Die Bärenjagd ist beendet – am Abend erfahren wir, wer den Goldenen Bären mit nach Hause nehmen kann, und wer einen seiner silbernen Brüder gewonnen hat.
Zehn Tage Berlinale sind fast vorbei, sie sind unglaublich schnell vergangen, eben noch saßen wir in den Eröffnungsfilmen, jetzt rufen wir uns zu: Bye bye bis zum nächsten Jahr. Eben noch haben wir die ersten Tickets freudig in den Händen gehalten - oder auf dem Smartphone aufgerufen, bald warten wir auf die Berlinale 2027, wenn es wieder heißt Vorhang auf und Film ab.
Aber noch ist das Festival nicht vorbei: Falls ihr spontan für heute oder den morgigen Publikumstag noch Karten sucht, dann erfahrt ihr auf der Website der Berlinale, welche Filme noch nicht ausverkauft sind.
Noch sind einige verfügbar, also schaut mal ein und sucht euch einen Film aus, der sonst nicht auf der großen Leinwand zu sehen ist.
Josephine
Zum Ende des Wettbewerbes gab es nochmal einen intensiven und eindrücklichen Film. Die achtjährige Josephine wird im Park Zeugin einer brutalen Vergewaltigung. Ihr Vater (Channing Tatum) kann den Täter stellen, doch das Mädchen ist nachhaltig verstört von dem Ereignis. Josephie versucht zu verstehen, was sie da gesehen hat und wie sie damit umgehen kann. Der Geist des Täters verfolgt sie und sie wird zunehmend gewalttätig. Für ihren sportbesessenen Vater ist die Lösung eine Anmeldung zum Selbstverteidigungskurs, und auch ihre Mutter belässt bei einem einzigen Versuch, mit ihr zum Psychologen zu gehen.
Stattdessen streiten sich die Eltern, ob Josephine vor Gericht aussagen soll. Der Gerichtsprozess am Ende aus der Perspektive Josephines gehört zu den eindringlichsten Szenen während des ganzen Films, der einen mit dem kleinen Mädchen mitleiden lässt, das ein entsetzliches Ereignis verarbeiten muss.
Dass die Eltern ihre keine professionelle Hilfe zukommen lassen, obwohl sie ganz offensichtlich nachhaltig verstört ist, ist allerdings nur schwer nachzuziehen. Und so bleibt trotz der eindringlichen, packend inszenierten Geschichte eine Leerstelle.
