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11 Orte mit typisch Berliner Flair

Wo Berlin so richtig unverwechselbar Berlin ist

Nikolaiviertel Berlin
Hausfassaden Nikolaiviertel Berlin © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm
Berlin, Nikolaiviertel

Berlin packt seine Gäste angeblich nicht mit Samthandschuhen an. Stimmt so nicht. Aber wer will das überhaupt? Handschuhe aus, auf die Schulter geklopft und abgetaucht ins Berliner Tag- und Nachtleben. An diesen 11 authentischen Orten könnt ihr echtes Berlingefühl erleben. Und während ihr die Stadt noch erobert, hat sie selbst schon längst euer Herz gewonnen.

Bitte zeigt Verantwortung, lasst euch nach Möglichkeit impfen und haltet euch an die Hygienevorschriften der Veranstalter. Unsere FAQs halten euch auf dem Laufenden. Berlin zählt auf euch! #vaxnvisit

Ikonisch, historisch und gemütlich: Leydicke

Jazz Band auf der Bühne
Jazz Band © Getty Images, Foto: Westend 61

Wo Berlin noch so richtig knorke ist, ist immer da, wo so richtig Leben in der Bude ist. Wie im Leydicke in Schöneberg. Diese Traditionstraditionstraditions-Destille geht auf das Jahr 1877 zurück. So lang her, dass es schon fast gar nicht mehr wahr ist. Ist es aber. Und wie! Bei Likören und Fruchtwein nach den Rezepten der Gründer Emil und Max Leydicke greifen hier Swing-, Blues-, Jazz- und Rock’ n’ Roll-Bands in die Saiten und Tasten. Wer ein bisschen zu faul ist, kann sich die selbstgebrannten Spirituosen auch nach Hause bestellen, verpasst dann allerdings einen der authentischsten „Schuppen“ Berlins. Und das wäre schon fast sträflich schade.

Wo: Mansteinstraße 4, Schöneberg
Wann: Montag bis Sonntag 18 bis 23 Uhr

Leydicke

Ein Ort mit Stammkneipenpotenzial: Möve im Felsenkeller

Bier
Gemeinsam Feiern © GettyImages, Bild: Niccoló Pontigia / EyeEm

Die Tür zum Felsenkeller führt euch hier mitnichten in die Berliner Unterwelt herab. Vielmehr wird hier höchste Berliner Kneipenkultur gepflegt. Zu den acht sorgsam gezapften Biersorten gibt es kleine Snacks und große Gespräche über Gott und die Welt. Eine Kultkneipe, die zwar keine Website hat, dafür aber einen Wikipedia-Eintrag, treue Stammkundschaft und unendlich viel Flair, der von der Umgebung im Schöneberger Ausgehkiez an der Akazienstraße geprägt wird. Dazu kommt die lange Theke, an der ihr bestimmt noch einen Platz findet, um hier den einen oder anderen typisch Berliner Abend zu verbringen.

Wo: Akazienstraße 2, Schöneberg
Wann: Montag bis Samstag 16 bis 1 Uhr

Möve im Felsenkeller

Wo sich wirklich janz Berlin trifft: Rogacki

Käsevariationen
Käseauswahl © Getty Images, Foto: Roxiller

Hier trifft die Bohéme aufs Reihenhaus, das Berliner Original auf die Berlin-Besucher:innen – und allerlei Köstlichkeiten auf dankbare Feinschmecker:innen. Rogacki in Charlottenburg ist herrlich aus der Zeit gefallen und doch supermodern. Hier findet ihr zahllose Spezialitäten aus allen Ländern. Von regionalen Backwaren über französischen Gourmet-Käse und ungarische Salami bis hin zur besten Fischtheke der Stadt mit eigener Räucherei. Und wer das Verkosten all der Leckereien nicht auf später und zu Hause verschieben mag, nimmt einfach an einem der Stehtische oder auf Barhockern Platz und schlemmt gleich vor Ort. Da fällt die Entscheidung zwischen deftiger Hausmannskost und Sektbar leicht: Hier geht beides wunderbar zusammen.

Wo: Wilmersdorfer Straße 145/46, Charlottenburg
Wann: Dienstag bis Donnerstag 10 bis 18 Uhr, Freitag 9 bis 18 Uhr, Samstag 8 bis 14 Uhr

Rogacki

Wo die Berliner Küche wohnt: Diener Tattersall

Berliner Küche: Kartoffelsuppe
Berliner Küche: Kartoffelsuppe © gettyimages, Foto: burwellphotography

Wenn ein ehemaliger Schwergewichtsmeister ein altes, kaiserzeitliches Reitschulcasino übernimmt und zum unvermeidlichen Trink-Treffpunkt von lokalen Promis aller Couleur macht, seid ihr natürlich in: Berlin. Abgesehen von seiner langen Geschichte ist das „Diener Tattersall“ (Franz Diener = Boxer und Wirt; Tattersall = Reitschule) an den S-Bahnbögen in Charlottenburg einfach der beste Platz, um sich Berliner Küche, Berliner Bier und Berliner Flair in bester Gesellschaft einzuverleiben. Zwischen Kartoffelpuffern und Königsberger Klopsen seid ihr dafür richtig aufgehoben. Von den Wänden schauen euch mehr Promis von Fotos dabei zu als bei einer Stunde Instagram.

Wo: Grolmanstraße 47, Charlottenburg
Wann: Montag bis Samstag ab 18:00 Uhr

Diener Tattersall

Urig, ursympathisch, urban: Dicke Wirtin

Dicke Wirtin
Dicke Wirtin © visitBerlin, Foto: visumate

Berliner Eckkneipen genießen längst absoluten Legendenstatus. Ein absoluter Platzhirsch oder besser: eine Platzhirschin und dabei ursympathisch ist die „Dicke Wirtin“ am schicken Savignyplatz. Der augenzwinkernde Name geht auf Anna Stanschek zurück, die hier schon vor vielen Jahrzehnten Autoren, Schauspieler und Studenten mit frischgezapftem Bier und deftigem Essen versorgte und so einen Platz für Lebenskünstler schuf, der sich seinen Charme immer bewahren konnte. Hier könnt ihr euch getrost eine Molle gönnen und dazu einen der hausgebrannten Schnäpse genehmigen, denn das ist Berlin, wie es speist und trinkt.

Wo: Carmerstraße 9, Charlottenburg
Wann: Mittwoch bis Sonntag 11 bis 23 Uhr

Dicke Wirtin

Unter der Sonne Berlins: Prater

prater
Prater Berlin

Schon im 19. Jahrhundert war der Prater nicht wegzudenken aus dem Berliner Ausgehleben. Er war auch einfach irgendwie alles: Kneipe und Biergarten, Ausflugslokal und Versammlungsort, es gab Varieté- und Volkstheateraufführungen und einen Ballsaal. Und irgendwie ist es immer noch so. Hier an der Kastanienallee gehört schon immer ein bisschen das Sehen und Gesehenwerden dazu. Das Theater gastiert weiterhin regelmäßig im Prater. Andererseits ist Berlins ältester Biergarten einfach ein guter Platz, an dem man gerne ist. Und auch isst. Die Gaststätte ist ganzjährig geöffnet, der Biergarten legt im Winter verständlicherweise ein Päuschen ein.

Wo: Kastanienallee 7-9, Prenzlauer Berg
Wann: ab Frühjahr 2022, bei schönem Wetter Sonntag bis Montag ab 12 Uhr

Prater Berlin

Glanz, der nie verblasst: Clärchens Ballhaus

Clärchens Ballhaus
Konzert in Clärchens Ballhaus © visitberlin, Foto: Philip Koschel

Bis in die Puppen tanzen, sich umeinander drehen, die Zeit vergessen: In Clärchens Ballhaus wird seit 1913 schon zum Tanz gebeten. Und es gibt keinen Grund, warum das nicht noch in 100 Jahren so sein sollte: Denn hier bleibt die Zeit einfach stehen. Im Gegensatz zu den Gästen, die es nicht lange stillhält, wenn die Musik von der Kapelle oder auch mal aus der Konserve wieder aufspielt. Das Haus verfügt über zwei große Tanzsäle, wovon der sensationelle Spiegelsaal sogar im Originalzustand erhalten ist. Den Namen verdankt das Tanzlokal der Gründerin Clara Bühler. Hier tanzt ganz Berlin und mit ihm die Nostalgiker aus aller Welt.

Wo: Auguststraße 24/25, Mitte
Wann: Dienstag bis Freitag 17 bis 22 Uhr, Samstag und Sonntag 14 bis 22 Uhr

Clärchens Ballhaus

Leben und leben lassen auf Berliner Art: Zum Schusterjungen

Berliner Küche: Teltower Rübchen
Berliner Küche: Teltower Rübchen © gettyimages, Foto: Thu Thai Thanh/EyeEm

Ein Laden wie ein guter Kumpel: Auch wenn ihr euch lange nicht gesehen habt, schließt ihr euch sofort in die Arme. In diesem Kneipen-Restaurant im Prenzlauer Berg gilt das sogar für Neulinge. In Eckkneipen wie dieser sind alle Menschen gleich. Die Küche ist gutbürgerlich-lecker, die Biere sind mit Verstand gezapft und die Bedienung serviert euch schnell und unkompliziert deftige regionale Spezialitäten wie Pellkartoffeln oder Rinderrouladen, Senfeier oder Blutwurst. Wenn ihr also für den Moment genug habt vom schnellen und sehr hippen Prenzlauer Berg, der immer seiner Zeit voraus sein will, dann gönnt euch hier die verdiente Ruhestunde – oder auch zwei oder drei.

Wo: Danziger Straße 9, Prenzlauer Berg
Wann: Montag bis Sonntag ab 12 Uhr

Zum Schusterjungen

Unendliche Weiten, unendlich viel Freiheit: das Tempelhofer Feld

Tempelhofer Feld Berlin am Abend
Das Tempelhofer Feld am Abend © visitBerlin, Foto: Dagmar Schwelle

Der Motorenlärm ist längst lieblichem Vogelgezwitscher und lautem Kinderlachen gewichen auf Berlins größter und beliebtester Brache. Auf dem ehemaligen Flughafengelände in Tempelhof fliegen heute nur noch Feldlerchen, Drachen und ab und zu ungeübte Skater auf ihre vier Buchstaben. Ansonsten fliegen hier nur die Träume hoch, denn in alle Richtungen ist so viel Platz, wie man es in einer Großstadt sonst gar nicht kennt. Diese Freiheit mitten in der Stadt steht Berlin gut zu Gesichte, fanden die Berliner und lehnten per Volksentscheid alle Bebauungspläne ab. So bleibt uns der 2008 geschlossene Flughafen als vielleicht ungewöhnlichster, auf jeden Fall aber unprätentiösester Freizeitpark der Welt erhalten.

Wo: Eingänge: Tempelhofer Damm / S- und U-Bahnhof Tempelhof und U-Bahnhof Paradestraße;
Columbiadamm Lilienthalstraße und Golßenerstraße; Oderstraße / Herrfurthstraße sowie 5 weitere Eingänge an der Oderstraße

Tempelhofer Feld

Alt-Berlin zum Verlieben: das Nikolaiviertel

Schifffahrt am Nikolaiviertel Berlin
Die Spree fließt durchs Nikolaiviertel © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Trotzig und elegant, fast ein Symbolbild für Berlin, steht in der historischen Mitte der Stadt die Nikolaikirche aus rotem Backstein und hat alle Epochen duldsam an sich vorbeiziehen sehen. Das Viertel um sie herum trägt ihren Namen, Nikolaiviertel, und ist ein unvergleichliches Stück Berlin.  Denn der Zweite Weltkrieg hatte von Alt-Berlin wenig bis fast gar nichts stehenlassen. Deshalb beschloss die Stadt, hier, an der Keimzelle Berlins, das alte Viertel wiederaufzubauen. Das geschah in den 1980er Jahren. Was herauskam, war ein faszinierendes Ensemble aus rekonstruierten Bürgerhäusern gepaart mit zeittypischen, kleinen Plattenbauten, die sich einpassten. Und so könnt ihr hier ein Viertel bestaunen, das repräsentativ für eine Stadt, ihre Wunden und ihre bewegte Geschichte steht.

Wo: Mitte

Nikolaiviertel

Kreuzberger Punk-Legende: SO 36

SO36
SO 36 Berlin © visitBerlin, Foto: Sarah Lindemann

In Kreuzberg kann jeder so sein, wie sie und er es will. Das ist das Versprechen dieses schon fast legendären Bezirks im Herzen Berlins. Seine Hochzeit als Heimat der alternativen Szene, der Künstlerbohème, der Zuwanderer:innen aus nah und fern hatte er wohl in den Siebzigern und Achtzigern. Aus dieser Zeit stammt auch der Ruf des 1978 gegründeten Musik-Clubs SO36: wild, laut, alternativ, gegen Autoritäten und Spießertum. Benannt nach dem alten Postbezirk Südost 36, wurde der Club ein Zentrum der deutschen Punk- und New-Wave-Szene – und ist es bis heute. Die Ärzte und die Toten Hosen rockten genauso hier wie internationale Stars. Heute leuchtet das Musik- und Partyangebot in allen Farben des Regenbogens. Lasst euch drauf ein und erlebt hier ein echtes Stück alternatives Berlin.

Wo: Oranienstraße 190, Kreuzberg
Wann: Dienstag bis Samstag 21 bis 5 Uhr

SO 36