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11 Tipps zur Berlin Art Week

Dezentral, draußen & digital

Berlinische Galerie in Berlin Kreuzberg Klassische Moderne Westberliner Kunst
Außenansicht Berlinische Galerie © Berlinische Galerie, © Foto: Noshe

Freut euch auf ein spannendes Kunstwochenende. Zum ersten Mal finden dieses Jahr die Berlin Art Week, das Gallery Weekend sowie die Biennale für zeitgenössische Kunst gleichzeitig statt und laden euch dazu ein, zeitgenössische Kunst zu entdecken. Besucht Sammlungen und Projekträume und lasst euch bei Talks und Panel-Diskussionen inspirieren. Gleichzeitig könnt ihr die lebendige Kunstszene Berlins auch unter freiem Himmel erleben. 

Open Air-Ausstellungen findet ihr etwa auf der Wiese vor dem HAU oder dem Rollfeld des ehemaligen Flughafens Tempelhof. Zu den Preisverleihungen wird es Sternfahrten mit Rikschas geben. Zuschauer am Straßenrand sind willkommen. Viele der Ausstellungen sind über die offizielle Dauer der Art Week vom 9. - 13. September hinaus zu sehen. Wir haben hier 11 Tipps und Highlights für die euch zusammengestellt.

Bitte zeigt Verantwortung, tragt eure Masken und haltet euch an die Hygienevorschriften der Veranstalter. Nur mit eurer Unterstützung bleibt  Berlin - mit A b s t a n d - am besten!

Tipp 1: Marc Bauer – The Blow-Up Regime

Grundlage für die raumgreifende Installation “The Blow-Up Regime” von Marc Bauer (links) war eine Recherche zur Geschichte des Internets. Dabei stellt sich der diesjährige Preisträger des GASAG Kunstpreises die Frage, wie sich die Digitalisierung auf unsere Wahrnehmung von Realität auswirkt. Ergebnis ist ein system- und gesellschaftskritisches immersives Gesamtkunstwerk. In wandgroßen Zeichnungen seht ihr die Momentaufnahme von Trumps Inauguration, Ausschnitte aus digitalen Videospiel-Welten und teils dystopische Zeichnungen zu Zitaten aus Sibylle Bergs Roman „GRM Brainfuck“. Komponist und Musiker Thomas Kuratli (Pyrit) untermalt die Szenen mit einer fast schon cineastischen Komposition, die gespickt ist mit verschiedenen Soundschnipseln, die von Naturklängen bis hin zu Militärtrommeln reichen.

Wann: 9. September 2020 – 5. April 2021
Wo: Berlinische Galerie, Alte Jakobstraße 124 - 128, Kreuzberg

Berlinische Galerie

Tipp 2: Positions Berlin Art Fair

Über 130 Galerien zeigen zur Berlin Art Week in den großzügigen Hallen des ehemaligen Flughafens Berlin Tempelhof Arbeiten von rund 400 Künstler*innen. Im Rahmen der Open Air Positions werden große Skulpturen auf dem Flugfeld präsentiert. Außerdem erwartet euch ein spannendes Rahmenprogramm mit verschiedenen Performances, Talks und auch einigen Preisverleihungen. Wer selbst eine eigene Kunstsammlung starten möchte, findet auf der Sonderausstellung Selected Positions kleinformatige Werke zu vergleichsweise kleinen Preisen. Die paper positions zeigt vorwiegend Zeichnungen auf Papier.

Wann: 11. und 12. September von 14 – 20 Uhr, 13. September von 13 – 18 Uhr
Wo: Flughafen Tempelhof, Hangar 3 + 4, Eingang über Columbiadamm 10, Tempelhof

 

Tipp 3: Lerato Shadi – Maru a Pula is a Song of Happiness

Vier überdimensionale Fäuste recken sich an den gegenüberliegenden Wänden nach oben. Je nach Haltung des Daumens geben sie Raum zu unterschiedlichster Interpretation. Die multimediale Ausstellung von Lersto Shadi, einer Vertreterin des “Black Feminism”, ist eine von vier, die zur Berlin Art Week im Kindl - Zentrum für Zeitgenössische Kunst starten. Übergreifend geht es Kuratorin Kathrin Becker, die im Februar die künstlerische Leitung im Haus übernahm, darum Geschichte neu zu erzählen – und zwar auf Basis persönlicher Biographien. Lasst euch überraschen von ungewöhnlichen Perspektiven

Wann: 13. September 2020 – 7. Februar 2021
Wo: Kindl – Zentrum für zeitgenössische Kunst, Am Sudhaus 3, Neukölln

Kindl - Zentrum für zeitgenössische Kunst

Tipp 4: Lost in America @ n.b.k.

Die Wahlen in den USA hat sich der Neue Berliner Kunstverein (n.b.k.) zum Anlass genommen, die transatlantischen Beziehungen genauer unter die Lupe zu nehmen. Der Fokus wird dabei auf die tieferliegenden Strukturen gerichtet, die den Verlust der US-amerikanischen Vorreiterrolle auf politischer und kultureller Ebene begründen. Eine kritische, künstlerische Auseinandersetzung mit den aktuellen Strukturen von Wirtschaft und Sozialgefüge. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Dan Graham und Martha Rosler.

Wann: 10. September 2020 – 17. Januar 2021
Wo: n.b.k. Chausseestraße 128-129,  Mitte

n.b.k.

Tipp 5: Kieztouren

Die Kieztouren sind eine tolle Möglichkeit, um die Berlin Art Week auf eigene Faust zu erkunden. Viele Touren führen vom Zentrum in die Außenbezirke, wo es auch zahlreiche interessante Sammlungen zu entdecken gibt. In Dahlem etwa das Brücke Museum, das seine Ausstellungsräumlichkeiten um große Leinwände im Garten des Museums erweitert. Gleich in der Nähe besucht ihr das Fluentum in Dahlem und das Haus am Waldsee mit seinem angrenzenden Skulpturengarten.

Mehr zu den Kieztouren

Tipp 6: The New Infinity

Neue Kunst für Planetarien: Im Rahmen einer Immersion der Berliner Festspiele wird dieses Jahr das Zeiss-Großplanetarium bespielt. Erlebt die speziell für dieses Setting produzierten Bild- und Klangwelten im gigantischen Dom des Planetariums. Ihr seht sowohl Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen als auch klassische Avantgardefilme der Visual Music und Werke der Kunstgeschichte. Weltpremiere feiert das Performance-Konzert von Caterina Barbieri und Ruben Spini.

Wann: 11. – 13. September von 14 bis 22 Uhr
Wo: Zeiss Großplanetarium, Prenzlauer Allee 80, Prenzlauer Berg

 

Tipp 7: Jeremy Shaw

Jeremy Shaw ist bekannt für seine multimedialen Arbeiten, mit denen er veränderte Bewusstseinszustände beschreibt. Dazu kombiniert er Konzeptkunst mit Elementen aus Musikvideos und verarbeitet Erkenntnisse der Esoterik und wissenschaftlicher Forschung. Mit der „Quantification Trilogy“ zeigt die Julia Stoschek Collection drei seiner parafiktionalen Kurzfilme. Zur Berlin Art Week wird eine Publikation erscheinen.

Wann: bis 29. November, Sonderöffnungszeiten 10. – 13. September von 12 bis 18 Uhr
Wo: Julia Stoschek Collection, Leipziger Straße 60, Mitte

Julia Stoschek Collection

Tipp 8: Readings from Below

Mit „Readings from Below“ geht das Times Art Center der Frage nach, wie zeitgenössische Künstler*innen sich auf die Jetzt-Zeit beziehen. Dabei gehen die ausgestellten Arbeiten meist von einem Detail aus, um sich einem größeren Kontext zu stellen. Ein Beispiel ist die Projektion zweier Hände, die in amerikanischer Zeichensprache Worte der Autorität zeigen: je ein Buchstabe gefolgt von einer Stempelbewegung. Spannend ist auch die Schallplatte „The Currency“ von Elom 20ce & Musquiqui Chihying & Gregor Kasper, die auf der A-Seite einen Rap-Song zum Thema Währung featured. Auf der B-Seite hört ihr ein Interview zu einer Alternativwährung.

Wann: 10. September – 12. Dezember, jeweils Dienstag – Samstag von 12 – 19 Uhr
Wo: Times Art Center Berlin, Brunnenstraße 9, Mitte

Das Künstlergespräch am 9. September um 18 Uhr könnt ihr hier digital miterleben:

Times Art Center Berlin

Tipp 9: From Breaking Bauhaus to Growing Gaia

Bei dem von Therme Art kuratierten Gesprächsprogramm im Hof der St. Agnes geht es darum wie sich Künster*innen in die Gestaltung unserer Umwelt einbringen. Wie können Brücken geschaffen werden zwischen Natur und Kultur, welche Möglichkeiten gibt es um Gesellschaft und Umwelt als Antwort auf die ökologischen, sozialen und gesundheitlichen Herausforderungen unserer Zeit neu zu gestalten.

Die König Galerie selbst präsentiert zur Berlin Art Week 300 Werke von 250 Künstler*innen, darunter Katharina Grosse, Anne Imhof und ein Gemälde von Georg Baselitz, das für 700.000 Euro zum Verkauf steht.

Wann: 11. – 13. September, Messe in St. Agnes: 12. – 20. September von 12 bis 20 Uhr
Wo: St Agnes Church, Alexandrinenstrasse 118 -121, Kreuzberg

König Galerie

Tipp 10: Rods bent into Bows

Wenn ihr Lust auf eine kleine, aber feine Ausstellung habt, dann schaut doch mal bei ChertLüdde vorbei. In verschiedenen, verwinkelten Räumlichkeiten seht ihr hier unter anderem die wandgroßen Stoffarbeiten von Rosemary Mayer. Die 1943 geborene Amerikanerin begründete die feministisch orientierte New Yorker A.I.R. Galerie mit. Ihre an gebogenen Holzstäben gehängten Nylon- und Seidenstoffe erinnern an historische Gewänder und tragen entsprechend auch die Namen historischer Frauengestalten. Es ist die erste Solo-Ausstellung der 2014 verstorbenen der Künstlerin. 

Wann: 4. September – 31. Oktober 2020, Dienstag – Samstag von 12 – 18 Uhr, 9. – 13. September von 12 – 19 Uhr
Wo: ChertLüdde, Ritterstraße 2a, Kreuzberg

ChertLüdde

Tipp 11: During the exhibition the gallery will be closed

Diese Ausstellung lasst ihr euch am besten von dem Vater-Sohn-Duo erklären, die sich für die haubrok Foundation verantwortlich zeichnen. Es geht um das Konzept Ausstellung an sich, wobei sich der dem Konzept-Künstler Robert Barry entliehene Titel „During the exhibition the gallery will be closed“ als Anspielung auf die Schließung vieler Häuser aufgrund der Corona-Pandemie definieren lässt. Andererseits ist der Titel auch eine Anspielung auf die Räume der ehemalige FAHRBEREITSCHAFT des Zentralkomitees der SED, die von der haubrok Foundation als Ausstellungsräume angekauft wurden. Seit dem 26. April 2018 müssen dieses laut Beschluss des Bauamts Berlin-Lichtenberg jedoch geschlossen bleiben.

Wann: 11. September – 8. November auf Anfrage, Sonderöffnungszeiten 11. – 13. September von 12 – 18 Uhr
Wo: haubrock Foundation, Strausberger Platz 19, Friedrichshain


Zeitfensterbuchung für die haubrock Foundation


Und sonst noch?

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Auf der Suche nach neuen Abenteuern entdeckte sie erst New York, dann Miami und berichtete als Trendscout und Korrespondentin für verschiedene Publikationen. Ihr Zuhause fand sie dann aber in Berlin. Fasziniert von den vielen Facetten der Stadt ist sie kreuz und quer in den Kiezen unterwegs und beschäftigt sich gerne mit Zukunftsideen und Smart City Konzepten für ein innovatives Berlin.

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