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11 Tipps zur Berlin Art Week

Höhepunkte der Kunstwoche

Neue Nationalgalerie
, © visitBerlin, Foto: Artfully Media, Sven Christian Schramm

Zur Berlin Art Week 2026 laden über 100 Ausstellungshäuser, Museen, Privatsammlungen, Galerien und Projekträume dazu ein, zeitgenössische Kunst in Berlin zu entdecken. 

Neben den großen Kunstmuseen und Ausstellungshäusern präsentieren auch viele kleinere Galerien neue, spannende Ausstellungen. Dazu erwartet euch ein Rahmenprogramm mit Führungen, Performances, Musik, Talks und vielem mehr. Weil da die Wahl nicht leichtfällt, haben wir 11 Highlights für euch herausgesucht, die meisten davon sind kostenfrei.

Tipp: Viele der Ausstellungen sind über die offizielle Laufzeit der Berlin Art Week vom 9. bis 13. September 2026 hinaus zu sehen. 

Tipp 1: Startet eure Entdeckungstour am Kulturforum im Berlin Art Week Garten

Fashion Show im Kulturforum
, © Kulturprojekte Berlin, Foto: Oana Popa

Zum 15-jährigen Jubiläum der Berlin Art Week wird das Kulturforum zum zentralen Treffpunkt für Kunstfans. Im Berlin Art Week Garten könnt ihr euch über mehr als 100 Festivalpartner informieren, eure persönliche Route zusammenstellen oder einfach zwischen Workshops, Talks, Performances und Screenings verweilen.

Spannende Programmpunkte rundherum sind Maurizio Cattelans Ausstellung in der Neuen Nationalgalerie, das Festival „Perform!“ und der abschließende „Tag im Grünen“ am Sonntag, bei dem ihr alle Häuser rund um das Kulturforum mit einem vergünstigten Ticket erkunden könnt.  Es erwarten euch Führungen, Musik und die traditionelle Tafel im Grünen, bei der ihr mit anderen Kunstfans die Art Week noch einmal Revue passieren lassen könnt.

Das Beste: Der Berlin Art Week Garten selbst ist kostenlos und offen für alle. 

Wann: 9. bis 13. September 2026, ganztägig
Wo: Matthäikirchplatz, Tiergarten

BAW Garten

Tipp 2: Entdeckt neue Kunst auf der POSITIONS Berlin Art Fair

Positions Berlin Art Fair
Positions Berlin Art Fair, © Oana Popa für Kulturprojekte Berlin

Kunstmesse trifft Flughafenarchitektur: In den monumentalen Hangars 5 und 6 des ehemaligen Flughafens Tempelhof entdeckt ihr bei der POSITIONS Berlin Art Fair moderne und zeitgenössische Kunst auf mehr als 10.000 Quadratmetern. Insgesamt sind diesmal 86 internationale Galerien aus 20 Ländern mit dabei.
Spannend sind auch die Sonderformate: Bei Academy POSITIONS begegnet ihr jungen Talenten deutscher Kunsthochschulen, FASHION POSITIONS bringt Kunst und Berliner Modedesign zusammen und Selected POSITIONS zeigt Werke bis 2.500 Euro - perfekt für angehende Sammler:innen. 

Wann: 10. September, 18–21 Uhr; 11. September, 14 - 20 Uhr; 12. September, 11 - 19 Uhr; 13. September 2026, 11 - 18 Uhr
Wo: Flughafen Tempelhof, Hangar 5–6, Tempelhof

POSITIONS

Tipp 3: Zieht bei der Gallery Night durch Berlins Galerien

Galerie M - Kunst im urbanen Raum
, © Foto: Karin Scheel

Wie sehr die ganze Stadt zur Berlin Art Week in Kunststimmung ist, wird bei der Gallery Night besonders spürbar. 54 Galerien öffnen am Donnerstagabend ihre Türen und laden euch dazu ein, von Ausstellung zu Ausstellung zu ziehen.

Auf eurer Route begegnen euch große Namen der internationalen Kunstszene: Entdeckt Werke des US-amerikanischen Ausnahmekünstlers Robert Rauschenberg bei BASTIAN, des legendären Modedesigners und Künstlers Martin Margiela bei der Konrad Fischer Galerie, der renommierten Fotografin und Konzeptkünstlerin Carrie Mae Weems bei der Galerie Barbara Thumm und der deutschen Gegenwartskünstlerin Katharina Sieverding bei der Galerie Thomas Schulte.

Gleichzeitig könnt ihr junge Programme und neue Positionen entdecken. Stellt euch eure persönliche Galerie-Route zusammen und erlebt oder lasst euch von Eröffnung zu Eröffnung treiben.

Wann: 10. September, 18–22 Uhr; 11. bis 13. September 2026, 12–18 Uhr
Wo: 54 Galerien in verschiedenen Berliner Bezirken

Gallery Night

Tipp 4: Erlebt „Alternde Meister“ zwischen Kunst und Performance

Männer in der Gemäldegalerie
, © visitBerlin, Foto: Eric Maier-Rehm

Was passiert, wenn die Alten Meister auf die Körper und Geschichten des heutigen Berlins treffen? Für „Alternde Meister“ verwandeln Ersan Mondtag und Nadim Samman die Gemäldegalerie in ein lebendiges Tableau: 25 Performer:innen aus Schauspiel, Tanz, Musik, Kunst und Nachtleben bewegen sich durch die Sammlung und setzen sich mit Alter, Vergänglichkeit und Sichtbarkeit auseinander.

Mit dabei sind unter anderem Eva-Maria Keller, Sema Poyraz und WestBam. Ihr könnt euch frei zwischen den Szenen bewegen und selbst entscheiden, welchem Geschehen ihr folgen möchtet.

Gut zu wissen: Am 13. September starten Performances um 10.30, 13 und 15.30 Uhr. Mit einem gültigen Museumsticket ist die Teilnahme kostenfrei.

Wann: 11. bis 13. September, je nach Performance
Wo: Gemäldegalerie, Matthäikirchplatz, Tiergarten

Alternde Meister
Tipp 5: Trefft Arash Nassiri bei „Meet the Artist“

Kunst wirkt noch einmal anders, wenn ihr die Gedanken dahinter direkt von den Kunstschaffenden hört. Genau dazu lädt „Meet the Artist“ während der Berlin Art Week ein.

Ein spannendes Beispiel ist das Künstlergespräch bei Fluentum: Arash Nassiri spricht mit Direktor Raoul Klooker über seine Ausstellung „A Bug’s Life“.
Im Zentrum steht Nassiris gleichnamiger Film (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Pixar-Movie), der anhand einer opulenten Villa in Beverly Hills Geschichten der iranischen Diaspora, Architektur, sozialen Aufstieg und Ausgrenzung miteinander verwebt. Kommt vorbei, hört zu und entdeckt die Ausstellung aus der Perspektive des Künstlers.

Gut zu wissen: Das Gespräch findet auf Englisch statt, der Eintritt ist frei und eine Anmeldung nicht erforderlich. Die Sitzplätze sind begrenzt.

Wann: 12. September 2026, 16 Uhr (Ausstellung 10. September bis 12. Dezember 2026)
Wo: Fluentum, Clayallee 174, Dahlem

A Bug's Life

Tipp 6: Stärkt mit „Vorsicht Demokratie!“ die Freiheit der Kunst

Berlinische Galerie
Berlinische Galerie Kunstsammlung, © Berlinische Galerie, Foto: Nina Straßgütl

Wie eng Kunstfreiheit und Demokratie miteinander verbunden sind, zeigt die bundesweite Kampagne „Vorsicht Demokratie!“. Zur Berlin Art Week 2025 gestartet, bringt sie auch dieses Jahr wieder Kunst- und Kulturinstitutionen mit engagierten Künstler:innen und zivilgesellschaftlichen Initiativen zusammen. Mit dabei sind Berliner Häuser wie die Akademie der Künste, die Berlinische Galerie, C/O Berlin, das HKW und das KINDL. Künstler wie Hans Haacke, Rosemarie Trockel und Maria Eichhorn setzen eigene Impulse. Entdeckt, wie Kunst gesellschaftliche Debatten anstoßen kann - und warum eine lebendige Demokratie Räume für kritische Stimmen braucht.

Tipp: Hört gerne auch mal rein in unsere Berlin Unboxed Podcast-Folge zur Transparenz der Demokratie. Darin nehmen wir euch mit auf einen Kunstspaziergang durchs Regierungsviertel. 

Wann: zur Berlin Art Week, je nach Veranstaltung
Wo: verschiedene Kunst- und Kulturinstitutionen in Berlin

Vorsicht Demokratie

Tipp 7: Taucht bei der Kyiv Biennial in die KW ein

KW Institute for Contemporary Art - KUNST-WERKE BERLIN e. V.
, © KW Institute for Contemporary Art, Foto: Fette Sans

Zur Berlin Art Week bespielt die Kyiv Biennial „A Bird That Cannot Land“ das gesamte Gebäude der KW und bringt mehr als 40 internationale künstlerische Stimmen zusammen. Die Ausstellung, wie auch verschiedene Performances und Diskurse kreisen um Krieg, Migration, Erinnerung und Zugehörigkeit.

Unser Tipp fürs Abschlusswochenende: Bei „soft thought“ vom Berliner Künstlerduo Labour (Farahnaz Hatam & Colin Hacklander) verwandeln Klang, Tanz und Performance vier Stunden lang Ausstellungsräume, Treppenhäuser und Dachgeschoss. Einen festen Anfang gibt es nicht – kommt einfach dazu, bewegt euch durchs Haus und lasst euch treiben.

Wann: 9. September 11 – 21 Uhr (freier Eintritt), 10. bis 13. September,11 -19 Uhr, „soft thought“: 12. September 2026, 20 - 24 Uhr
Wo: KW Institute for Contemporary Art, Auguststraße 69, Mitte

A Bird That Cannot Land

Tipp 8: Folgt dem Kreuzberger Kunstfilmfestival durch die Stadt

berlin
, © visitBerlin, Foto: Philip Koschel

Hier kommt die Kunst zu euch: Beim 1. Kreuzberger Kunstfilmfestival „Es geht voran!“ von berlinartfilms wird Videokunst mitten im öffentlichen Raum gezeigt. Eine mobile Moving Image Sculpture bringt internationale zeitgenössische Videokunst auf Straßen und Plätze und fragt, was Fortschritt heute eigentlich bedeutet.
Besonders spannend ist die Tour am Freitag: Folgt der mobilen Ausstellung vom Mehringplatz über den Oranienplatz bis zum Mariannenplatz und erlebt, wie Passant:innen plötzlich zum Kunstpublikum werden und vertraute Orte zu temporären Ausstellungsräumen.
Wann & Wo:
9. September 15 - 20 Uhr, Berlin Art Week Garten am Kulturforum
11. September 15 - 22 Uhr, Mehringplatz  - Oranienplatz - Mariannenplatz, Kreuzberg
12. September 2026, 15 - 20 Uhr Franckepark, Tempelhof

Tipp 9: Erlebt bei Art/Platte, wie Mode auf Kunst trifft

Platte.berlin
, © iHeartBerlin

Kunst, Fashion und Berliner Clubkultur unter einem Dach: Zum fünften Geburtstag verwandelt sich PLATTE.Berlin während der Berlin Art Week in einen offenen Kulturraum. Herzstück von Art/Platte ist die von Künstler Thomias Radin kuratierte Gruppenausstellung „Hypogeum“, ergänzt durch Performances, Sound und Fashion.

Ein Highlight: Am Freitag, 18.30 bis 21.30 Uhr, trifft die neue Kollektion des Berliner Labels Haderlump auf die markanten Fotografien von Sven Marquardt. Am Samstag zeigen Nachwuchsdesigner der HTW Berlin von 11 bis 15 Uhr ihre Entwürfe auf dem Runway. Dazu gibt es Croissants, Kaffee und Musik. Kommt vorbei und erlebt Berlins kreative Szenen im Zusammenspiel! Der Eintritt ist frei.

Wann: 9. bis 12. September 2026, je nach Veranstaltung
Wo: PLATTE.Berlin, Memhardstraße 8, Mitte

Art/Platte

Tipp 10: Entdeckt junge Kunst bei „Under the Table“

Party, DJs
, © GettyImages, Foto: Hinterhaus Productions

Dass bei der Berlin Art Week auch Studierende mitmischen, zeigt „Under the Table“ im SİNEMA TRANSTOPIA. Gemeinsam mit Viron Erol Vert haben Studierende der Kunsthochschule Berlin-Weißensee eine Installation geschaffen, die Tischkulturen des östlichen Mittelmeerraums neu interpretiert. Unter einem monumentalen Tisch entdeckt ihr Klanglandschaften und performative Rituale rund um Diaspora, Erinnerung und Gemeinschaft. Zur Eröffnung wird die Installation mit Kaffeesatzlesen und DJ-Set aktiviert.

Nutzt die Gelegenheit auch, das SİNEMA TRANSTOPIA zu erkunden, einen spannenden Berliner Ort für Film, Kunst und gesellschaftlichen Austausch. Der Eintritt ist frei.

Wann: 10. September, 18 - 22 Uhr; 11. September, 18 - 22 Uhr; 12. September, 18 - 20 Uhr
Wo: SİNEMA TRANSTOPIA, Lindower Straße 20 - 22, Haus C, Wedding

Under the Table

Tipp 11: Verbringt den Sonntag mit Kunst in der Fahrbereitschaft

haubrok foundation
, © (c) visumate

Zum Finale der Berlin Art Week lädt die haubrok foundation zu einem ganzen Nachmittag zwischen Ausstellung, offenen Ateliers, Performance und Musik. Entdeckt bei „Another Sunday Afternoon“ unter anderem die Gruppenschau „Hardcore“ mit Positionen von Karin Sander und Wolfgang Tillmans sowie Arbeiten von Seongwon Park. Ab 15 Uhr startet das Liveprogramm mit Führung, Tanzperformances und Gespräch, bevor Big Snuff Berlin mit Noise Rock und Heavy Kraut übernimmt. Plant ruhig mehrere Stunden ein und lasst euch über das Gelände treiben – der Eintritt ist frei.

Gut zu wissen: Ausstellungen und Open Studios laufen von 14 bis 19 Uhr, das Liveprogramm von 15 bis 21 Uhr. Alle Angebote sind kostenfrei und ohne Anmeldung zugänglich.

Wann: 13. September, 14 - 21 Uhr
Wo: Fahrbereitschaft, Herzbergstraße 40 - 43, Lichtenberg

Another Sunday Afternoon

Josefine Köhn-Haskins

Josefine

ist in München aufgewachsen, hat dort studiert und bei der SZ volontiert. Bevor sie in Berlin ihr Zuhause fand, berichtete sie als Korrespondentin und Trendscout aus den USA. Heute ist sie kreuz und quer in Berlins Kiezen unterwegs und beschäftigt sich mit Kultur, Musik und Zukunftsideen für ein innovatives Berlin.