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11 Tipps für typisch Berliner Rezepte

So schmeckt Berlin

Berliner Küche: Kartoffelsuppe
Berliner Küche: Kartoffelsuppe © gettyimages, Foto: burwellphotography

Currywurst und Döner - das verbinden die meisten wohl als erstes mit Berliner Küche. Und danach die vielfältige Streetfoodszene mit Gerichten aus aller Welt. Doch es gibt auch die ganz traditionelle Berliner Küche mit rustikalen und deftigen Speisen, die gut satt machen und lecker schmecken. In den letzten Jahren haben die Köche, die aus aller Welt nach Berlin kommen, die traditinellen Rezepte weiterentwickelt, ihnen multi-kulturelles Flair gegeben und sie wieder bekannt und beliebt gemacht. So ist die gute alte Berliner Weiße wieder angesagt ...

Wir haben mal in Kochbüchern und im Internet gestöbert und für euch ein paar Rezeptvorschläge für daheim zusammengestellt, darunter welche mit so schönen Namen wie Hoppel-Poppel, Falscher Hase oder Stolzer Heinrich.

Viele von ihnen sind einfach zuzubereiten und sicherlich eine originelle Ergänzung für euren Speiseplan.
Und alle, die es lieber vegetarisch mögen, finden tolle Rezeptideen in unserem Blog über Streetfood ohne Straße.

Viel Spaß beim Kochen. Wenn ihr noch Vorschläge habt, freuen wir uns über eure Kommentare.

Tipp 1: Boulette mit Kartoffensalat

Berliner Küche: Bulette mit Kartoffelsalat
Berliner Küche: Bulette mit Kartoffelsalat © gettyimages, Foto: NoirChocolate

Die Boulette ist das typische Berliner Kneipenessen, eine deftige Unterlage für den Abend. Und dazu gibt's zumindest in den klassischen Eckkneipen Soleier, in Essig eingelegte Eier.

Mittlerweile bekommt  ihr sie auch in vielen abwechslungsreichen Variationen, zum Beispiel die leckeren Beefballs in der Markthalle IX in den Geschmacksrichtungen Bologna, Bangkok oder Bangalore.
Und bitte nicht eine Frikadelle bestellen, das musste ich auch erstmal lernen, als ich nach Berlin zog. Um eine typisch Berliner Boulette zu braten, nehmt ihr übrigens Schrippen vom Vortag (keine Brötchen, Semmeln oder Rundstücke, die bekommt ihr sowieso nicht in einer Berliner Bäckerei).

Rezept für eine Ur-Berliner Boulette 

Tipp 2: Hoppel-Poppel

Berliner Küche: Hoppel Poppel
Berliner Küche: Hoppel Poppel © gettyimages, Foto: Ann Zhuravleva

Dieser lautmalerische Name kommt von den popeligen Resten, die sonst hops gehen. Es ist also ein typisches Resteessen mit Bratenresten und Kartoffeln, anderswo auch als Bauernfrühstück bekannt. Also perfekt, wenn ihr noch Kartoffeln vom Vortag habt und nicht schon wieder einfach nur Bratkartoffeln machen wollt.   

Hoppel-Poppel zum Nachkochen

Tipp 3: Falscher Hase

Berliner Küche: Falscher Hase
Berliner Küche: Falscher Hase © gettyimages, Foto: Aniko Hobel

Der Name verrät es schon: Für dieses Rezept braucht ihr keinen Hasen. Stattdessen besteht der Falsche Hase aus Hackfleisch und in seinem Inneren versteckt er ein gekochtes Ei. Also gut geeignet für ein Osteressen.

Ein echtes Rezept für einen Falschen Hasen

Tipp 4: Stolzer Heinrich

Berliner Küche: Stolzer Heinrich
Berliner Küche: Stolzer Heinrich © gettyimages, Foto: bhofack2

Ein wahrhaft stolzer Name für ein eigentlich einfaches Essen: Bratwurst mit Sauce. Aber wahrscheinlich waren die armen Berliner früher wirklich stolz, wenn sie mal ein Stück Fleisch auf den Tisch bringen konnten.
Einen falschen Wilhelm gibt es tatsächlich auch, das ist allerdings ein falscher Haarzopf und nichts zum essen.

So kommt der Stolze Heinrich auf euren Tisch

Tipp 5: Teltower Rübchen

Berliner Küche: Teltower Rübchen
Berliner Küche: Teltower Rübchen © gettyimages, Foto: Thu Thai Thanh/EyeEm

Die kleinen Speiserüben aus Teltow könnt ihr als leckere Beilage zubereiten oder auch roh essen. Sie wachsen tatsächlich nur auf den lehmigen Sandböden in Teltow und sind somit eine regionale Spezialität aus Brandenburg. Napoleon brachte sie mit nach Frankreich, und auch Goethe, Kant und Fontane wussten sie zu schätzen.

Hier ein Rezept mit Kräutersahne und Pellkartoffeln

Tipp 6: Berliner Kartoffelsuppe

Berliner Küche: Kartoffelsuppe
Berliner Küche: Kartoffelsuppe © gettyimages, Foto: burwellphotography

Wenn es draußen wieder mal kalt sein sollte, wärmt euch eine Kartoffelsuppe schön auf. Wahrscheinlich hat jede Berliner Familie ihr gut gehütetes, einzig wahres Rezept für eine Kartoffelsuppe mit langer Tradition. Schließlich hat schon Friedrich II den Kartoffelanbau in Preußen durchgesetzt - per sogenannten Kartoffelbefehl. Vielleicht kreiert ihr ja das einfach wahre Kartoffelsuppen-Rezept für eure Nachfahren.      

Inspiration für die Berliner Kartoffelsuppe

Tipp 7: Königsberger Klopse

Berliner Küche: Königsberger Klopse
Berliner Küche: Königsberger Klopse © gettyimages, Foto: Creativ Studio Heinemann

Viele der traditionellen Gerichte kamen mit den Zugereisten, so den Hugenotten oder Schlesiern, und wie sie zu Berlinern wurden, gingen auch ihre Speisen in die Berliner Küche ein. Ein typisches Beispiel sind die deftigen  Königsberger Klopse, die ganz klassisch in Berlin am Sonntag auf den Tisch kommen. Und es ist das Lieblingsessen von Starkoch Tim Raue.

Königsberger Klopse nach Tim Raue

Tipp 8: Berliner Leber mit Apfel und Zwiebel

Berliner Küche: Leber mit Äpfeln
Berliner Küche: Leber mit Äpfeln © gettyimages, Foto: Dar1930

Gut, Leber mag nicht jeder, aber wenn ihr mal Lust drauf habt, dann schmeckt sie besonders gut auf Berliner Art mit geschmorten Zwiebeln und Äpfeln und dazu feines, selbstgemachtes Kartoffelpüree.

Leber Berliner Art zum Ausprobieren

Tipp 9: Kassler mit Sauerkraut

Berliner Küche: Kassler und Sauerkraut
Berliner Küche: Kassler und Sauerkraut © gettyimages, Foto: dirkr

Und noch ein typisches Essen ist das Kassler, also gepökeltes und geräuchertes Schweinefleisch. Es ist auch ein typisches Winteressen, herzhaft und nahrhaft. Aber gerade in diesen Zeiten ist ein wärmender Seelentröster besonders  lecker.

So bereitet ihr ein leckeres Kassler mit Sauerkraut zu

Tipp 10: Eisbein mit Erbspüree

Berliner Küche: Eisbein mit Sauerkraut
Berliner Küche: Eisbein mit Sauerkraut © gettyimages, Foto: Mariha-kitchen


Der Klassiker der Berliner Küche! Klingt ganz schön mächtig und ist es auch. Woher der Name kommt, ist nicht geklärt. Entweder weil das weiße Fett wie eine Eisschicht aussieht oder weil man es vor allem bei eisigen Temperaturen im Winter isst. Vielleicht auch weil die ersten Schlittschuhe mit Knochen als Kufen ausgestattet waren, daher heißen Schittschuhe im Schwedisch "isläggor", also Eisbeine.
Auf jeden Fall ist es ein Haxenstück mit einer Fettschicht, unter dem sich das zarte, gekochte Fleisch befindet. Dazu gibt’s meist Sauerkraut und in Berlin statt Kartoffelstampf selbstgemachtes Erbspüree.


Rezept für Eisbein mit Erbspüree zum Ausprobieren

Tipp 11: Berliner Luft

Berliner Küche: Berliner Luft
Berliner Küche: Berliner Luft © gettyimages, Foto: Mariha-kitchen

“Ja, ja, ja, das ist die Berliner Luft, Luft, Luft, so mit ihrem holden Duft, Duft, Duft, wo nur selten was verpufft, pufft, pufft” Am besten summt ihr den Schlager mit, wenn ihr diesen feinen Nachspeise zaubert. Die schaumige Creme mit Himbeersauce ist ganz einfach zuzubereiten und wirklich lecker, auch wenn sie im Schatten der bekannteren Dessert wie bayerische Creme oder Crema Catalana steht.

Hier geht’s an die Berliner Luft

Und falls Ihr sie vermisst haben solltet: Pfannkuchen

Berlin doughnut
© gettyimages, Foto: ZenShui/Laurence Mouton

Die Pfannkuchen haben wir euch ja schon in unserem Streetfood-Blog vorgestellt, aber natürlich gehören auch sie zur klassischen Berliner Küche. Wichtig: In Berlin heißt es Pfannkuchen - niemals Berliner -, der Pfannkuchen hingegen nennt sich Eierkuchen. Traditionell gab es sie an Silvester und Karneval, mittlerweile bekommt ihr sie das ganze Jahr über beim Bäcker.

Pfannkuchen nach Omas Art

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

Kommentare

Lived in berlin with army in 1973 to 76 and loved , loved, loved it. It will always be the most special place on earth to me.

Also wenn schon Berliner Frikadellen, dann bitte auch Buletten und nicht diese eingedeutschte möchtegern Boulette ! Das sind ja auch eher französische Klopse. Dit is nischt für so`n richtjen Berlina, der will einfach irjendwo an sone Imbissbude seine Bulette !

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