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8. Tag auf der Berlinale 2020

Ganz nahe dran ...

Berlinale
© Berlin Daily/Foto: Karsten Thielker

Internationale Filmfestspiele Berlin

Der Preisregen beginnt: Heute verleiht die Berlinale den queeren Filmpreis Teddy mit einer rauschenden Party in der Volksbühne. Und morgen wissen wir dann, wer einen goldenen oder silbernen Bären mit nach Hause nehmen darf.

Heute Abend läuft im Berlinale Palast das Berlianle Special Police mit Omar Sy (Aus Ziemlich beste Freunde) und der in Frankreich sehr populären Virginie Efrira. Ich hoffe auf ganz großes Kino mit großen Bildern.
In der diesjährigen Berlinale gibt es nämlich den Trend zu kleinformatigen Filmen, in denen die Kameras dicht an den Gesichtern kleben. „Nähe erzeugt Nähe“ scheint das Credo der Filmemacher zu sein, also ganz dicht dran zu sein an den Personen und deren Innenleben, allerdings um den Preis, dass jegliche räumliche Verortung verloren geht. Es gibt keine Räume, keine Landschaften, nur Gesichter und dazu eine wackelige Handkamera.
Auch ist es irgendwann ziemlich anstrengend, neunzig Minuten lang auf ein Gesicht zu starren und jegliches Härchen sich bewegen zu sehen. Nach der Vorführung von Anne at 13,000 ft hatte ich große Lust auf ein Epos wie Lawrence von Arabien in 70mm.

Sa-nyang-eui-si-gan

Große Bilder und eine große Geschichte hatte ich auch von dem koreanischen Film Sa-nyang-eui-si-gan (Time to hunt) erhofft, der als Berlinale Special lief – leider hat sich die Hoffnung nicht erfüllt.
Im postkapitalistischen Südkorea der nahen Zukunft will Jun-seok, der gerade aus dem Gefängnis entlassen worden ist, mit seinen drei besten Freunden ein von Gangstern betriebenes Casino überfallen. Der Überfall gelingt, doch die Gangster setzen einen Killer auf sie an, der mit den Jungs ein grausames Katz-und-Maus-Spiel beginnt. Leider nimmt der Film nie genug Fahrt auf, um wirklich spannend zu sein.

Figuren wie der Bruder des ermordeten Waffendealers werden kurz eingeführt, sie haben aber nur eine Funktion, kein Innenleben. Auch fragt man sich bei der Unmenge an Schießereien, warum so viele immer wieder lebend davonkommen, eigentlich sollten doch Profikiller am Werk sein. Somit gehört der Film für mich zu den Enttäuschungen auf dem Festival, gerade weil ich mich besonders drauf gefreut habe.

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

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