Der Mai segnet uns wie jedes Jahr mit mehreren Feiertagen, die das Wochenende zum Kurzurlaub machen. Nach dem Ersten Mai ist nun Christi Himmelfahrt an der Reihe und läutet das Freizeitvergnügen für viele schon am Donnerstag ein. Spätestens am Freitag beginnt das Wochenendprogramm dann aber wirklich für alle und verschönert euch den Frühling mit Freiluft- und Indoor-Theater, experimentellen Klangwelten, Kirchenmusik und vielen weiteren Highlights.
Tipp 1: Erlebt auf dem Theatertreffen zehn herausragende Inszenierungen
Seit über sechzig Jahren sichtet die Jury des Theatertreffens jährlich rund 700 Produktionen und steht dabei jedes Mal wieder vor der anspruchsvollen Aufgabe, daraus die zehn bemerkenswertesten Inszenierungen auszuwählen. Dieses Mal haben es zahlreiche Neuinterpretationen in die Auswahl geschafft, die bekannte Geschichten mit dramatischem Feinschliff in die Gegenwart übertragen.
Am Wochenende steht Serotonin im Hans Otto Theater auf dem Programm, Three Times Left is Right im HAU Hebbel am Ufer sowie Der Hauptmann von Köpenick im Haus der Berliner Festspiele. Und auch das Rahmenprogramm hat in diesem Jahr etwas Neues zu bieten: Mehr Drama! präsentiert euch neue Stimmen des Theaters und lädt zu Diskussionen rund um das Themenpaar Dramatik und Diskurs ein.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag zu verschiedenen Spielzeiten
Wo: Diverse Theater in Berlin und Potsdam
Tipp 2: Versinkt bei The Infinite Now in einer 30-stündigen Klangwelt
Wer bei dieser Veranstaltung einschläft, tut genau das, was ihr Konzept vorsieht: Bei The Infinite Now gehören Eindösen, Aufwachen und Träumen zur Sound-Erfahrung. Diese Erfahrung steht euch am Wochenende für 30 Stunden in den industriellen Hallen des Kraftwerk Berlin offen. Die Kollaboration von Unsound und Berlin Atonal versteht sich dabei weniger als klassisches Musikfestival, sondern als audio-psychologisches Experiment.
Über zwanzig internationale Künstler:innen erschaffen gemeinsam ein durchgehendes Klangkontinuum, das am frühen Samstagabend beginnt und erst spät in der Nacht von Sonntag auf Montag endet.
Wann: Von Samstag um 19 Uhr bis in die Nacht von Sonntag auf Montag
Wo: Kraftwerk Berlin, Köpenicker Straße 70, Mitte
Tipp 3: Betrachtet bei Between the Lines Erinnerungsarchitektur
Als der New Yorker Architekt Daniel Libeskind im Sommer 1989 den Zuschlag für den Erweiterungsbau des Jüdischen Museums erhielt, war seine Vision klar: Der Bau sollte nicht nur als Ausstellungsraum dienen, sondern in seiner Gestaltung die deutsch-jüdische Geschichte erfahrbar machen. Durch bedrückende Betonschächte, schiefe Wände, die drei Achsen der jüdischen Lebensgeschichte im Untergeschoss und der Holocaust-Turm erfahren Besucher:innen am eigenen Leibe die Jahrhunderte währende Geschichte von Bedrohung und Verfolgung.
Nun veranstaltet das Jüdische Museum mit Between the Lines eine Ausstellung, deren Veranstaltungsort zugleich ihr Thema ist. In Libeskinds Erweiterungsbau dokumentieren zahlreiche Zeichnungen und Modelle, wie seine Arbeit bis heute die Erinnerungskultur prägt.
Wann: Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: Jüdisches Museum Berlin, Lindenstraße 9-14, Kreuzberg
Tipp 4: Kommt an Bord und erlebt Berlin vom Wasser aus
Diese Schifffahrt ist wohl die umfangreichste unter den Berliner Sightseeing-Touren auf dem Wasser: Entlang der 23 Kilometer langen Strecke erlebt ihr historische wie moderne Sehenswürdigkeiten, besondere Wohngebiete und urbane Grünflächen. Und selbst echte Berliner Urgesteine können hier noch das eine oder andere dazulernen.
Berlin hat beispielsweise mehr Brücken als Venedig – zwar führt euch die Tour nicht an allen 960 von ihnen vorbei, doch mit 64 sind schon einige mit dabei. Neben den Brücken erwarten euch in 3 Stunden und 15 Minuten Fahrtzeit außerdem Regierungsviertel, Museumsinsel, Berliner Dom und die East Side Gallery. Sightseeing, Entschleunigung und Stadterlebnis in einem.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag um 10:30 oder 14:15 Uhr
Wo: Anlegestelle Jannowitzbrücke, Rolandufer 4, Mitte oder Anlegestelle Hafen Treptow, Puschkinallee 15, Treptow
Tickets für die Brückenfahrt durch Berlin
Tipp 5: Lauscht dem Sonntagskonzert im Spiegelsaal
Clärchens Ballhaus in der Auguststraße ist eine echte Berliner Institution. Das Tanzlokal wurde im September 1913 gegründet und hat seitdem Krieg, Zerstörung, DDR und Wiedervereinigung überdauert. Im denkmalgeschützten Spiegelsaal dieses traditionsreichen Ortes finden bis heute regelmäßig Kulturveranstaltungen statt.
So auch das Sonntagskonzert im Spiegelsaal an diesem Wochenende: Gabriel Schwabe, einer der profiliertesten Cellisten seiner Generation, und der Pianist Yehuda Inbar präsentieren euch ein Programm von Schumann bis Janáček, Wagner und Grieg. Euch erwartet hochkarätige Klassik – und im Anschluss ein frühsommerlicher Absacker im hauseigenen Biergarten.
Wann: Sonntag um 17 Uhr
Wo: Clärchens Ballhaus, Auguststr. 24, Mitte
Sonntagskonzert im Spiegelsaal
Tipp 6: Nascht bei Bites & Bikes Streetfood auf zwei Rädern
Das Jules B-Part im Park am Gleisdreieck wird am Wochenende zum Treffpunkt für Streetfood- und Fahrradfans, denn Bites & Bikes vereint das Beste aus beiden Welten. Am Rande einer der beliebtesten Grünflächen der Stadt servieren euch 15 internationale Foodstände ihre Spezialitäten – direkt vom Lastenrad. Dabei stehen die kulinarischen Angebote nicht allein im Rampenlicht.
Den Veranstalter:innen geht es um mehr: um Nachhaltigkeit, Mobilität und Miteinander im urbanen Raum, erlebbar durch innovative Fahrradtechnologie. Schlemmt euch durch die halbe Welt und entdeckt bei Workshops, Kunstaktionen und weiteren Formaten, wie grün die Stadt der Zukunft aussehen kann.
Wann: Samstag und Sonntag von 11 bis 22 Uhr
Wo: Jules B-Part, Luckenwalder Str. 6b, Kreuzberg
Tipp 7: Staunt am Internationalen Museumstag über unseren Wissensdrang
Neben dem aufrechten Gang, der Vorliebe für Werkzeuge und der Sprache ist auch das Sammeln eine Besonderheit unserer Art: Wir Menschen tragen zusammen, ordnen, sortieren und bewerten unsere Vergangenheit, um aus ihr für die Zukunft zu lernen. Um all das unter einem Dach zu vereinen, entstanden Museen – das älteste bekannte bereits im Jahr 530 vor Christus im heutigen Irak.
Zur Feier dieser Wissbegierde gibt es weltweit den Internationalen Museumstag. Auch in Berlin seid ihr aus diesem Anlass eingeladen, die gesellschaftliche Rolle des Museums zu erkunden. Das diesjährige Motto Museums uniting a divided world feiert die Museen als Brückenbauer. Freut euch auf besondere Aktionen, Sonderöffnungszeiten, spannende Führungen und vieles mehr.
Wann: Sonntag zu verschiedenen Öffnungszeiten
Wo: Verschiedene Museen in ganz Berlin
Tipp 8: Genießt euren Morgenkaffee bei Tim Raue auf 207 Metern
Der Fernsehturm bietet nicht nur eine aufregende Aufzugsfahrt, bei der Besucher:innen in 40 Sekunden auf 200 Meter Höhe katapultiert werden, sondern auch eine ganz besondere Brunch-Location. Ab 9 Uhr morgens wird hier oben im Sphere Restaurant nämlich Frühstück serviert.
Auf der Karte stehen das Sphere Frühstück, eine vegane Variante und ein Panorama, das seinesgleichen sucht. Von hier oben sieht nämlich selbst der Berliner Dom winzig aus. Das Drehrestaurant serviert euch hausgebeizten Lachs, Beeren-Smoothies und Kichererbsencreme – und wer früh reserviert, bekommt einen der begehrten Fensterplätze obendrauf.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag: Mehrere Termine zwischen 9 und 10:30 Uhr
Wo: Fernsehturm, Panoramastraße 1A, Mitte
Frühstück im Sphere Restaurant
Tipp 9: Besucht Gebaute Gemeinschaft in der James-Simon-Galerie
Seit Februar ist in der James-Simon-Galerie eine Sonderausstellung zu sehen, die den Blick weit zurück in die Vergangenheit richtet. Gebaute Gemeinschaft ergründet anhand 12.000 Jahre alter Kunst- und Bildwerke aus der türkischen Provinz Şanlıurfa das Zusammenleben der Menschen während eines der entscheidendsten Umbrüche der Menschheitsgeschichte: dem Übergang von einer Kultur des Jagens und Sammelns zur Sesshaftigkeit.
Die monumentalen Anlagen von Göbeklitepe und Taş Tepeler erzählen von diesem neuen Kapitel der Menschheitsgeschichte und beeindrucken Archäolog:innen bis heute.
Wann: Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Wo: James-Simon-Galerie, Bodestraße 1-3, Mitte
Tickets für Gebaute Gemeinschaft in der James-Simon-Galerie
Tipp 10: Begrüßt im Luftschloss Tempelhof die Open-Air-Saison
Mit den ersten warmen Tagen des Jahres kehrt auch das Leben auf das Tempelhofer Feld zurück. Parallel zur Eröffnung der Berliner Freibäder startet auch das Luftschloss in die neue Spielzeit. Das hölzerne Open-Air-Theater meldet sich mit einem abwechslungsreichen Programm zurück: lehrreiches Kindertheater, Live-Stand-Up-Comedy, Konzerte der Kinderphilharmonie und eine Sixties-Tanzparty sorgen bereits in den ersten Spieltagen für jede Menge Abwechslung. Egal, wonach euch der Sinn steht – hier findet ihr ganz bestimmt das passende Frühjahrsprogramm.
Wann: Zu verschiedenen Veranstaltungszeiten
Wo: Luftschloss Tempelhofer Feld, Eingang Südwest am Tempelhofer Damm, Tempelhof
Tipp 11: Lasst das Wochenende mit besinnlicher Nikolai-Musik beginnen
Auch wenn die Arbeitswoche durch Christi Himmelfahrt etwas kürzer ausgefallen ist, schadet ein ruhiger Ausklang nicht. In der Nikolaikirche findet ihr dafür den passenden Rahmen. Um 17 Uhr erklingt hier bei Nikolai-Musik am Freitag Orgelmusik aus mehreren Jahrhunderten und erfüllt den historischen Raum mit ruhigen Klängen.
Nehmt auf den hölzernen Kirchenbänken Platz, lehnt euch zurück und lasst den Alltag für einen Moment hinter euch. Das halbstündige Konzert schafft eine besondere Atmosphäre zwischen Geschichte und Gegenwart und hat dank regelmäßiger Termine das Potenzial für ein festes Wochenendritual.
Wann: Freitag um 17 Uhr
Wo: Museum Nikolaikirche, Nikolaikirchplatz 5, Mitte
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