Am zweiten Januarwochenende ist in Berlin das alltägliche Leben wieder eingekehrt. Die Restaurants haben geöffnet, die Menschen treffen sich wieder in den Bars und Kneipen, und auch die kulturellen Einrichtungen nehmen mit dem neuen Jahr Fahrt auf. Don Carlo versetzt die Deutsche Oper in Aufruhr, die Tanztage bringen dynamische Choreografien in die ganze Stadt und Thomas Ostermeiers Hamlet macht Shakespeare zu einer echten Berlin-Erfahrung.
Tipp 1: Startet auf den Tanztagen Berlin schwungvoll ins Jahr
In der diesjährigen Ausgabe der Tanztage haben Veranstaltende, Künstler:innen und Publikum gleich doppelten Grund zu feiern: das neue Jahr und den 30. Geburtstag des Festivals. Bis zum 24. Januar präsentieren euch die Tanztage Berlin 2026 in ihrem festen Zuhause, den Sophiensælen, sowie an vielen weiteren Locations in der ganzen Stadt zehn Arbeiten.
Mit dabei sind sieben Premieren sowie Workshops und Diskussionsformate, die euch einen Blick hinter die Kulissen freier künstlerischer Arbeit gewähren. Im Fokus der Ausgabe stehen Körper, Arbeit, Erschöpfung und Zusammenhalt. Die Tanztage laden ein, innezuhalten, hinzusehen und sich im wahrsten Sinne des Wortes bewegen zu lassen.
Wann: Diverse Veranstaltungszeiten
Wo: Verschiedene Veranstaltungsorte in ganz Berlin
Tipp 2: Werft einen letzten Blick auf da Vincis Abendmahl
An diesem Wochenende habt ihr die letzte Chance, Das Letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci als immersives Kunstwerk in der Parochialkirche zu erleben. Seit November und nur noch bis Sonntag ist das weltberühmte Gemälde hier als immersive 360°-Erfahrung zu sehen. Modernste Projektionen, eindrucksvolle Klangwelten und interaktive Räume lassen euch tief in das Bild, seine Figuren und den Kopf des Malers eintauchen. Herzstück ist ein originalgroßer Nachdruck des Gemäldes, ergänzt durch multimediale Inszenierungen, kreative Mitmachstationen und Angebote für Kinder.
Wann: Freitag und Samstag von 10 bis 20 Uhr, Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: Parochialkirche, Klosterstraße 67, Mitte
Tipp 3: Spaziert durch den Berliner Christmas Garden
An diesem Wochenende habt ihr ein letztes Mal die Gelegenheit, Berliner Weihnachtszauber zu erleben – zumindest, bis es dann Ende des Jahres wieder von Neuem losgeht. Im Süden der Stadt hat nämlich noch bis Sonntag der Christmas Garden im Botanischen Garten geöffnet. Euch erwartet ein 1,5 Kilometer langer Weihnachtsrundweg, Glühwein und gebrannte Mandeln im Zauber beeindruckender Lichtinstallationen.
Eingebettet in die vielfältige Natur des Botanischen Gartens, glitzern und funkeln weihnachtliche Kunstwerke um die Wette: Der Regenbogenraum, das Lebkuchenmännchen und der Tanz der Sterne sind nur einige Stationen auf dieser besonderen Reise.
Wann: Freitag und Samstag von 16:20 Uhr bis 22 Uhr, Sonntag von 16:20 bis 12 Uhr
Wo: Botanischer Garten Berlin, Königin-Luise-Straße 6-8, Dahlem
Tipp 4: Erlebt Jazz bei STOP OVER 4
Zum Jahresauftakt wird das Konzerthaus Berlin zum Labor für Jazz und Improvisation. Die Reihe STOP OVER 4 – Perspectives lädt euch hier am Wochenende zu drei kuratierten Konzertabenden ein. Mit Ingrid Laubrock, Julia Hülsmann und Christian Lillinger übernehmen prägende Stimmen der Szene die künstlerische Leitung und eröffnen persönliche Zugänge zu zeitgenössischem Jazz.
jedem der Abende erwartet euch ein Künstler:innen-Gespräch, bevor sich dann eine einmalige Klangwelt zwischen Experiment, Genregrenzen und freier Improvisation entfaltet. Freut euch auf Einblicke in aktuelle Strömungen und in die Vision des zukünftigen Zentrum under construction für Jazz in Berlin.
Wann: Freitag und Samstag um 18:15 Uhr
Wo: Konzerthaus Berlin, Am Gendarmenmarkt 2, Mitte
Tipp 5: Nehmt das Altern auf die leichte Schulter
Warum altern wir eigentlich – und wer hat das beschlossen? In Endlich wieder jung! nimmt sich Fil dieser Frage an und macht aus seinen Überlegungen einen ebenso schrägen wie klugen Abend im Mehringhof Theater. Der Ur-Berliner Kabarettist, Musiker und Zeichner denkt laut über Falten, Selbsttäuschung und gesellschaftliche Zumutungen nach – in pointierten Monologen und mit überraschend viel Musik. Zwischen Flügel, Gitarre und Notizbuch entsteht eine Mischung aus Kabarett- und Konzertabend. Hier erwartet euch zwar kein Anti-Aging-Rezept, dafür aber musikalische Unterhaltung für alle, die sich dem Älterwerden mit Humor stellen!
Wann: Freitag und Samstag um 20 Uhr
Wo: Mehringhof Theater, Gneisenaustraße 2A, Kreuzberg
Tipp 6: Lauscht dem Lärm des Lebens
Der Grimme-Preisträger Jörg Hartmann gehört zu den bekanntesten Gesichtern des deutschen Fernsehens – nicht zuletzt wegen seiner Rolle als Tatort-Kommissar. Mit Der Lärm des Lebens bringt er nun eine ganz persönliche Geschichte auf die Bühne des Schlosspark Theaters. Der Schauspieler erzählt von Eltern und Großeltern, vom Aufwachsen in Herdecke am Rande des Ruhrgebietes und den prägenden Momenten eines Lebens.
Tragische Erfahrungen – wie die Geschichte seiner gehörlosen Großeltern im Nationalsozialismus – stehen neben warmem Humor und skurrilen Anekdoten. Euch erwartet ein besonderer Abend über Herkunft und Erinnerung, der über Hartmanns persönliche Geschichte hinaus Symbolcharakter hat.
Wann: Samstag um 16 Uhr
Wo: Schlosspark Theater, Schloßstraße 48A, Steglitz
Tipp 7: Seht Hamlet in der Schaubühne
Schaubühne Berlin: Hamlet
Mit seiner Hamlet-Inszenierung erzählt Regisseur Thomas Ostermeier Shakespeares Drama als schonungslose Studie über Macht, Misstrauen und Identität – und feiert damit auf der ganzen Welt Erfolge. Im Zentrum steht Lars Eidinger als Hamlet, der zwischen Wahnsinn und Verzweiflung immer weiter den Halt verliert. Mit nur sechs Darsteller:innen, die die gesamten Rollen des Stücks übernehmen, verdichtet die Inszenierung das Geschehen zu einem intensiven Kammerspiel. Realität und Täuschung geraten dabei ständig ins Wanken – und machen Hamlet zu einer zeitlos aktuellen Reflexion über politische und persönliche Verantwortung.
Wann: Samstag und Sonntag um 19:30 Uhr
Wo: Schaubühne am Lehniner Platz, Kurfürstendamm 153, Wilmersdorf
Tipp 8: Erlebt Eva Ollikainen und Anna Vinnitskaya
In der Philharmonie Berlin kommen an diesem Wochenende zwei prägende Stimmen der internationalen Klassikszene zusammen. Die Finnin Eva Ollikainen dirigiert in dieser besonderen Gastveranstaltung das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin. Gemeinsam mit der russischen Pianistin Anna Vinnitskaya werden Rachmaninows erstes Klavierkonzert in fis-Moll sowie Bruckners Zweite Symphonie zum Leben erweckt. Innerhalb der Klassikszene gilt diese Kombination als ein Aufeinandertreffen musikalischer Giganten, die ihr euch besser nicht entgehen lasst.
Wann: Sonntag um 20 Uhr
Wo: Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Tiergarten
Tipp 9: Erlebt Don Carlo in der Deutschen Oper Berlin
Giuseppe Verdi bezeichnete Don Carlo als eines seiner kompliziertesten Werke. Im Laufe der Jahre entstanden fast sieben Versionen der Oper. Selbst vor der Uraufführung im Jahr 1867 musste Verdi noch kurzfristige Änderungen vornehmen, da die fünfstündige Oper manchen Besucher:innen schlicht zu umfangreich war. Ganz so lange müsst ihr bei Don Carlo in der Deutschen Oper nicht ausharren. Die Inszenierung von Marco Arturo Marelli erzählt Schillers düsteres Politikdrama über die Intrigen am spanischen Königshof in drei Stunden und mit beeindruckender Klangkraft. Die musikalische Leitung übernehmen Juraj Valčuha und Friedrich Praetorius.
Wann: Sonntag um 18 Uhr
Wo: Deutsche Oper, Bismarckstraße 35, Charlottenburg
Tipp 10: Startet bewusst in den Veganuary
Der Berliner Januar steht im Zeichen gesunder Ernährung. Unter dem Motto Veganuary lädt der erste Monat des Jahres dazu ein, Essgewohnheiten und Konsum zu überdenken und sich mit den umfangreichen veganen Angeboten der Stadt vertraut zu machen. Die Dichte an veganen Restaurants in Berlin ist einzigartig: vietnamesische Köstlichkeiten bei Ban Ban Kitchen, pflanzlicher Käse bei Frischhain oder zahlreiche vegane Bäckereien in der ganzen Stadt. Und für diejenigen unter euch, die neu ins vegane Leben starten, gibt es mit REWE – voll pflanzlich an der Warschauer Straße die perfekte Shopping-Adresse.
Wann: Den ganzen Januar
Wo: Diverse Orte in ganz Berlin
Tipp 11: Erlebt den Surrealismus
Neben der Dauerausstellung Surreale Welten hat die Sammlung Scharf-Gerstenberg mit der Sonderausstellung STRANGE! noch ein weiteres Highlight zu bieten. Statt den Anfängen der Bewegung in den 1920er Jahren erwarten euch hier surrealistische Werke aus den Jahren 1950–1990 aus den Sammlungen der Nationalgalerie.
Die Sammlung Scharf-Gerstenberg vereint über 250 Werke großer Künstler:innen unter einem Dach. Mit dabei sind Max Ernst, Hans Bellmer, René Magritte, Salvador Dalí oder André Masson. Nach eurem Ausflug in die Welten des Surrealismus könnt ihr eure Eindrücke im hauseigenen Café Kunstpause Revue passieren lassen.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr
Wo: Sammlung Scharf-Gerstenberg, Schloßstraße 70, Charlottenburg
