Genießt das Januarwochenende in Berlin: Macht wunderbare Winterspaziergänge und wer nicht zu viel draußen frieren möchte, dem bietet Berlin ein breites Programm: Auf den großen Bühnen der Stadt ist genauso viel los wie beim Trüffel Festival. Außerdem seid ihr herzlich zum kostenlosen Erkunden der Deutschen Kinemathek eingeladen, die an diesem Wochenende am neuen Standort wiedereröffnet. Besucht auch die Veranstaltungen zu einem wichtigen Gedenktag, dem International Holocaust Remembrance Day.
Tipp 1: Feiert die Wiedereröffnung der Deutschen Kinemathek
Die Deutsche Kinemathek, besser bekannt als das ehemalige Museum für Film und Fernsehen am Potsdamer Platz, öffnet an diesem Wochenende aufs Neue die Türen und lädt euch zu einem kostenlosen Eröffnungsprogramm ein. Bis ein geeigneter Standort für das Filmhaus gefunden ist, präsentiert die Kinemathek ihre neue spannende Ausstellung Screentime im E-Werk Berlin als temporären Ort: Erlebt dort eine interaktive Multimedia-Show, die euch Highlights aus 130 Jahren Film- und Fernsehgeschichte zeigt.
Wann: Fr - So, 10-18 Uhr
Wo: Deutsche Kinemathek im E-Werk, Mauerstraße 79, Mitte
Tipp 2: Erlebt Kultur gegen das Vergessen
Jedes Jahr wird am 27. Januar weltweit der Millionen Menschen gedacht, die in der dunklen Zeit des Nationalsozialismus im Holocaust umkamen.
Der Internationale Tag des Gedenkens (International Holocaust Remembrance Day) wird in Berlin mit der Initiative Kultur gegen das Vergessen begangen: Zahlreiche Institutionen bieten ein besonderes Programm an, das sich mit Geschichte und Gegenwart und besonders mit der Frage auseinandersetzt, wie Erinnerung heute in Reflexion, Widerstand und kulturelle Praxis übersetzt werden kann. Besucht am Samstag das Konzert in der Sophienkirche und seht am Sonntag SHOA von Claude Lanzmann im Kino Babylon Mitte.
Wann: Konzert & Lesung in der Sophienkirche: Sa, ab 19:30 Uhr, SHOA: So, ab 14 Uhr
Wo: Sa: Sophienkirche, Große Hamburger Straße 29, Mitte; So: Babylon-Mitte, Rosa-Luxemburg-Straße 30, Mitte
Und hier findet ihr das gesamte Programm:
Tipp 3: Taucht ein in ein Panorama der fantastischen Kunst
"Möglichkeiten einer Insel" nennt sich eine großartige Ausstellung zu Surrealismus und phantastischer Kunst, die die Sammlerleidenschaft des Ehepaares Scharf und seiner Tochter Julietta in den Fokus rückt. In der von ihnen gegründeten Sammlung Scharf-Gerstenberg gegenüber vom Schloss Charlottenburg findet ihr sowohl Meisterwerke des Surrealismus als auch fantastische Kunst anderer großer Meisterinnen und Meister wie Alfred Sisley, Auguste Renoir, Egon Schiele, Max Beckmann oder Hannah Höch. Seht die rund 150 Werke der Sonderausstellung auf zwei Etagen: Gemälde und Aquarelle, Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen.
Wann: Fr - So, 11-18 Uhr
Wo: Sammlung Scharf-Gerstenberg, Schloßstraße 70, Charlottenburg
Tipp 4: Schwelgt in Trüffel-Genuss
Seid ihr Trüffel-Fans? Dann nichts wie auf zum allerersten Trüffel-Festival in Berlin: dem Truffle & Truffle Festival! Warum doppelt genannt? Weil ihr auf der fröhlichen Schlemm-Veranstaltung nicht nur die verschiedensten Sorten der echten Luxustrüffel genießen könnt, sondern auch süße Schokoladentrüffel. Euch erwarten die tollsten Überraschungen - von Trüffel-Gelato über italienischer Trüffelpizza bis hin zu Gourmet-Burgern, auch für ein vegetarisches und veganes Angebot ist gesorgt. Und als Willkommensgruß gibts für jede:n eine kleine trüffelige Überraschung.
Wann: Sa+So, 12-21 Uhr
Wo: Festsaal Kreuzberg, Am Flutgraben 2, Treptow
Tipp 5: Erkundet die Geschichte des Mobiltelefons
Könnt ihr euch vorstellen, dass die Geschichte des Handys schon vor 100 Jahren begann? Im Januar 1926 telefonierten Menschen zum ersten Mal in einem fahrenden Zug auf der Strecke Hamburg–Berlin. Die Leitung war kompliziert verlegt und die Funkverbindung reichte nur ein paar Meter - dennoch ein Meilenstein der Technik! In der Pop-Up-Ausstellung "100 Jahre unterwegs telefonieren" im Museum für Kommunikation könnt ihr jetzt eine Vielzahl besonderer historischer Mobiltelefone bewundern und eine neue digitale Präsentation klärt euch in sieben Kapiteln über die Geschichte des Handys auf - von den Telefonen in Zügen und Autos bis hin zum heutigen Smartphone.
Wann: Pop-Up-Ausstellung: Fr 9-17 Uhr, So 10-18 Uhr, digitale Präsentation auf der Webseite des Museums
Wo: Museum für Kommunikation, Leipziger Straße 16, Mitte
100 Jahre unterwegs telefonieren
Tipp 6: Entdeckt das Regierungsviertel neu
Gewinnt an diesem Wochenende neue Einblicke im Herzen der Stadt: Lasst euch von einem erfahrenen Tour-Guide das Regierungsviertel mit dem Reichstagsgebäude erklären. Auf der 2,5 stündigen Führung erfahrt ihr Spannendes sowohl zur Geschichte und zur Architektur als auch Details aus dem politischen Alltag. Ihr bekommt Zugang zum Plenarsaal des Parlaments und könnt von Kuppel und Dachterrasse des Reichtags aus die besten Panoramabilder machen.
Wann: Fr-So, mehrmals täglich
Wo: Treffpunkt Ecke Paul-Löbe-Allee/ Konrad-Adenauer-Straße, Mitte, neben dem U-Bahnhofausgang Bundestag (Linie U5) Ausgang D vor dem Fahrstuhl
Tipp 7: Besucht eine aufregende Finissage in der Akademie der Künste
Das Projekt ist ungewöhnlich und spannend: Für "Every Artist Must Take Sides – Resonanzen" von Eslanda und Paul Robeson kooperierte die Akademie der Künste Berlin mit dem Centre for Humanities Research Kapstadt und dem Haus für Poesie Berlin. Gezeigt werden zwölf künstlerische Positionen: Klang- und Rauminstallationen, Videoarbeiten, Skulpturen, Collagen und Fotografien. Sie stellen Fragen an Solidarität, kollektive Freiheit und die Übernahme von Verantwortung. Das Paar Eslanda und Paul Robeson verband im 20. Jahrhundert den lebenslangen antirassistischen Kampf in den USA mit den antikolonialen Bewegungen in Afrika, Asien und der Karibik und den antifaschistischen Freiheitskämpfen in Europa. Die Finissage führt euch die auch heute aktuelle Problematik mit Listening-Sessions und Führungen noch einmal vor Augen.
Wann: So 12-18 Uhr
Wo: Akademie der Künste, Hanseatenweg 10, Tiergarten
Tipp 8: Lasst euch von irischen Traditionen faszinieren
Niemand könnte euch an diesem Wochenende einen unterhaltsameren Einblick in die irische Kultur rund um das Meer, um das Fischen und Tanzen geben, als die Danceperados of Ireland: Ihre neue Show "Hooked" vereint die Faszination von Fischen und vom irischen Steptanz mit Musik und Gesang. Leidenschaftlich malen sie Bilder vom besonderen Leben am und mit dem Meer, verbinden Geschichte und Tradition mit einer Multivision aus historischen und aktuellen Bildern und Videos. Erlebt mit "Hook" eine Ode an Meer und Flüsse der Insel und an die wilde Natur und lasst euch mitreißen von Tanz und Musik.
Wann: So 19:30 Uhr
Wo: Admiralspalast, Friedrichstraße 101, Mitte
Tipp 9: Erlebt eine sinnliche Nacht mit Flamenco und Tango
Den Freitag könnt ihr in einer sinnlichen Nacht ausklingen lassen: Durch den Kammermusiksaal der Philharmonie weht Leidenschaft pur, wenn vierzehn Künstler:innen aus Spanien, Argentinien und Deutschland euch mit Flamenco und Tango Argentino den Kopf verdrehen - Tanzkunst, in der Eleganz mit Dramatik und raffinierte Rythmen mit expressiver Kraft zusammenfließen. Taucht ein in die fesselnden Präsentationen dieser so alt-traditionellen wie auch heute beliebten Tanzstile, die euch zu einer Reise durch die spanische und die südamerikanische Kultur einladen.
Wann: Fr 20 Uhr
Wo: Kammermusiksaal Philharmonie, Herbert-von-Karajan-Straße 1, Mitte
Tipp 10: Erfahrt die wahre Geschichte von Romeo & Julia... von der Amme
Seid dabei, wenn die Amme von Julia mal so richtig auspackt: Die große Liebestragödie Romeo & Julia wird euch zum Lachen bringen, wenn Steffi Irmen auf der Bühne des Theaters des Westens als Amme erzählt, was Shakespeare uns verschwiegen hat. Der Perspektivwechsel ist eine tolle Idee, ist witzig, emotional und natürlich musikalisch. Neben wunderbaren Pop-Songs wie Rabenschwarze Nacht regt die Amme auch zum Nachdenken an: Was passiert mit dir, wenn du dein Leben gewidmet hast - aber als Amme schließlich auch irgendwann nicht mehr gebraucht wirst? Genießt ein munteres Musical voller Entertainement.
Wann: Fr 19:30 Uhr
Wo: Stage Theater des Westens, Kantstraße 12, Charlottenburg
Tipp 11: Seht eine besondere Performance im Humboldt Forum
Im Skulpturensaal des Humboldt Forums könnt ihr am Wochenende im Rahmen der Themenreihe "Verbergen oder Erzählen" eine künstlerische Präsentation anschauen, die sich interessanterweise kritisch mit Denkmälern und unserem Verhältnis zu ihnen auseinandersetzt: Die Performance "to build to bury to remember" der Künstlerin Sarah Ama Duah untersucht die Beziehung zwischen Körper und Skulptur, zwischen Wertschätzung eines Denkmals und Erinnerungskultur, indem die Performerinnen hybride Formen aus Latex entwickeln, selbst zu geheimnisvollen Skulpturen werden, die mit den historischen Skulpturen des Berliner Schlosses in einen Dialog treten. Eine längst überfällige Anregung, über unseren Denkmalbegriff und unsere Erinnerungskultur nachzudenken.
Wann: Sa+So, 11:30-13:30 Uhr, 16-18 UhrSa+So, 11:30-13:30 Uhr, 16-18 Uhr
Wo: Skulpturensaal, Humboldt Forum Schlüterhof, Schloßplatz, Mitte
