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11 Tipps zur Berlin Art Week

Höhepunkte der Kunstwoche

Visitors at Berlin Art Week meeting at Uferhallen in Wedding
Visitors at Berlin Art Week © visitBerlin | Josefine Köhn-Haskins

Zur elften Berlin Art Week laden über 50 Ausstellungshäuser, Privatsammlungen, Galerien und Projekträume dazu ein, zeitgenössische Kunst in Berlin zu entdecken. Dazu erwartet euch ein spannendes Rahmenprogramm mit Performances, Musik, Talks und vielem mehr. Weil da die Wahl nicht leichtfällt, haben wir 11 Highlights für euch herausgesucht. Freut euch auf ein spannendes Kunstwochenende.

Übrigens: Viele der Ausstellungen sind über die offizielle Laufzeit der Berlin Art Week vom 14. - 18. September hinaus zu sehen. 

Tipp 1: BAW Garten in den Uferhallen

Bester Startpunkt für einen Besuch der Berlin Art Week ist der BAW Garten. Auf dem Hof der Uferhallen in Wedding könnt ihr bei Kaffee und Kuchen eure Entdeckungstour durch Berlins Kunstszene planen. Bereits auf dem Hof erwarten euch spannende Kunstwerke, darunter Plakate mit Gedicht-Collagen von Literaturnobelpreisgewinnerin Herta Müller. Rosa Barber holt mit der Soundskulptur "Behind Broadcast" Geräusche aus dem Studio auf den Hof. Nehmt an Führungen über das Gelände teil und besucht die Künstler:innen im Open Studio. Über alle fünf Tage verteilt erlebt ihr hier Performances, DJ-Sets, Talks und Workshops. Zur Eröffnung am 14. September legen Mouse on Mars von 20 bis 22 Uhr auf.

Wann: 14. bis 18. September 10 – 22 Uhr
Wo: Uferstraße 8 – 11, Wedding

Tipp 2: On Equal Terms in den Uferhallen

Durch den Fliegenvorhang von Karin Sander, der symbolisch alle ungewollten Gäste abhalten soll, gelangt ihr in die große Ausstellungshalle. In der Gruppenausstellung „On Equal Terms“ wird die ökonomische Verdrängung von künstlerischen Freiräumen in Berlin thematisiert. Übrigens ein Thema, das auch die Uferhallen immer wieder beschäftigt. Ihr seht hier Cent-Münzen über ein Fließband rollen, das Modell eines Versicherungsgebäudes brennen. Mit ihrer mit Taubenabwehr-Stacheln bewaffneten Leuchtschrift „Liberty“ stellt Selja Kameric die Frage was Freiheit eigentlich für diejenigen bedeutet, die sie nicht haben. Und Ann Schomburg teilt in der von ihr kuratierten Mini-Galerie ihren Kunstraum mit anderen Künstler:innen. Kurz, es geht um Kapital & Kuratoren – und wie sich das Verhältnis aktueller Machtstrukturen auf die Kunstszene auswirkt. Eine weitere Ausstellung - "Uferhallen Kunstaktien: Dokumentation einer Publikumsgesellschaft" - zeigt Kunstwerke, die als "Aktien" zur Finanzierung der Übernahme des Geländes durch Künstler:innen gestaltet wurden.

Wann: 15. bis 25. September
Wo: Uferstraße 8 – 11, Wedding

Uferhallen Kunstaktien

Tipp 3: Kiez-Touren

Georg Kolbe Museum
Garten vom Georg-Kolbe-Museum © visitBerlin, Foto: Jan Frontzek

Weil es nicht immer ganz leicht ist, Kunsträume und Kunstwerke auf eigene Faust für sich zu erschließen, empfehlen wir euch an einer der geführten Kiez-Touren teilzunehmen. Unterwegs zu Fuß, mit dem Fahrrad oder auch mit dem Bus erschließt ihr – begleitet von Expert:innen – die Kieze Berlins und entdeckt, was es dort an zeitgenössischer Kunst zu entdecken gibt. Sollten die Touren schon ausgebucht sein, könnt ihr die Stationen auf der BAW-Webseite nachsehen - und natürlich auch eure ganz individuellen Touren zusammenstellen. In unserem Blog findet ihr weitere Spaziergänge für Kunstinteressierte.

Wann: 14. bis 18. September
Wo: verschiedene Orte 

Kiez-Touren

Tipp 4: KINDL Zentrum: Mona Hatoum

Kindl - zentrum für zeitgenössische Kunst: Gebäude
KINDL - Zentrum für zeitgenössische Kunst © KINDL – Centre for Contemporary Art, Berlin, Photo: Marco Funke, 2019

Der Festivaltreffpunkt des vergangenen Jahres ist natürlich auch dieses Jahr wieder dabei. Insgesamt vier Ausstellungen könnt ihr hier besuchen, darunter auch „all of a quiver“ von Mona Hatoum, deren Werk während der Berlin Art Week an drei verschiedenen Ausstellungsorten gezeigt wird, neben dem KINDL Zentrum auch im Neuen Berliner Kunstverein und dem Georg Kolbe Museum. Die Künstlerin, die selbst nach dem Ausbruch des Bürgerkriegs im Libanon nicht zurück in ihre Heimat konnte, thematisiert mit ihrer Kunst die Fragilität der menschlichen Existenz in Bezug auf politischen und gesellschaftlichen Wandel. Im 20 Meter hohen Turm des historischen Kesselhauses seht ihr eine raumgreifende Installation von ihr, die sich im fünf-Minuten-Rhythmus dem Zusammenbruch nähert, um sich dann selbst wieder gerade aufzurichten.

Wann: bis 14. Mai, Mittwoch 12 – 20 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 12 – 18 Uhr
Wo: Am Sudhaus 3, Neukölln

All of a quiver

Tipp 5: Everything will be fine von HAU und Tactical Tech

Ist Technik das Problem oder ist Technik die Lösung? Diese Frage stellt sich die Ausstellung der NGO Tactical Tech in Koproduktion mit dem HAU Hebbel am Ufer vor dem Technikmuseum. 19 Werke verschiedener Künstler:innen sollen die Neugierde der Passant:innen wecken und dazu einladen, das Rondell unter dem weißen Ballon zu betreten. Hier werden verschiedene Projekte vorgestellt, die sich damit beschäftigen, wie Tech unsere Zukunft beeinflusst und wie Krisen, Politik und gesellschaftlicher Wandel wiederum auf die Entwicklung und Nutzung von Technologien wirken. Ein Ort zum Stöbern, Nachdenken, Weiterforschen und Diskutieren. 

Wann: 14. September bis 4. Oktober
Wo: Vor dem Technikmuseum, Trebbiner Straße 9, Kreuzberg

HAU Hebbel am Ufer

Tipp 6: Schinkel Pavillon: Egregores & Grimoires

So gar nicht fein fühlt ihr euch vermutlich bei einem Besuch der Kellerräume im Schinkel Pavillon. Hier lädt euch Künstler Jon Rafman dazu ein, in eine verstörende Gaming-Welt einzutauchen. In zwei Filmen entwickeln sich surreale virtuelle Dystopien. Wer noch nicht genug gesehen hat, der gelangt durch einen schweren blaugetünchten Plastikvorhang  in einen Zwischenraum, in dem sich in einem Tryptichon skurril-düstere Bildfolgen aneinanderreihen, mit der Rafman der Gesellschaft den Zerr-Spiegel des Internets entgegenhält. Nichts für schwache Nerven. Im Pavillon oben seht ihr die skurrilen Möbel-Skulpturen von Anna Uddenberg.

Wann: 15. September bis 30 Dezember
Wo: Oberwallstraße 32, Mitte

Schinkel Pavillon

Tipp 7: YOYI Care, Repair, Heal im Gropius Bau

Eingang des Gropius Baus bei der Berlin Art Week
Gropius Bau bei der Berlin Art Week © visitBerlin | Josefine Köhn-Haskins

YOYI nennen die Tiwi im Norden Australiens eine Zeremonie, bei der sie mit Gesang und Tanz gemeinsam feiern und gleichzeitig trauern. Unter dem Titel "YOYI! Care, Repair, Heal" hat der Gropius Bau 26 Künstler:innen dazu eingeladen, sich mit dem Thema Fürsorge, Reparatur und Heilung auseinanderzusetzen. Dabei herausgekommen ist eine diverse und spannende Mischung von Werken, Ansätzen und Konzepten, die vom abstrakt Politischen bis hin zum zutiefst Menschlichen reichen, mal anprangernd, mal kritisch, mal poetisch und tief verwurzelt, aber auch lösungsorientiert und innovativ. 

Wann: 16. September bis 15. Januar, Mittwoch bis Montag 10 – 19 Uhr
Wo: Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg

YOYI! Care, Repair, Heal

Tipp 8: Positions am Flughafen Tempelhof

Positions Berlin Art Fair
Positions Berlin Art Fair © Oana Popa für Kulturprojekte Berlin

88 internationale Galerien zeigen bei der diesjährigen neunten Ausgabe der Positions Berlin Art Fair ihre Auswahl an zeitgenössischer und moderner Kunst. Daneben könnt ihr die lichtdurchflutete Kulisse der gigantischen Hangars am ehemaligen Flughafen Tempelhof bestaunen. Talks und Sonderausstellungen versprechen tiefere Einblicke in Kryptokunst, NFTs, Fashion - oder wie wäre es mit ein wenig modernem Yoga? Kinder dürfen sich in der betreuten Kids Positions im Hangar künstlerisch austoben,

Wann: 15. bis 18. September
Wo: Flughafen Tempelhof - Hangar 5 & 6, Tempelhofer Damm 45, Tempelhof



Tipp:9: Spheres of Interest von der ifa-Galerie

Die ifa-Galerie Berlin ist bei der Berlin Art Week nicht nur mit einer eigenen Ausstellung vertreten, sondern setzt sich auch mit unterschiedlichen Performances im Stadtraum mit der Arbeit als Institut für Auslandsbeziehungen auseinander. Vor Ort in der Galerie seht ihr eine Auswahl an Objekten, die aus der Sammlung des Zentrums für Kunstausstellungen der DDR erhalten geblieben sind. Performances sind unter anderem eine mobile Ausstellung auf dem Vorplatz der Neuen Nationalgalerie am 14. September, der Motus Chess Club am Samstag auf der nördlichen Monbijoubrücke oder die Performance von Isaac Chong Wai, mit der er den Holzschnitt „Die Mütter“ von Käthe Kollwitz zum Leben erweckt (15. und 16. September 17-19 Uhr Klosterruine Berlin). Übrigens: Das Käthe-Kollwitz-Museum ist umgezogen. Erfahrt mehr!

Wann: Mittwoch, 14. September 14 - 22 Uhr, Donnerstag bis Sonntag 15. – 18. September 14 – 21 Uhr
Wo: ifa-Galerie, Linienstraße 39/140, Mitte

Käthe-Kollwitz-Museum

Tipp 10: Berlin Art Prize in unabhängigen Projekträumen

Kunsthaus ACUD
Kunsthaus ACUD © (c) visumate

Acht Künstler:innen sind für den diesjährigen Berlin Art Prize nominiert, der am 15. September im Acud Club verliehen wird. Die Ausstellungen aller Nominierten könnt ihr bis 14. Oktober in acht verschiedenen unabhängigen Projekträumen in Berlin sehen. Die acht ausgewählten Künstler:innen stammen aus sieben Ländern und beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themenbereichen, unter anderem:  "Zukunftsvorstellungen angesichts eines fossilen Kapitalismus", "Strategien politischen Widerstands" und "queerer Selbstbehauptung"; "intimen Erinnerungen und historischem Gedenken kolonialer Geschichte" oder auch mit "kollektiven Ängste und transzendentale Erfahrungen". Erfahrt mehr.

Wann: Noch bis 14. Oktober
Wo: verschiedene Ausstellungsorte in Berlin

Berlin Art Prize

Tipp 11: Hallen #3 Wilhelm Hallen: Gruppenausstellung K60

Historische Wilhelm Hallen
Wilhelm Hallen © HALLEN #2

Gleich 15 Galerien stellen während der Berlin Art Week in den Wilhelm Hallen in Reinickendorf aus. Mittlerweile hat sich das denkmalgeschützte Industrieareal in ein neues Zentrum für die Kreativ- und Kulturszene verwandelt, das wirklich einen Besuch wert ist. Neben den Galerien sind noch verschiedene internationale Künstler:innen beteiligt. Performances und Gesprächsrunden ergänzen das Programm – und geben eine kaleidoskopischen Einblick in Berlins Kunstszene.

Wo: Kopenhagener Straße 60 – 72, Reinickendorf
Wann: bis 18. September

Wilhelm Hallen

Natürlich gibt es viele weitere spannende Ausstellungen etwa  Queerness in Photography im C/O Berlin, SculpturePopulaire und LuYang: Doku Experience Center im PalaisPopulaire, Norbert Bisky Taumel in der Galerie König, Screenings und Talks im Brücke-Museum, und die Sammlung Boros könnt ihr anlässlich der Berlin Art Week am Sonntag ohne Eintritt besuchen.

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.