Das erste Juni Wochenende steht an und bringt jede Menge Veranstaltungshighlights nach Berlin – manche davon sogar im Doppelpack. Denn nicht nur die Museumsinsel feiert mit dem Inselfest ihren Geburtstag, auch die Berliner Stadtbibliothek lädt zum Jubiläumstag. Und auch wer warme Junitage lieber unter freiem Himmel verbringt, ist bestens versorgt: Radtouren, Konzerte, Marktbummel und Street-Food-Festivals versüßen euch das Wochenende. Hier sind unsere 11 visitBerlin Tipps für dieses Wochenende.
Tipp 1: Feiert den 200. Geburtstag der Museumsinsel
Die Aufmerksamkeit der Berliner Kulturszene liegt an diesem Wochenende gleich zweifach auf der Museumsinsel, denn in diesem Jahr fällt der 200-jährige Geburtstag des Kulturensembles mit dem UNESCO-Welterbetag zusammen. Getreu dem aktuellen Motto Gemeinsam für Frieden und Verständigung haben sich die Veranstalter:innen des Inselfestes um ein besonders egalitäres Programm bemüht.
Mit einem stark vergünstigten Tagesticket stehen euch am Wochenende alle Museen der Insel, die Friedrichswerdersche Kirche und das PETRI Berlin offen. Das restliche Programm ist kostenlos: Mit dabei sind über 100 Führungen, Open-Air-Konzerte von Brahms bis Mousse T., Workshops und viele weitere Drop-in-Angebote.
Wann: Samstag und Sonntag 10 bis 20 Uhr
Wo: Museumsinsel, Mitte
Tipp 2: Erforscht bei der Langen Nacht der Wissenschaften Berliner Labore
Die Lange Nacht der Wissenschaften ist zurück und hat wieder einmal ein besonders schlaues Programm für euch zusammengestellt. Ab Samstagnachmittag öffnen Berliner Labore, Museen und Universitäten ihre Türen und geben Einblicke in Welten, die sonst verborgen bleiben: Wie findet ein Quantencomputer unter Millionen von Dokumenten die Nadel im Heuhaufen? Wie sieht ein altägyptisches Priesterinnengrab von innen aus? Und was hat es mit den wandernden Farben aus Zucker auf sich?
Diese und viele weitere Fragen beantworten euch Expert:innen in Talks, Experimenten, interaktiven Ausstellungen und VR-Erlebnissen. Nutzt die Gelegenheit und werft einen seltenen Blick hinter die Kulissen der Forschung.
Wann: Samstag von 16 bis 24 Uhr
Wo: Diverse Veranstaltungsorte in ganz Berlin
Lange Nacht der Wissenschaften
Tipp 3: Feiert 125 Jahre Bibliothek für Berlin
Nicht nur die Museumsinsel, auch die Berliner Stadtbibliothek feiert an diesem Wochenende Geburtstag und lädt aus diesem Anlass zum großen Hoffest ein. Seit dem 6. Juni 1901 ermöglicht die Bibliothek den Bürger:innen der Stadt freien Zugang zu Bildung. Zugleich ist sie auch ein besonderer Ort der Begegnung und des Austauschs.
Damit Bibliotheken auch in Zukunft Räume für gelebte Demokratie bleiben, wird auf dem Hoffest der ZLB nicht nur gefeiert: Autor:innen wie Jenny Erpenbeck und Leif Randt lesen aus ihren Werken, und bei einer Fishbowl-Diskussion könnt ihr über die Rolle von Bibliotheken in Diktaturen und Demokratien mitdiskutieren. Auch gemütliche Schattenplätze, Drinks und Verpflegung sind vor Ort!
Wann: Samstag ab 15 Uhr
Wo: Zentral- und Landesbibliothek Berlin (Haus Berliner Stadtbibliothek), Breite Straße 36, Mitte
125 Jahre Bibliothek für Berlin
Tipp 4: Erlebt andalusischen Flamenco bei Rosas Negras
Er steht für tiefe Gefühle, Dramatik und Leidenschaft. Seine Ursprünge hat der Flamenco im Andalusien des 19. Jahrhunderts, wo er sich aus den zahlreichen kulturellen Strömungen der Region entwickelte. Neben maurischen, jüdischen und christlichen Bewohner:innen brachten auch zugewanderte Roma ihre Musik- und Tanztraditionen mit ins südliche Spanien.
Im Kammermusiksaal der Philharmonie könnt ihr am Freitagabend bei Rosas Negras dieses besondere Kunstgenre erleben. Der aus Sevilla stammende Flamenco-Star Manuel Reina führt euch gemeinsam mit sechs weiteren Tänzer:innen durch ein breites Repertoire, das von klassischen Choreografien bis hin zu modernen Neuinterpretationen reicht.
Wann: Freitag um 20 Uhr
Wo: Philharmonie Berlin – Kammermusiksaal, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Tiergarten
Tipp 5: Genießt auf dem Frachti-Markt ein sommerliches Gemeinschaftsfest
Dank des Berliner khisdapaze Kollektivs gibt es auf dem Gelände des ehemaligen Flughafens Tegel mit der frachtkante seit einigen Jahren einen Ort für kulturelle Teilhabe und soziales Miteinander. Pünktlich zum ersten richtigen Sommerwochenende lädt das Kollektiv euch am Sonntag zum Frachti-Markt ein.
Von Soli-Kunst über Second-Hand-Stände bis hin zu Musik, Unterhaltung und Kulinarischem ist auf der sommerlichen Freifläche jede Menge geboten. Getreu der Programmlinie des Kollektivs habt ihr außerdem die Möglichkeit, euch mit anderen Menschen zu vernetzen und mehr über soziale und nachbarschaftliche Projekte zu erfahren.
Wann: Sonntag von 12 bis 20 Uhr
Wo: frachtkante, Flughafen Tegel 1, Tegel
Tipp 6: Besucht das Museum in der Kulturbrauerei
Das Museum in der Kulturbrauerei ist seit 2013 eine wichtige Adresse für die historische Aufarbeitung der deutsch-deutschen Teilung. In der Dauerausstellung Alltag in der DDR könnt ihr auf 600 Quadratmetern und bei freiem Eintritt Zeitdokumente wie Film- und Tonaufnahmen, Losungen und zahlreiche Originalobjekte entdecken.
Darüber hinaus widmet sich das Museum regelmäßig wechselnden Spezialthemen. Am 10. Juni eröffnet hier außerdem die Ausstellung Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall, die die Jugendbewegung rund um den Freizeitsport aus Ost- und Westperspektiven betrachtet.
Wann: Freitag von 9 bis 18 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: Museum in der Kulturbrauerei, Knaackstraße 97, Prenzlauer Berg
Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem MAuerfall
Tipp 7: Erfahrt, wie mit Cassirer der Durchbruch des Impressionismus gelang
Wer sich zu Beginn des 20. Jahrhunderts für den französischen Impressionismus interessierte, kam an Paul Cassirer nicht vorbei. Sein Berliner Kunstsalon entwickelte sich in den frühen Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts zu einer der bekanntesten Anlaufstellen für Fans der damals modernen Malerei. Zeitgleich zur Gründung seines Salons im Jahr 1898 arbeitete Cassirer auch als Sekretär der frisch gegründeten Kunstvereinigung Berliner Secession.
Er machte Werke von Edgar Degas, Paul Cézanne, Claude Monet und Vincent van Gogh erstmals einem breiteren Publikum in Deutschland zugänglich und prägte damit die hiesige Kunstlandschaft nachhaltig. Zu seinen Ehren widmet ihm die Alte Nationalgalerie nun die Ausstellung Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus.
Wann: Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: Alte Nationalgalerie, Bodestraße 1-3, Mitte
Paul Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus
Tipp 8: Tretet bei der ADFC-Sternfahrt für die Verkehrswende in die Pedale
Damit die Verkehrswende funktionieren und Berlin zu einer grünen Metropole werden kann, muss das bereits geltende Mobilitätsgesetz erst einmal in die Praxis umgesetzt werden. Dafür setzt sich am Sonntag die ADFC-Sternfahrt ein und ruft die ganze Stadt dazu auf, sich aufs Rad zu schwingen.
Damit jede:r in der eigenen Geschwindigkeit unterwegs sein kann und möglichst viele Menschen teilnehmen, haben die Veranstalter:innen verschiedene Routen zusammengestellt. Familien starten in der Nähe des Zielorts, während sportliche Radler:innen auch von weiter außerhalb, etwa aus Oranienburg oder Eberswalde, losfahren können. Gegen 14 Uhr treffen sich alle Teilnehmenden dann am Großen Stern im Tiergarten.
Wann: Sonntag zu verschiedenen Startzeiten
Wo: Verschiedene Treffpunkte in und um Berlin
Tipp 9: Unternehmt eine Berliner Mauertour mit dem Fahrrad
Wer sich für die Sternfahrt am Sonntag erst warmfahren will oder nach der Tour noch nicht ausgelastet ist, ist bei Berlin on Bike genau richtig. Mit einem geschichtsversierten Tourguide startet ihr am Bikedepot in der Kulturbrauerei und folgt von dort aus mit dem Fahrrad für rund 15 Kilometer dem Verlauf der Berliner Mauer.
An wichtigen historischen Stationen wie der Bornholmer Straße und dem Regierungsviertel erfahrt ihr in anschaulichen Anekdoten zahlreiche spannende Fakten zur deutsch-deutschen Teilung. Auf dem Programm stehen spektakuläre Fluchtversuche, prägende Momente des Mauerfalls und persönliche Einblicke in den Alltag der DDR.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag ab 10 Uhr
Wo: Bikedepot Kulturbrauerei Hof 4, Knaackstr. 97, Prenzlauer Berg
Berliner Mauertour mit dem Rad
Tipp 10: Schlemmt auf dem Streetfood-Festival Reinickendorf
Im Schatten des beeindruckenden Borsigturms, der zwischen 1922 und 1924 entstand und als Berlins erstes Hochhaus gilt, könnt ihr euch am Wochenende durch die halbe Welt schlemmen. Das Streetfood-Festival Reinickendorf vereint hier kulinarische Spezialitäten aus der Türkei, dem Libanon, Italien, den Philippinen und vielen anderen Ländern mit regionalem Bier und musikalischer Unterhaltung.
Das Kiezfest geht auf die Initiative des F.C. Arminia Tegel 1977 e.V. zurück, der es als Community-Erlebnis für den Stadtteil ins Leben gerufen hat. Mit Erfolg: Neben den internationalen Köstlichkeiten besticht das Festival mit einem vielseitigen Rahmenprogramm aus Konzerten, Fahrgeschäften und anderen Angeboten für die ganze Familie. Die Eintrittskarte für 2 Euro gilt direkt als Getränkemarke.
Wann: Freitag von 14 bis 22 Uhr, Samstag von 12 bis 22 Uhr und Sonntag von 12 bis 20 Uhr
Wo: Festwiese am Borsigturm 130, Tegel
Streetfood-Festival Reinickendorf
Tipp 11: Tanzt auf Erobiques Großer Gartenparty zu Discopunk
Wer Carsten „Erobique“ Meyer bisher noch nicht kennt, wird den Allround-Künstler aus dem Münsterland nach diesem Samstag nicht mehr vergessen, denn Erobique-Konzerte sind ein prägendes Erlebnis. Als Komponist, bildender Künstler, Musiker und Entertainer hat sich Meyer unter anderem in Bands wie International Pony und Einbahnstraße einen Namen gemacht.
Besonders beliebt sind allerdings seine Soloshows, in denen er sein buntgemischtes Publikum mit unkonventioneller Disco-Musik zum Tanzen bringt. Überzeugt euch bei Erobiques Großer Gartenparty auf der Freilichtbühne Weißensee selbst vom selbsternannten „vorerst letzten Discopunk Deutschlands“ und fahrt beseelt mit ihm in den Urlaub in Italien.
Wann: Samstag ab 17 Uhr
Wo: Freilichtbühne Weißensee, Große Seestraße 8-10, Weißensee
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