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7. Tag auf der Berlinale 2020

Long live the Queen

Internationale Filmfestspiele Berlin
© visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinale 2016

Der rote Teppich am Berlinale Palast wird ausgerollt: Heute Abend verleiht die Berlinale den Goldenen Ehrenbären an Helen Mirren und zeigt im Anschluss ihren großartigen Film The Queen.

Ansonsten macht in der zweiten Festivalhälfte der Schlafmangel bemerkbar: Filme werden nach der Bequemlichkeit der Kinositze ausgewählt und immer mehr Zuschauer beherzigen den schönen Spruch des Filmkritikers Michael Althen: „Im Kino schlafen bedeutet, dem Film zu vertrauen.“ Wir waren gestern Abend froh, dass wir hinterher den letzten Film gemeinsam zusammensetzen konnten, fehlten doch bei allen zehn Minuten.  
Der ganz große Skandal ist gestern bei DAU. Natasha ausgefallen, der Film ist Teil des umstrittenen dreijährigen russischen Kunstprojektes DAU. Im Vorfeld schrieben Kritiker über Übergriffe und Machtmissbrauch bei dem Projekt, denen auf der Pressekonferenz aber der Regisseur nur ausweichend antwortete. Der Film an sich stieß bei den Kritikern auf wenig Gegenliebe.
Der zweite Film aus dem DAU-Projekt läuft übrigens morgen Abend als Berlinale Special im Haus der Berliner Festspiele.

Berlin Alexanderplatz

Franz heißt jetzt zunächst Francis (gespielt von Welket Bungué,) von und ist als Geflüchteter in Berlin gelandet. Er gerät in die Fänge von Reinhold, dem psychopatischen Drogendealer und Zuhälter. Er verliebt sich in Mieze (Jella Haase) und träumt von einer besseren Zukunft. „Ich bin Deutschland“. Doch das Schicksal hat anderes mit ihm vor.
Alfred Döblins Roman bildet die Grundlage, derer sich der Film frei bedient und dessen Handlung Regisseur Burhan Qurbani ins Hier und Jetzt verlegt.

Berlin Alexanderplatz ist gut gemeint und auch gut gemacht, aber zu sehr ausbuchstabiert und in seiner Intention überdeutlich. Der Film mit drei Stunden extrem lang, verliert gegen Ende immer mehr an Tempo und hat schlussendlich Probleme ein Ende zu finden.  

Mare

Es muss doch mehr geben als Haushalt und Kinder? Dazu kommen Geldsorgen im alltäglichen Existenzkampf. Ihr Mann arbeitet am Flughafen Dubrovnik, sie ist Hausfrau und versucht mit dem Verkauf von Kräutern etwas Geld zu verdienen. Fliegen bleibt ein Traum für sie, obwohl sie direkt am Flughafengelände wohnen.
 Als Mare einen namenlosen polnischen Bauarbeiter trifft, beginnt sie ein Verhältnis, obwohl sie ihre Familie liebt. Doch anders als in den Bridges von Madison County kommt es nicht zu einer leidenschaftlichen Liebesgeschichte mit romantischen Abschied im Regen.

Mare muss einen anderen Weg finden, Freiheit und Selbstbestimmung mit ihrer Rolle als Mutter und Ehefrau zu verbinden. Vor allem muss sie um das Verhältnis zu ihrem ältesten Sohn ringen. Der Panoramafilm zeigt eine starke Frauenfigur im Spannungsfeld zwischen Loslassenmüssen und lieben, zwischen Selbstbestimmung und Familienleben und ist mit Marija Škaričić als Mare großartig besetzt.

 

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

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