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11 besondere Ausstellungen in Berlin

Juni bis August 2026

Ausstellung "Tausendmal Berlin"
, © visitBerlin, Foto: SMB / Robert Rauschenberg / Thomas Bruns

Im Sommer 2026 gibt es in Berlin viele inspirierende Ausstellungen zu sehen. Sucht euch aus der Fülle von Angeboten aus, was euch fasziniert: die einhundert besten Plakate des Jahres 2025 aus Deutschland, Österreich und der Schweiz? Spannende Originale aus der seit langem geschlossenen Sammlung des Deutschen Historischen Museums oder die aktuelle Frage Reality Or Not des Künstlers C.B. Evans zur digitalen Unterhaltungskultur? Vielleicht möchtet ihr in der besonderen Fotoausstellung Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall tief die Welt & Lebenskultur des Skateboardings in Berlin eintauchen? Hier geben wir euch unsere persönliche Empfehlungen.

Weitere Empfehlungen und Aktuelles aus den Museen Berlins erfahrt ihr auf unseren Webseiten:

Museen in Berlin  aktuelle Top-Ausstellungen    

Tipp 1: Tausendmal Berlin. Die Sammlung der Nationalgalerie im Hamburger Bahnhof

Ausstellung "Tausendmal Berlin"
, © visitBerlin, Foto: the artist / Nationalgalerie – Staatliche Museen zu Berlin / Jacopo La Forgia / VG Bild-Kunst Bonn, 2025

Diese Ausstellung ist einfach Berlin pur! Sie präsentiert die Berliner Kunstszene von 1989 bis heute. Im Fokus: Berlin als Zentrum ständiger gesellschaftlicher Bewegung und Auseinandersetzung, als Ort, an dem Politik, Migration, Kunst und Protest aufeinandertreffen und eine besondere Lebenskultur schaffen. Und Berlin kontinuierlich als Spiegel globaler Ereignisse, wenn ihr nur an die deutsche Teilung und den Mauerfall denkt.

Lernt im Hamburger Bahnhof die Positionen und Reflektionen bedeutender Künstler:innen aus Berlin kennen, die sich den Mythen und Strömungen der Stadt widmen: in Skulpturen & Installationen, in Gemälden, Zeichnungen & Fotografien. Seht mehr als 70 Werke, die sich mit Subkultur, Hedonismus und vielen anderen Themen auseinandersetzen.

Wann: 12. Juni 2026 bis 30. Dezember 2027
Wo:  Hamburger Bahnhof – Nationalgalerie der Gegenwart, Invalidenstraße 50-51, Mitte

tausendmal Berlin

Tipp 2: Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall

Skater & Rollbrettfahrer vor und nach dem Mauerfall
, © visitBerlin, Foto: Stiftung Haus der Geschichte, Helge Tscharn

Skateboarding - ein Lebensgefühl! Seit den 1970er Jahren entdecken Skater sowohl in der Bundesrepublik als auch in der ehemaligen DDR die Städte für sich: Sie verwandeln Plätze und leerstehende Gebäude, historische Monumente und Denkmäler zu Bühnen und Rampen für akrobatische Abenteuer. Parks und Parkplätze werden zu sozialen Treffpunkten der Szene.

Im Zentrum dieser ungewöhnlichen Ausstellung stehen die Bilder des „Stern“-Fotografen Harald Schmitt sowie der Szenefotografen Thomas Kalak und Helge Tscharn, Szenekleidung, selbstgebaute Skateboards und viele weitere Objekte lassen euch tief in dieses Stück Stadtkultur eintauchen. Erlebt, wie unterschiedlich sich die Szene östlich und westlich der Berliner Mauer entwickelte und wo die Gemeinsamkeiten lagen.

Wann: 10. Juni 2026 bis 4. April 2027
Wo: Knaackstraße 97, Prenzlauer Berg

Skater & Rollbrettfahrer

Tipp 3: Cassirer und der Durchbruch des Impressionismus

Monet - Sommer
, © bpk / Nationalgalerie, SMB / Jörg P. Anders

Um die Wende zum 20. Jahrhundert wirkte in Berlin ein außergewöhnlicher Galerist und Kunstsammler, Paul Cassirer. Vielleicht habt ihr den Namen schon einmal gehört. Lange bevor der Kunststil Impressionismus Europa eroberte, begann Cassirer junge und später weltberühmte französische Künstler wie Edgar Degas, Paul Cézanne, Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Vincent van Gogh auszustellen und bekannt zu machen. Ebenso förderte er Max Liebermann, Lovis Corinth und Max Slevogt und unterstützte Edvard Munch, Ernst Barlach, Ernst Ludwig Kirchner und Paula Modersohn-Becker.

So verhalf er nicht nur den Impressionisten zum Durchbruch, sondern wurde ebenso zum Förderer der Klassischen Moderne und junger Avantgardisten und entwickelte sich zum größten Kunsthändler und Mäzen seiner Zeit. Ihr könnt euch denken, welche spektakulären Werke eine Kunstausstellung zu Cassirer zeigen wird - es ist DIE Sommerausstellung auf der Museumsinsel! Seht rund 100 der wichtigsten und bekanntesten Bilder des Impressionismus und erstklassige Malerei der Klassischen Moderne.

Wann: bis 27. September 2026
Wo: Alte Nationalgalerie, Museumsinsel, Bodestraße, Mitte

Cassirer 

Tipp 4: 100 Beste Plakate 25. Deutschland Österreich Schweiz

100 Beste Plakate 2025
, © visitBerlin, Grafik: SMB, Peach Wien, 100 Beste Plakate e.V.

Für alle Fans von Grafikdesign ein absolutes Muss: Die Ausstellung der hundert besten Plakate aus Deutschland, Österreich und der Schweiz am Kulturforum im Jahr 2025. Ihr seht dort das Kreativste und Neueste an Einzel- und Serienplakaten, wobei unter den 2.297 Plakaten, mit denen sich 676 Studios und Gestalter:innen bewarben, das Kulturplakat dominiert.

Prämiert wurde ein weites Spektrum an Design - von minimalistischen Typografien bis hin zu wild-expressiven Farbkompositionen. Im Fokus der Jury standen dieses Jahr gesellschaftskritische Botschaften, mittels dominanter Lettern und knalliger Farben in Szene gesetzt. So wie das Plakat seit seiner Entstehung politische Inhalte propagiert, so werdet ihr auch jetzt zu Protest, Mut und Umdenken aufgefordert.

Verpasst nicht, euch die inspirierende Ausstellung bald anzuschauen, denn Anfang Juli gehen die Plakate auf Tournee, unter anderem nach Korea.

Wann: 12. Juni bis 5. Juli 2026
Wo: Kulturforum, Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz, Tiergarten

100 beste Plakate

Tipp 5: Objekte. Geschichte. Geschichten.

Objekte, Geschichte, Geschichten
, © visitBerlin, Foto: Deutsches Historisches Museum

Die riesige Sammlung des Deutschen Historischen Museums könnt ihr seit vielen Jahren nicht mehr sehen, da das historische Zeughaus, in dem sie beheimatet war, grundlegend saniert und modernisiert wird. Das wird auch noch viele Jahre so bleiben. Währenddessen könnt ihr die spannenden  Wechselausstellungen des Deutschen Historischen Museums zu aktuellen historischen und politischen Fragestellungen in der angrenzenden modernen Ausstellungshalle, dem Pei-Bau, besuchen.

Aktuell habt ihr die tolle Gelegenheit, etwa 200 spannende Gegenstände aus der rund eine Million Objekte umfassenden historischen Sammlung im Erdgeschoss des Pei-Baus zu sehen. Macht einen Spaziergang durch die deutsche Geschichte, durch klar gegliederte Ausstellungsbereiche, in denen die Ausstellungsstücke mit ihren großen geschichtlichen Hintergründen wie Kolonialismus oder Nationalsozialismus verbunden werden und in Kontrast zum Heute gesetzt werden.

Lasst euch von einem kunstvoll reliefierten Straußenei überraschen oder betrachtet ein prunkvolles Bernstein-Brettspiel aus dem Jahr 1607, Kleidungsstücke der Königin Luise von Preußen bis hin zu einem umfunktionierten IKEA-Stockbett einer Geflüchteten-Unterkunft von 2015. Übrigens ist der Eintritt am 20. Juni 2026, dem Weltflüchtlingstag, im DHM frei und es gibt eine kostenlose Themenführung.

Wann: bis 31. Oktober 2026
Wo: Deutsches Historisches Museum, Pei Bau, Hinter dem Gießhaus 3, Mitte

Objekte. Geschichten. Geschichte.

Tipp 6: Moment Mal. Das Young Bauhaus Festival

Young Bauhaus
, © visitBerlin, Foto: Erika Babatz

Pause, sich eine Auszeit nehmen - das ist nicht nur für uns heute ein Thema, auch in der weltbekannten Künstler:innengruppe am Bauhaus spielte die Pause schon eine große Rolle, frei nach dem Motto: Auch das schnellste Rennrad braucht die Luft zwischen den Speichen. Die Bauhaus-Künstler:innen feierten, machten Musik & Sport, ließen sich von der Sonne bescheinen. Dabei führten die Gespräche und Beziehungen in der Freizeit zu gemeinsamen neuen kreativen Ideen.

Das Festival Moment Mal des Young Bauhaus lädt euch dazu ein, eine Pause zu machen und über sie zu reflektieren - bei Künstler:innen-Talks, Film-Screenings, Kunstwerken, Musik und Sound-Installationen. In Workshops könnt ihr neue Möglichkeiten kennenlernen, eure freien Momente zu gestalten. Kommt zum Young Bauhaus-Treffen und schaltet für ein paar Stunden auf Pause.

Wann: 17. Juli, 17-21 Uhr, 18. Juli 14-24 Uhr, 19. Juli 13-16 Uhr 
Wo: The Temporary Bauhaus-Archiv, Knesebeckstraße 1, Charlottenburg

Moment Mal

Tipp 7: C.B. Evens: Reality or Not

"Reality or not", Film Still
, © visitBerlin, Bild: Cecile B. Evans, Reality Or Not, 2023_Production Still made with Tida PN, Adam James Sinclair Lotti V. Closs

Keine neue Erkenntnis: Digitale Medien, ihre allgegenwärtige Unterhaltungskultur und algorithmische Systeme haben einen starken Einfluss darauf, wie wir Dinge wahrnehmen. Die belgisch-amerikanische Künstlerin C-B. Evans beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Strukturen der digitalen Welt und ihren Auswirkungen auf unser gegenwärtiges Leben.

Der Schinkel Pavillon im historischen Zentrum von Berlin zeigt jetzt die erste Einzelausstellung der Künstlerin in Berlin, in der Evans ihr Filmprojekt Reality or Not ins Zentrum stellt: Eine Gruppe von Schüler:innen aus einem Vorort von Paris nehmen an der Reality Show eines amerikanischen Produzenten teil und beginnen dabei Schritt für Schritt sich zwischen verschiedenen Wirklichkeitsebenen zu bewegen, Dabei lehnen sie ihre eigene Realität immer mehr ab. Schaut euch den bewegenden 35-minütigen Stilmix aus inszenierten Spielfilmsequenzen, Animationen und Found Footage an und erlebt eine schrittweise Radikalisierung der Protagonist:innen.

Wann: bis 13. Juni bis 31. August 2026
Wo: Schinkel Pavillon, Oberwallstraße 32, Mitte

Reality or Not

Tipp 8: Kunst - Menschen - Macht. Schloss Schönhausen als Tatort

Roters Liste 555
, © visitBerlin, Foto: SMPK, bpk/Zentralarchiv

Schloss Schönhausen liegt beschaulich im Grünen, der Schlosspark lädt zu romantischen Spaziergängen ein. Nichts deutet darauf hin, dass die einstige Sommerresidenz der preußischen Königin Elisabeth Christine vor rund achtzig Jahren eine dunkle Rolle im System des Nationalsozialismus spielte: Wusstet ihr, dass Schönhausen als zentrales Depot für die sogenannte „Entartete Kunst“, für Meisterwerke des Expressionismus und der Modernen Kunst, genutzt wurde? Hier lagerten aus ganz Deutschland rund 3.750 Kunstwerke, die zuvor von den Nationalsozialisten beschlagnahmt worden waren. Von Schönhausen aus wurden die Kunstwerke dann ins Ausland verkauft.

Seht die neue Ausstellung am Ort des Geschehens dazu, mit Originalwerken und Dokumenten. Interessiert euch das Thema "Entartete Kunst"? Dann findet weitere Empfehlungen für Berlin in den Top-Ausstellungen 2026.

Wann: Dauerausstellung ab dem 12. Juni 2026
Wo: Schloss Schönhausen, Tschaikowskistraße 1, Pankow

Kunst-Menschen-Macht

Tipp 9: Many Shades of Grès

Many Shades of Grès
, © visitBerlin, Foto: SMB, David von Becker

Marlene Dietrich, Grace Kelly, Greta Garbo und viele andere internationale Celebritys vertrauten ihr in puncto Mode: "Madame Grès", gefeierte französische Modedesignerin, die sich seit den 1930er Jahren zur Wegbereiterin der Haute Couture des 20. Jahrhunderts entwickelte, schuf die heute berühmten langen, plissierten Kleider. Diese Meisterwerke, in denen zum Teil mehrere Meter Stoff auf wenige Zentimeter gerafft wurden, waren von der griechischen Marmorskulptur inspiriert und zeichneten sich durch eine zeitlose klassische Eleganz aus.

Das Besondere an der Ausstellung ist nicht nur die Präsentation von 25 Original-Modellen aus dem Schaffen von Mme Grès - die größte Sammlung außerhalb von Paris - sondern auch, dass diese in Beziehung zu antiken Kunstwerken der Berliner Antikensammlung, des Byzantinischen Museums und der Gemäldegalerie gesetzt werden. Dazu sehr ihr auf Büsten und Figurinen, auf Fotografien und in Projektionen rund 150 weitere Exponate, die ohne die Kreationen von Mme Grès nicht denkbar sind.

Wann: bis 11. Oktober 2026
Wo: Kunstgewerbemuseum, Kulturforum, Johanna-und-Eduard-Arnhold-Platz , Tiergarten

Many Shades of Grès

Tipp 10: Edward W. Godwin und Oscar Wilde. Dandys Dekadenz Moderne

Edward W. Godwin und Oscar Wilde. Dandys Dekadenz Moderne
, © Edward W. Godwin (William Watt London), Sitzbank mit Korbgeflecht, 1875, Tony Geering - Puritan Values, James von Claer, Foto: Jake Seabrook/Puritan Values

Und noch etwas Besonderes für Design-Liebhaber:innen: Im Bröhan-Museum gegenüber von Schloss Charlottenburg wird aktuell die Kultur des Großstadt-Dandytums in den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts beleuchtet. Zwei Persönlichkeiten stechen in dieser Zeit besonders hervor: Edward William Godwin (1833–1886) zählte zu den radikalsten und einflussreichsten Designern des viktorianischen England. Mit dem Schriftsteller Oscar Wilde (1854–1900) verband ihn eine enge Freundschaft. Als prägende Persönlichkeit seiner Epoche verkörperte Wilde das Lebensgefühl des viktorianischen Englands zwischen Dandytum und Dekadenz.

Godwin und Wilde waren Geistesverwandte, deren künstlerisches Schaffen von umfassender Bildung und außergewöhnlicher Wissbegier geprägt war. Beide verfolgten das Ziel, den Alltag ästhetisch zu durchdringen und ihn in Kunst zu verwandeln. Schönheitskult und die Verschmelzung von Lebensstil mit Kunst und Design stehen im Fokus der spannenden Ausstellung, die euch auch zeigt, wie sehr Godwin und Wilde, die Köpfe des Aesthetic Movements, die Entwicklung des Designs auch im 20. Jahrhundert beeinflussten.

Wann: bis 30. August 2026
Wo: Bröhan Museum, Schloßstraße 1a, gegenüber vom Schloss Charlottenburg, Charlottenburg

Dandys Dekadenz Moderne

Tip 11:  Neue Frau, Neues Sehen - Die Bauhaus-Fotografinnen    

Neue Frau,  Neues Sehen. Die Bauhaus-Fotografinnen
, © visitBerlin, Foto: Bauhaus Archiv Berlin, Marinko Sudac

Walter Gropius, Ludwig Mies van der Rohe, Oskar Schlemmer, Marcel Breuer... die Namen der Künstler am Bauhaus (1919-1930) sind weltbekannt! Lernt die unbekannteren Frauen kennen, die am Bauhaus als Fotografinnen arbeiteten, es waren Pionierinnen, mutig und kreativ! Sie erforschten neue Techniken, entwickelten neue Sichtweisen, gingen mit ihrer Kunst an die Grenzen des Gewohnten - und trugen zur Veränderung des Frauenbildes bei. 

Das leider derzeit noch geschlossene Bauhaus-Archiv in Berlin stellt 300 Fotografien im Museum für Fotografie aus, darunter Werke von Künstlerinnen des Institute of Design in Chicago (New Bauhaus), der Nachfolge des Bauhauses in den USA.

Wann: bis 4. Oktober 2026
Wo: Museum für Fotografie, Jebenstraße 2, Charlottenburg

Bauhaus-Fotografinnen

Person mit langem Haar lächelt in die Kamera.

Dagmar

Dagmar beschäftigt sich besonders mit den kulturellen Schätzen Berlins und liebt es, durch Museen und Ausstellungen zu streifen und darüber zu schreiben.