
Das Musikfest steht in den Startlöchern, die Berliner Philharmoniker geben ihr Saisoneröffnungskonzert und das Atonal 25 bringt die Bühnen der Stadt mit experimenteller Klangkunst zum Klingen. Auch jenseits aufregender Klangwelten haben wir viele spannende Veranstaltungen für euch – von Kunst, über Museen bis hin zu Filmkultur.
Tipp 1: Verbringt eine lange Augustnacht in den Museen der Stadt

An diesem letzten Augustwochenende verabschieden sich auf der Langen Nacht der Museen mehr als 75 Berliner Kulturinstitutionen vom Sommer – und zwar im Zeichen der Liebe. Denn die diesjährige Ausgabe läuft unter dem Titel Eine Lange Nacht über die Liebe und lädt euch ein, das höchste aller Gefühle in zahlreichen Ausstellungen und in all seinen Facetten zu erkunden.
Mit dabei sind die Ausstellung Aus Liebe zur Fotografie im Museum für Fotografie mit Werken von Rico Puhlmann, eine Figurentheater-Performance zu Shakespeares Liebes-Sonetten im Puppentheater-Museum sowie die schönsten Liebesgeschichten des Königshauses im Schloss Charlottenburg. Bis 2 Uhr morgens könnt ihr von in den teilnehmenden Museen spannende Führungen, Performances und vieles mehr erleben. Vier Shuttlebus-Linien unterstützen euch beim Museums-Hopping.
Tipp: Mehr spannende Tipps zur Langen Nacht der Museen und rund um die Liebe in Berlin hört ihr in unserem Podcast Berlin Unboxed.
Wann: Samstag von 18 bis 2 Uhr (Kinderprogramm von 16 bis 22 Uhr)
Wo: Diverse Veranstaltungsorte in ganz Berlin
Tipp 2: Kommt zum Eröffnungskonzert des Berliner Musikfests

Das Musikfest Berlin lädt am Samstagabend zu seinem feierlichen Eröffnungskonzert in der Philharmonie ein. Das Royal Concertgebouw Orchestra macht unter der Leitung von Klaus Mäkelä den Auftakt und bringt euch mit Rendering von Luciano Berio ein ganz besonderes Musikstück zu Gehör: Der italienische Komponist, der in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert hätte, vollendete in Rendering die fragmentarisch überlieferte 10. Symphonie von Franz Schubert. Diese einzigartige Verbindung von Romantik und Moderne wird durch Béla Bartóks Konzert für Orchester ergänzt. Schnappt euch schnell ein Ticket, denn erfahrungsgemäß ist dieser Abend ein Publikumsmagnet!
Wann: Samstag um 19 Uhr
Wo: Großer Saal der Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Tiergarten
Tipp 3: Reist bei den UFA Filmnächten ins Berlin der Weimarer Republik

Die UFA Filmnächte auf der Museumsinsel sind ein alljährliches Highlight der Berliner Kinolandschaft und verbinden zeitlose Filmkunst mit Livemusik unter freiem Himmel. Auf dem Programm stehen an diesem Wochenende drei herausragende Stummfilme aus der Zeit der Weimarer Republik: Varieté (1925) mit Emil Jannings, Der Rosenkavalier (1925), mit der von Richard Strauss komponierten Filmmusik sowie am Freitagabend eine digital restaurierte Fassung von Der Sträfling aus Stambul.
Für die musikalische Begleitung sorgen auch in diesem Jahr das Metropolis Orchester Berlin, die UFA-Syncopators Küspert & Kollegen sowie der mehrfach für einen Grammy nominierte Instrumentalist und Komponist PC Nackt. Freut euch auf eine filmische Zeitreise in die Goldenen Zwanziger!
Wann: Freitag um 21 Uhr
Wo: Museumsinsel Berlin, Bodestraße, Mitte
Tipp 4: Letzte Chance - Bestaunt Yoko Onos Lebenswerk im Gropiusbau

Nach über 90 Lebensjahren kann die Künstlerin Yoko Ono auf über sieben Jahrzehnte künstlerischen Schaffens zurückblicken – und damit auf eine Werkliste, die über 200 Arbeiten umfasst. Zu Ehren dieses monumentalen Lebenswerks wurde in Zusammenarbeit mit der Tate Modern und der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen die Ausstellung MUSIC OF THE MIND ins Leben gerufen. Ihr könnt sie an diesem Wochenende letztmals im Gropius Bau besuchen.
Besonders beeindruckend wird hier der interdisziplinäre Ansatz von Onos Schaffen in den Mittelpunkt gerückt, das vor keiner Kunstform Halt gemacht hat: Von Skulpturen, Installationen, Partituren über Filmausschnitte bis hin zu Musikstücken könnt ihr hier Yoko Onos ganze Bandbreite erleben.
Wann: Freitag von 12 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr
Wo: Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg
Tipp 5: Erlebt experimentelle (Klang-)Kunst auf dem Berlin Atonal 25

Immersive Dokumentarfilm-Screenings, Kunst an der Schnittstelle von Malerei, Performance, Skulptur und Collage sowie interdisziplinäre Musik: All das und mehr bringt das Berlin Atonal 25 an fünf Festivaltagen im Kraftwerk, Tresor und Ohm auf die Bühnen. Die Vielseitigkeit der Kunst wird hier auch von den Aufführungsorten räumlich widergespiegelt, wie beispielsweise im spekulativen Raum-Modell Third Surface. Mit einem Ensemble kleiner Tische werden Berliner Nachtlokale aus der Weimarer Zeit nachgeahmt und zur Kulisse zeitgenössischer Performances gemacht.
Als eine der weltweit bedeutendsten Plattformen für nicht-kommerzielle Kunst und Musik trägt das Atonal auch an diesem Wochenende dazu bei, euren kreativen Horizon mit einem einzigartigen Programm zu erweitern!
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag ab 18 Uhr
Wo: Diverse Veranstaltungsorte in ganz Berlin
Tipp 6: Erfahrt im Anne Frank Zentrum alles über Anne

Das Anne Frank Zentrum am Hackeschen Markt ist ein spendenfinanzierter Partner des Anne Frank Hauses in Amsterdam. Es hat sich voll und ganz der Aufgabe verschrieben, die Erinnerung an Anne Frank lebendig zu halten. Die Dauerausstellung Alles über Anne leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Bei eurem Besuch könnt ihr Auszüge aus ihren Tagebüchern lesen, Informationen und Anekdoten über ihr kurzes Leben erfahren und im historischen Kontext des Holocausts über die heutige Bedeutung solcher persönlichen Zeugnisse reflektieren.
Auch das Haus Schwarzenberg selbst, in dem das Anne Frank Zentrum beheimatet ist, erzählt eine bewegende Geschichte: Während des Zweiten Weltkriegs befand sich hier die Blindenwerkstatt von Otto Weidt, der jüdische Menschen vor der Deportation bewahrte.
Wann: Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: Anne Frank Zentrum, Rosenthaler Straße 39, Mitte
Tipp 7: Schließt euch dem Zug der Liebe an

Neben der Loveparade und dem Karneval der Kulturen ist der Zug der Liebe einer der größten Umzüge der Stadt. Auch er versteht sich zugleich als Musikevent wie als politische Demonstration. In diesem Jahr feiert er sein zehnjähriges Bestehen und widmet sich dabei dringenden Herausforderungen unserer Zeit: knapper Wohnraum, Klimaschutz, Verkehrswende und Clubsterben. Denn nur eine von Liebe und Empathie geprägte Politik kann in einer Stadt wie Berlin die Lebensqualität und gleichzeitig auch das kulturelle Erbe erhalten.
Wie jedes Jahr startet der Umzug auch dieses Mal am Mauerpark und bahnt sich mit seinen vielen Wagen und tanzbegeisterten Demonstrierenden einen Weg durch die Stadt bis in die Oranienstraße. Schließt euch an oder stoßt ab 22 Uhr zur Afterparty im Ritter Butzke dazu!
Wann: Samstag ab 13 Uhr
Wo: Start im Mauerpark, Prenzlauer Berg
Tipp 8: Lauscht der Saisoneröffnung der Berliner Philharmoniker

Nach zweimonatiger Sommerpause kehren die Berliner Philharmoniker am Freitagabend zur Saisoneröffnung endlich wieder in ihr Stammhaus am Kulturforum zurück. Bei der Gelegenheit beweisen die Musiker:innen auch gleich, dass Geigen, Trompeten und Cellos den Sommer nicht nur in ihren Koffern verbracht haben: Das Spitzenorchester hat geübt und präsentiert euch das Ergebnis unter der Leitung von Chefdirigent Kirill Garrijewitsch Petrenko.
Auf dem Programm stehen die Werke von gleich drei Großmeistern der Musikgeschichte. Schumanns Manfred-Ouvertüre, Zimmermanns Konzert für Oboe und Brahms' Erste Symphonie kommen zur Aufführung. Werft euch in Schale, bestellt euch Sekt und Snacks für die Pause vor und freut euch auf ein Konzerterlebnis wie aus dem Klassik-Bilderbuch!
Wann: Freitag um 19 Uhr
Wo: Großer Saal der Philharmonie Berlin, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Tiergarten
Tipp 9: Schlittert in den European Skimboarding Cup auf dem Uber Platz

Ein Wassersport-Spektakel auf dem Uber Platz? Um zu verstehen, wie das aussehen soll, ist möglicherweise eine kurze Erläuterung erforderlich. Denn obwohl man für das Skimboarding sowohl Wasser als auch ein Surfbrett benötigt, ist dieser beliebte Wassersport völlig unabhängig von Wellen und Wind. Skimboarder:innen benötigen lediglich ebenen Untergrund und einen dünnen Wasserfilm, um ins Rutschen zu kommen. Am besten lässt sich Skimboarding als eine Mischung aus Surfen und Skaten beschreiben – nur dass man nicht rollt, sondern gleitet, und das auf Wasser statt auf Asphalt.
Wie das genau funktioniert und welche Rolle die Effekte des Aquaplanings dabei spielen, könnt ihr am Wochenende beim European Skimboarding Cup 2025 selbst herausfinden, ob als Zuschauer:in oder auf dem Brett. Die Teilnahme am Wettkampf steht nämlich allen offen, die sich die Schlitterpartie zutrauen!
Wann: Samstag ab 12 Uhr
Wo: Uber Platz, Friedrichshain
European Skimboarding Cup 2025
Tipp 10: Verliebt, verlobt, verheiratet im Wedding und für immer?

Nicht nur die Lange Nacht der Museen widmet sich in ihrer diesjährigen Ausgabe der Liebe. Auch das Künstler:innenduo PLASTIQUE FANTASTIQUE hat sich dem Thema verschrieben. Die Idee, Liebe und Berlin in einer Kunstinstallation (für immer?) zu vereinen, mündete schließlich in das Projekt Berlin Wedding (und Scheidung).
Die Kunstinstallation besteht aus einer aufblasbaren Klangskulptur DOUBLE HEART, in der sich zwei Menschen in zwei Herzkammern wortwörtlich gegenüberstehen, sowie einem monumentalen Goldring, der die Fassade des ehemaligen BVV-Saals umschließt. Und dieses Kunstwerk ist nicht nur zum Anschauen gedacht. Ihr verliebt euch, werdet im Eilverfahren verheiratet und am Ende beim Scheidungstanz wieder von eurer eben erst gefundenen Liebe getrennt. Ein romantisches Erlebnis voller Träume, Tränen und Tanzmusik!
Wann: Samstag und Sonntag ab 14 Uhr
Wo: Rathausvorplatz Wedding, Müllerstraße 147, Wedding
Tipp 11: Erkundet die Verborgenen Orte des Flughafen Tempelhofs

Der Flughafen Tempelhof ist Berliner:innen wohl bekannt – schließlich grenzt er unübersehbar ans Tempelhofer Feld, Berlins beliebtestes Freizeitgelände. Doch in und vor allem unter seinen Hallen verbergen sich Geheimnisse. Wusstet ihr etwa von dem weitläufigen Keller- und Tunnelsystem unter seinen Gebäuden? Habt ihr schon einmal von dem bei Kriegsende ausgebrannten Filmbunker gehört? Wer mehr über den Untergrund des alten Flughafens erfahren möchte, ist bei der Führung zu den Verborgenen Orten auf dem Flughafen Tempelhof genau richtig. Hier erhaltet ihr zwei Stunden lang spannende Einblicke in die Geschichte des Flugplatzes zur Zeit des Nationalsozialismus, seine Nutzung durch die Air Force ab 1945 und die Geheimdienstaktivitäten während des Kalten Krieges.
Wann: Freitag um 11 Uhr, Samstag und Sonntag um 11 und 11:30 Uhr
Wo: Flughafen Tempelhof Besucherzentrum Check-In, Platz der Luftbrücke 5, C2, Tempelhof
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