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11 besondere Ausstellungen in Berlin

April bis Juni 2026

Marina Abramovic
, © visitBerlin, Foto: Marina Abramović, Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marco Anelli

Im Frühling 2026 gibt es in Berlin viele erstklassige Ausstellungen zu sehen. Sucht euch aus der Fülle inspirierender Angebote die Themen, die euch faszinieren: die Magie 12.000 Jahre alter monumentaler Kunstwerke aus der Türkei oder der künstlerische Aufbruch der Impressionisten? Die Intensität der Performerin Marina Abramović oder die mutigen Bilder der Fotografinnen am Bauhaus? Hier geben wir euch unsere persönliche Empfehlungen.

Weitere Empfehlungen und Aktuelles aus den Museen Berlins erfahrt ihr auf unserer Webseite:

Museen in Berlin

Tipp 1: Neue Frau, Neues Sehen - Die Bauhaus-Fotografinnen    

Neue Frau,  Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen
, © visitBerlin, Foto: Bauhaus Archiv Berlin

Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Oskar Schlemmer, Marcel Breuer... die Namen der Künstler am Bauhaus (1919-1930) sind weltbekannt! Lernt die unbekannteren Frauen kennen, die am Bauhaus als Fotografinnen arbeiteten, es waren Pionierinnen, mutig und kreativ! Sie erforschten neue Techniken, entwickelten neue Sichtweisen, gingen mit ihrer Kunst an die Grenzen des Gewohnten - und trugen zur Veränderung des Frauenbildes bei. 

Das leider derzeit noch geschlossene Bauhaus-Archiv in Berlin stellt im April 300 Fotografien im Museum für Fotografie aus, darunter Werke von Künstlerinnen des Institute of Design in Chicago (New Bauhaus), der Nachfolge des Bauhauses in den USA.

Wann: 17. April bis 4. Oktober 2026
Wo: Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Charlottenburg

Bauhaus-Fotografinnen

Tipp 2: Avantgarde. Max Liebermann und der Impressionismus in Deutschland

Max Liebermann, "Simson und Delila"
, © visitBerlin, Foto: Staedel Museum,FFM, erworben 1910

Kräftige Farben und eine energisch-breite, schwungvolle Pinselführung, das schnelle Einfangen von Szenen und Momenten - der französische Impressionismus bricht seit 1860 mit allen Regeln der Kunst und führt in eine neue Epoche. 

Deutschland, zehn Jahre später, 1870er Jahre: Der Berliner Maler Max Liebermann wird zum Vorreiter der avantgardistischen Kunstströmung, die mit menschlichen Szenen, leuchtenden Landschaften und Stillleben beeindruckt und sich nun im ganzen deutschen Kaiserreich durchsetzt. Seht im Museum Barberini mehr als 100 Gemälde von Liebermann und berühmten deutschen Impresionist:innen, darunter Max Slevogt, Sabine Lepsius oder Lovis Corinth.

Wann: bis 17. Juni 2026
Wo: Museum Barberini, Alter Markt, Humboldtstraße 5–6, Potsdam

Avantgarde

Tipp 3: Alles für die Kunst! Max Liebermann zwischen Strategie und Kulturpolitik

Liebermann Villa
, © visitBerlin, Foto: Günter Steffen

Eine zweite Ausstellung in der Liebermann-Villa am Wannsee schenkt euch weitere spannende Einblicke in das hoch engagierte, oft nicht einfache Leben des jüdischen Malers: Wie entwickelte sich der Avantgardist zu einer der einflussreichsten Persönlichkeiten im kulturpolitischen Betrieb des Kaiserreiches? Mit welchen Strategien gelang es ihm, in bedeutenden Künstlervereinigungen wie der Berliner Secession an der Spitze zu stehen? 

Erst unter nationalsozialistischer Herrschaft musste er seinen Posten als Präsident der Akademie der Künste räumen. Erfahrt, wie Liebermann für seine persönliche Ziele kämpfte: Für die Anerkennung der modernen Malerei und für die Freiheit der Kunst.

Wann: bis 25. Mai 2026
Wo: Liebermann-Villa am Wannsee, Colomierstraße 3, Zehlendorf

Alles für die Kunst

Tipp 4: Queere Kunst in der DDR?

Queere Kunst in der DDR
, © visitBerlin, Grafik: Sammlung Schwules Museum und KVOST, Berlin

In der ehemaligen DDR war Homosexualität -  wie im damaligen Westdeutschland - ein Tabu-Thema, Ausgrenzung und Stigmatisierung an der Tagesordnung, auch wenn der kriminalisierende Paragraf 175 schon 1968 aus dem Strafgesetzbuch der DDR gestrichen wurde. Besonders interessant ist es zu erfahren, in welch unterschiedlicher Weise queere Kunstschaffende in der DDR von den politischen und gesellschaftlichen Voraussetzungen beeinflusst wurden. 

Erstmals widmet sich diesem spannenden Thema das Projekt Queere Kunst in der DDR?. An 4 Ausstellungsorten in Berlin könnt ihr euch vor den Biografien und Gemälden, Fotografien, Grafiken, Skulpturen und Installationen von neun queeren Künstler:innen austauschen und diskutieren. Dazu gibt es ein reiches Veranstaltungsprogramm.

Wann: 28. März bis 28. Juni 2026
Wo: 

KVOST, Leipziger Straße 47, Mitte
nGbK , Karl-Liebknecht-Straße 11/13, Mitte
Mitte Museum, Pankstraße 47, Mitte
Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Leipziger Straße 54, Mitte

Queere Kunst

Tipp 5: Marina Abramović: Balkan Erotic Epic

Marina Abramovic
, © Marina Abramović, Courtesy der Marina Abramović Archives / VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Marco Anelli

“All energy we have in our body is sexual energy. We can use it for creativity, for spiritual matters or it becomes aggression, war, anger.” Die weltbekannte Performance-Künstlerin Marina Abramović hat ihrer Ausstellung Balkan Erotic Epic, die ab April 2026 im Gropius Bau zu sehen ist, diese Thematik zu Grunde gelegt. Schaut euch unbedingt das Werk aus filmischen und skulpturalen Installationen mit Live-Performances an: Hier fließen Rituale und Traditionen des Balkans mit einer Erotik zusammen, die irgendwo zwischen Leben und Tod schwingt und die dem menschlichen Körper nicht nur eine erotische und spirituelle, sondern auch gesellschaftspolitische Bedeutung verleiht. 

Wann: 15. April bis 23. August 2026
Wo: Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg

Marina Abramović 

Tipp 6: ColdWarGames - Alles nur ein Spiel

Alliierten Museum, Cold War Games
, © visitBerlin, Foto: Alliierten Museum / Dora Csala

Werft einen Blick zurück in die Zeit des Kalten Krieges: Die bedrohliche Spannung zwischen den westlichen Mächten unter Führung der USA und der Sowjetunion dauerte lang, von 1945 bis 1990 und die atomare Bedrohung versetzte immer wieder ganz Europa in Angst. 

Anhaltende Ängste brauchen Ventile und so wurde Angst zu Spiel: Der Kalte Krieg wurde in die Brett- und Computerspielwelt der 1960er- und 1970er-Jahre verlegt und "gespielt". Entdeckt in der  Ausstellung „ColdWarGames – Alles nur ein Spiel“ die Games von damals und lernt auch die aktuellen kennen. Eure Meinung ist gefragt: Alles nur ein Spiel?

Wann: bis 30. Juni 2026
Wo: AlliiertenMuseum, Clayallee 135, Zehlendorf

ColdWarGames

Tipp 7: GRACIELA ITURBIDE ꟾ Retrospektive

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, © visitBerlin, Foto: Gabriela Iturbide

Graciela Iturbide zählt zu den bedeutendsten zeitgenössischen Fotograf:innen und hat die neue Ausstellung ihrer Werke - selten gezeigte Farbaufnahmen, zahlreiche Vintage-Prints und großformatige Schwarz-Weiß-Fotografie - persönlich mit konzipiert. 

Wenn ihr durch Reisen, eure Freunde oder eure Herkunft einen Bezug zu Mexiko habt, gibt es keine phantastischere Möglichkeit, in die Tiefe der mexikanischen Kultur abzutauchen und aus dem fünfzigährigen Schaffen der Künstlerin viele neue Perspektiven auf Mexiko zu gewinnen: Iturbide Bilder zeigen ebenso das Leben nomadischer Gemeinschaften im Nordwesten Mexikos wie den Alltag der mexikanisch-amerikanischen Subkultur in Los Angeles. Und sie setzt sich mit dem weltbekannten "Casa Azul", dem Blauen Haus von Frida Kahlo und dem Leben der Künstlerin auseinander.

Wann: bis 10. Juni 2026
Wo: C/O Berlin (im Amerika-Haus), Hardenbergstraße 22, Charlottenburg

Graciela Iturbide

Tipp 8: Kunst Hand Werk Brücke

"Der ins Horn blasende Hirte mit Ziegen"
, © visitBerlin, Foto: Brücke Museum, Nachlass Gujer, Nick Ash

Ein kleiner Pfau auf einer Brosche, aus Silberblech gehauen, stammt von Erich Heckel. Ein Bett und ein Stuhl, beides aus Holz und mit aufwändigen Schnitzereien, fertigte Ernst Ludwig Kirchner. Mehr als 170 Objekte, Schmuck und Gebrauchsgegenstände aus Holz, Metall und Textilien, könnten für euch eine Überraschung sein: 

Die Künstler der Brücke, der weltberühmten expressionistische Künstlergemeinschaft, schufen nicht nur Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen, sondern auch alltägliche Gebrauchsgegenstände. Die neue spannende Ausstellung im Brücke-Museum zeigt kreatives und experimentelles Kunsthandwerk, das Künstler wie Emil Nolde, Max Pechstein oder Fritz Bleyl herstellten und erklärt euch auch wie und in welchem Zusammenhang sie entstanden.

Wann: bis 21. Juni 2026
Wo: Brücke-Museum, Bussardsteig 9, Dahlem

Kunst Hand Werk

Tipp 9: Gebaute Gemeinschaft - das Leben vor 12.000 Jahren

Gebaute Gemeinschaft Göbeklitepe, Taş Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren
, © visitBerlin, Foto: Karahantepe Excavation Archive/Yusuf Aslan

Was ihr auf dem Luftbild seht, sind Reste der weltweit ersten bekannten menschlichen Monumentalbauten - 12.000 Jahre alt. Gelegen in der östlichen Türkei und entstanden in einer der aufregendsten Epochen der Menschheitsgeschichte, als die "Jäger & Sammler", die ersten bekannten Gemeinschaften, sesshaft wurden. Die Vorstellung, dass es vor 12.000 Jahren bereits monumentale Architektur mit 6 Meter hohen Pfeilern gegeben haben könnte, war den Ausgräbern so fremd, dass die Anlage erst einmal für einen Friedhof aus römischer Zeit gehalten wurde. 

Auf der Museumsinsel könnt ihr jetzt spektakuläre archäologische Funde sehen, Skulpturen, Reliefs und Schmuck. Besonders berührend: Ein ängstlich gebückter Mann, der mit beiden Händen sein Geschlecht festhält, während seitlich zwei riesige Leoparden auf ihn zuspringen.

Wann: bis 19. Juli 2026
Wo: James-Simon-Galerie, Bodestraße, Mitte

Gebaute Gemeinschaften

Tipp 10: Heute noch, morgen schon. Filmische Perspektiven auf Berlin um 1990

Ausstellungsansicht Nikolaikirche
, © visitBerlin, Foto: Stadtmuseum Berlin, Alexander Rentsch

Eine Zeit voller Hoffnungen und voller Enttäuschungen: der in Berlin heftig spürbare gesellschaftliche Umbruch in den Jahren um 1990 nach der deutschen Wiedervereinigung. Seht im Museum Nikolaikirche eine ungewöhnliche Ausstellung zu diesem Thema und begreift den tiefen Wandel, der sich damals vollzog. Dokumentarische Kurzfilme der letzten vier Jahrzehnte und Szenen aus Film und Fernsehen geben euch seltene Einblicke in persönliche Erfahrungen und Geschichten, in individuelle und gemeinschaftliche Umgangsweisen mit dem Ansturm der Veränderungen, die in den Menschen widersprüchliche Gefühle auslösten. 

Das Besondere: In Essays, Nachrichtenclips und Konzertmitschnitten erfahrt ihr auch vietnamesische, russische und türkische Sichtweisen auf die Wiedervereinigung. Erlebt beeindruckende Kurzfilme auf riesigen Screens an Baugerüsten im hohen Innenbau der Kirche.

Wann: bis 6. April 2026
Wo: Museum Nikolaikirche, Nikolaiplatz, Mitte

Heute noch, morgen schon

Tip 11: Skandal! Hermione von Preuschen und der 'Mors Imperator'

Mors Imperator
, © visitBerlin, Foto: Mors Imperator, SMB, Hermione von Preuschen

Eine kleine Kabinettausstellung - aber aufregend:

33 Jahre ist die Malerin Hermione von Preuschen alt, als es ihr gelingt, die Kunstszene in Berlin in Aufruhr zu versetzen: In den 1880er Jahren eines Jahrhunderts, in dem Frauen in der Kunst gewöhnlich kein Erfolg beschieden ist, malt sie ein großformatiges ungewöhnliches Bild, den Mors Imperator: Im Mittelpunkt steht ein Skelett, als Herrscher in einen Purpurmantel mit Hermelinpelz gekleidet. Während es sich auf ein Schwert stützt, stößt es in einer entschiedenen Geste mit der linken Hand den prächtigen Thron um. Der Tod als triumphierender Herrscher über die Welt! 

Die Malerin schickt das Bild nach Berlin zur Akademieausstellung, wo es mehrmals abgelehnt wird: Zu eng erscheint der Jury der Bezug zu Kaiser Wilhelm I., der zu diesem Zeitpunkt bereits ein hochbetagter Greis ist. Hermione lässt sich nicht entmutigen, denkt sich etwas aus: Immerhin ist ihr Bild durch die Ablehnungen in Berlin publik geworden, auch in der Presse wird diskutiert. Hermione mietet kurzerhand eine Wohnung in der Leipziger Straße und stellt ihr Bild dort privat aus: Ein Riesenerfolg, die Besucherströme reißen nicht ab - und Hermione wird zur berühmten Künstlerin.

Diese besondere Geschichte könnt ihr jetzt in der Alten Nationalgalerie nacherleben: Der Mors Imperator ist dort ausgestellt, mit Briefen, historischen Fotos und Veröffentlichungen, die den besonderen Charakter der Künstlerin und das einmalige Bild dokumentieren.

Wann: bis 15. November 2026
Wo: Alte Nationalgalerie, Museumsinsel, Bodestraße, Mitte

Mors Imperator

Person mit langem Haar lächelt in die Kamera.

Dagmar

Dagmar beschäftigt sich besonders mit den kulturellen Schätzen Berlins und liebt es, durch Museen und Ausstellungen zu streifen und darüber zu schreiben.