eine gerechtere Welt und verleiht seiner Wut auf das Etablissement hinter dem Mikrofon Ausdruck.

Reiser starb 1996 in Fresenhagen in Nordfriesland. Sein Haus dort könnt ihr tatsächlich als Ferienwohnung mieten. In Berlin erweisen ihm seine Fans auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof die letzte Ehre. Tipp: Für den Rio Reiser Songpreis könnt ihr euch bis Ende 2020 bewerben

Wo:  Großgörschenstraße 12-14, Schöneberg

Alter St. Matthäus-Kirchhof

Tipp 7: ufaFabrik

Heute versteht sich die ufaFabrik als ökologische Kulturoase. Neben verschiedenen Bühnen und Räumlichkeiten, die für Konzerte und Theateraufführungen, aber auch Workshops sowie Freizeit- und Bildungsangebote genutzt werden, findet ihr hier einen Kinderbauernhof, Übernachtungsmöglichkeiten, einen LPG-Laden sowie das nette Café Olé. Spannend sind die Projekte für ökologisches Bauen, wie etwa die Dachbegrünung. Früher übten auf dem Gelände der alten UFA-Filmstudios verschiedene Bands, unter anderem Tangerine Dream, bis die Gebäude 1978 vom Bezirksamt geräumt wurden. Kurz darauf besetzten alternative Kultur- und Rockgruppen das ufaGelände und machten es zur Fabrik für Kultur, Sport und Handwerk.

Wo: Viktoriastraße 10-18, Tempelhof

Mehr zur ufaFabrik

Tipp 8: Metropol

Im Metropol am Nollendorfplatz wird seit über 100 Jahren gefeiert. Über die Jahre war es Theater, Club, Kino und später auch die angesagteste Disco Deutschlands. Hier befeuerte Westbam mit 130 Beats pro Minute Berlins Ruf als Techno-Clublegende. In den 1980ern spielten hinter den Fassaden Jugendstilbaus am Nollendorfplatz aber auch Rocklegenden wie David Bowie oder Nina Hagen, die Ärzte oder die Einstürzenden Neubauten. Ab September 2020 sollen auch wieder Live-Konzerte stattfinden.

Mehr zum Metropol

Tipp 9: Paul's Boutique

Wenn ihr noch nach den richtigen Klamotten sucht, um euren Berlinbesuch so richtig zu rocken, dann seid ihr in Paul's Boutique genau richtig. Im Jahr 2000 als Experiment gegründet hat sich das Konzept des nach dem Beastie Boys Album benannten Vintage-Shop mittlerweile so sehr bewährt, dass die Gründer weitere Second-Hand Boutiquen eröffneten. Jeder Laden hat ein eigenes Konzept. In der original Paul's Boutique findet ihr Jeans, T-Shirts und Sneaker – natürlich nur von der coolsten Sorte.

Wo: Oderberger Straße 47, Mitte

Paul's Boutique

Tipp 10: Dodo Beach East

Bis 2018 als Vopo Records bekannt, lässt heute das Dodo Beach die Herzen von Vinyl Fans höher schlagen. Schwerpunkte sind 60ies Beats, Jazz-Klassiker, Punk, Hardcore und Metal. Fans von ganz harter Musik kommen im Metal Dungeon des Schöneberger Ladens auf ihre Kosten. Immer wieder finden auch Instore-Gigs statt. Aktuell ist es etwas ruhiger. Schaut einfach mal auf die Laden-Website.

Wo: Danziger Straße 31, Prenzlauer Berg und  Vorbergstraße 8, Schöneberg

Tipp 11: Nina Hagen

„Auf m Bahnhof Zoo, im Damen-Klo“. In ihren Liedern beschrieb die Nina Hagen das Lebensgefühl Berlins der 1970er und 1980er. Die „Godmother of Punk“ ist aus dieser Zeit nicht wegzudenken. Mit den Musikern der legendären Politrockband „Lokomotive Kreuzberg“ spielte sie zwei Alben ein. Das zweite, „Unbehagen“, bereits räumlich und zeitlich getrennt. Die vier Musiker machten als Spliff Karriere. Hagen sang solo weiter, schauspielerte, lebte zwischenzeitlich in den USA und bezieht heute regelmäßig auf Facebook Stellung.

Mehr zum Bahnhof Zoo

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.

Kommentare

Neuen Kommentar hinzufügen