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E-Werk Berlin - Clubszene unter Strom

Starke Geschichten aus Berlin

ewerk
© ewerk, Foto: Juliane Eirich

Mit Mut und Humor hat es Berlin schon durch so manche Krise geschafft. Deshalb haben wir für euch einen Blick auf die vergangenen 600 Jahre Geschichte geworfen und dabei viele heitere und starke Geschichten entdeckt, die unverwechselbar sind für Berlin, für Berlinerinnen und Berliner. Lasst euch inspirieren und ein bisschen stärken. 

Einst ging hier in der großen Halle Laurent Garnier in die Knie. So beindruckt war der französische DJ und Technoproduzent von dem Areal im E-Werk, dass er gefleht haben soll, hier bestattet zu werden. Wie so viele leerstehende Bauten der Industriekultur wurde das E-Werk nach dem Mauerfall zur Kulisse für Berlins wilde Partykultur – und zählte in den 90ern bald zu den besten Clubs weltweit.

In den 90er Jahren steht im E-Werk das „Who is Who“ der Technowelt an den Plattentellern: Die Urväter der Detroiter Szene um Derrick May, Juan Atkins und Kevin Anderson genauso wie die englische Elite um Carl Cox. Aber auch Sven Väth, DJ Hell und Paul van Dyk legen auf. Zu den Residents zählten Terry Belle, Jonzon, Clé und natürlich Westbam, der mit immer schnelleren Beats per Minute den Puls der Clubszene an den Siedepunkt bringt. Kurz, in dem ehemaligen Elektrizitätswerk, das einst den Strom für die erste elektrische Straßenbahn in Berlin liefert, pulsiert der Zeitgeist der Berliner Subkultur wie nirgendwo sonst.

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1992 entdeckt Andreas Rossmann, Teil der Planet Club Crew, das E-Werk, das bis 1991 noch als Depot für Straßenlaternen genutzt wird. Im bitterkalten Februar 1993 findet die erste Party statt, mit harten Beats und offenen Feuerinstallationen, die man eher in der New Yorker Bronx erwarten würde, als mitten in Berlin. Der so genannten Evidence Party folgen weitere, etwa TWIRL, die Dubmission und auch viele Sonderformate, etwa zur Berliner Loveparade. Prodigy spielen hier zum MTV European Music Award 1994. Alles scheint möglich: vom Massive Attack-Konzert bis zum Versace Gala Dinner. Katharina Thalbach inszeniert gemeinsam mit Christoph Hagel sogar eine Aufführung von Don Giovanni.

4000 Gäste tanzen zum Abschied

Im E-Werk werden gerne mal Grenzen überschritten. Legendär ist die Geschichte von Supermodel Naomi Campbell, die von der Toilettenfrau wegen „illegaler Praktiken“ an den Haaren aus der Toilettenkabinen geschleift wird. Dem Ruf des E-Werks tut dies keinen Abbruch, ganz im Gegenteil. Die Massen strömen so zahlreich in den Club in der Mauerstraße, dass viele an der Tür abgewiesen werden.

Zum Abschlussfest im Jahr 1997 tanzen 4000 Gäste drei Tage und Nächte. Heute verschmelzen im E-Werk Arbeiten, Wohnen und Feiern. Das E-Werk ist Eventlocation, bietet Büroflächen und 12 große Wohneinheiten. Außerdem nutzen die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) das E-Werk weiterhin zur Stromerzeugung, um die U-Bahnlinien 2 und 6 zu betreiben. Und Laurent Garnier? Der lässt sich noch lange nicht beerdigen und hostet seit 2018 eine Show auf Soundcloud, Titel: „What’s next!“

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Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.

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