Am 18. März feiert Berlin erstmals den Tag der Demokratiegeschichte: Ein Datum, das an die Revolution von 1848 und die erste freie Volkskammerwahl 1990 erinnert. Rund um dieses historische Ereignis erwarten euch spannende Führungen, Gespräche und Ausstellungen. Kommt mit auf Spurensuche durch Mitte, entdeckt sprechende Bilder an der East Side Gallery und diskutiert im Humboldt Forum über politische Partizipation. Jetzt ist eure Chance, Demokratiegeschichte dort zu erleben, wo sie geschrieben wurde!
Übrigens: Anders als der internationalen Tag der Demokratie im September ist der 18. März ein neuer Gedenktag in Berlin.
Tipp 1: Sprechende Bilder an der East Side Gallery
Street Art trifft Zeitgeschichte: Bei „Sprechende Bilder“ entdeckt ihr die East Side Gallery nicht nur als Instagram-Hotspot, sondern als politisches Denkmal. Die bemalten Mauerreste erzählen von Hoffnung, Aufbruch und dem Ende der Teilung. Erfahrt, welche Geschichten sich hinter Motiven wie dem Bruderkuss verbergen und warum die bemalte Mauer heute ein Symbol für Freiheit und Demokratie ist. Lasst euch inspirieren und bringt eure Fragen mit.
Tipp: In unserem Berlin Unboxed Podcast-Folge "Vom Bruderkuss bis Belarus" nehmen wir euch gemeinsam mit Frank Ebert, dem Berliner Beauftragten zur Aufarbeitung von SED-Diktatur, mit auf einen Spaziergang entlang der East Side Gallery und sprechen mit Anna aus Belarus darüber, was Freiheit heute wirklich bedeutet.
Wann: 21. März 2026, 15 - 17 Uhr
Wo: East Side Gallery, Besuchsinformation im Pförtnerhaus, Mühlenstraße 74, Friedrichshain
Tipp 2: Revolution Macht Demokratie – Stadtspaziergang & Diskussion
Warum ist der 18. März gleich zweimal ein Schlüsseldatum? Bei diesem Stadtspaziergang durch die Berliner Innenstadt folgt ihr den Spuren der Geschichte von 1848 und 1990. Los geht’s an der Weltzeituhr am Alexanderplatz. Von dort führt euch der Stadtspaziergang mitten hinein in die Ereignisse des 18. März 1848, die Barrikadenkämpfe, die Forderungen nach Grundrechten und die damalige Aufbruchsstimmung. Danach springt ihr ins Jahr 1990 und erfahrt mehr über die erste freie Volkskammerwahl. Ein starkes Doppelprogramm für alle, die tiefer eintauchen wollen. Und das Beste: Die Teilnahme ist kostenlos!
Und weil Demokratie schließlich vom Mitreden lebt, diskutieren im Anschluss Expert:innen im Humboldt Forum über politische Partizipation damals und heute. Die Teilnahme ist ebenfalls kostenlos.
Wann: 18. März 2026, 15.45 Uhr (Spaziergang) & 17 Uhr (Podiumsdiskussion)
Wo: Start: Alexanderplatz, Weltzeituhr, Mitte · Ende: Humboldt Forum, Schloßplatz, Mitte
Revolution Macht Demokratie
Tipp 3: Gedenkstunde & Gespräche auf dem Friedhof der Märzgefallenen
Dieser Ort ist einer der authentischsten Schauplätze der deutschen Demokratiegeschichte. Und bei der Gedenkstunde zum 178. Jahrestag der Revolution von 1848 wird deutlich, dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, sondern hart erkämpft wurde. Ein besonderes Highlight ist die Wiedereröffnung der Sonderausstellung „Vergessenes Erinnern“. Nehmt an einer der Kurator:innenführungen teil und erfahrt, wie sich die Erinnerungskultur über die Jahrzehnte gewandelt hat.
Wann: 18. März 2026, 11 Uhr (Gedenkstunde), 14 Uhr (Kurator:innenführung)
Wo: Friedhof der Märzgefallenen, Ernst-Zinna-Weg 1, Friedrichshain
Tipp 4: Mehr Demokratie wagen
„Mehr Demokratie wagen“ – dieser berühmte Satz von Willy Brandt ist heute aktueller denn je. Bei dieser Themenführung im Forum Willy Brandt erfahrt ihr alles über die Hintergründe dieses geflügelten Wortes, das bis heute Politik und Gesellschaft prägt. Ihr bekommt Einblicke in die Ära der Ost- und Entspannungspolitik dieser Zeit und erfahrt mehr über den damaligen Mut und Reformwillen der sozialliberalen Koalition. Taucht ein in das Leben eines Mannes, der wie kaum ein anderer für das demokratische Berlin steht, und lasst euch von seinem visionären Geist anstecken.
Wann: 18. März (Hauptführung 15 Uhr), Ausstellung am Wochenende geöffnet
Wo: Forum Willy Brandt Berlin, Behrenstraße 15, Mitte
Tipp 5: Versteht den „Aufbau der Demokratie“ im Konrad-Adenauer-Forum
Demokratie entsteht nicht über Nacht. Im Konrad-Adenauer-Forum erfahrt ihr, wie die Bundesrepublik nach 1945 politisch aufgebaut wurde. Nehmt die Grundpfeiler unserer früheren Bundesrepublik unter die Lupe und setzt euch mit dem Grundgesetz auseinander. In dieser Themenführung geht es um die herausfordernde Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg und den mühsamen, aber erfolgreichen Aufbau demokratischer Strukturen. Ihr lernt die Visionen und Strategien der Gründerväter kennen und erfahrt, warum Berlin dabei immer eine Sonderrolle gespielt hat.
Wann: 22. März 2026, 15 Uhr
Wo: Konrad-Adenauer-Forum, Behrenstraße 18, Mitte
Tipp 6: Erlebt die bewegende Geschichte von „Fatma & Fatoş“
Mit „Fatma & Fatoş“ bringt die Gedenkstätte Berliner Mauer die großen politischen Ereignisse auf eine ganz persönliche Ebene. Grundlage sind Berichte von Berliner Zeitzeug:innen, insbesondere von Frauen, die als Migrantinnen nach Deutschland kamen und sich im geteilten Berlin ihren Platz erkämpfen mussten. Wie nahmen sie die Mauer wahr, wie erlebten sie die gesellschaftlichen und demokratischen Umbrüche?
In Zusammenarbeit mit der Komischen Oper wurden Themen wie Heimat, Identität, Vorurteile und Selbstfindung künstlerisch verarbeitet und augenzwinkernd in den Geschichten einer fiktiven Person erzählt. Entstanden ist eine Geschichte über Identität, Sehnsucht und den Alltag in einer politisch und gesellschaftlich gespaltenen Stadt.
Wann: 18. März 2026, 18.30 Uhr
Wo: Gedenkstätte Berliner Mauer (Besucherzentrum), Bernauer Straße 119, Mitte
Tipp 7: Tauscht euch aus im nachbarschaftlichen Erzählcafé
Geschichte lebt von Erinnerungen. Beim Erzählcafé „Die Mauer, wir und die Bernauer Straße“ berichten Anwohner:innen, wie sie die Zeit der Mauer und den späteren Wandel erlebt haben. Es geht persönlichen Erlebnissen genauso wie darum, gemeinsam ins Gespräch zu kommen. Gedankenanstöße liefert ein Fotoalbum der Bernauer Straße, die am 13. August 1961 von einer ganz normalen Wohnstraße zu einer geteilten Nachbarschaft wurde. In entspannter Atmosphäre bei Kaffee und Gebäck könnt ihr Fragen stellen und erfahren, wie aus Nachbar:innen Fremde und schließlich wieder Freund:innen wurden.
Wann: 22. März 2026, 14 Uhr
Wo: Gedenkstätte Berliner Mauer, Bernauer Straße 119, Mitte
Tipp 8: Erlebt das Drama der Bernauer Straße nach dem Mauerbau
Keine Straße in Berlin steht so symbolhaft für die Grausamkeit der Teilung wie die Bernauer Straße. In dieser zweisprachigen Führung (Deutsch und Englisch) erfahrt ihr eindrücklich, was die Teilung tatsächlich bedeutete: Auf einmal waren Fenster zugemauert und für einen Besuch der Nachbarn von der Straße gegenüber brauchte man einen Reiseantrag.
Ihr seht hier das letzte erhaltene Stück der Grenzanlage mit Todesstreifen. Ein Originalschauplatz, der Berlin-Geschichte erlebbar macht und euch deutlich vor Augen führt, wie sehr sich mit dem 13. August 1961 das Leben der Menschen in Berlin veränderte.
Tipp: Die Gedenkstätte Berliner Mauer bietet anlässlich des Tags der Demokratiegeschichte Führungen in verschiedenen Sprachen an, darunter Hebräisch am 21. März, Polnisch und Türkisch am 22. März, jeweils um 14 Uhr.
Wann: 22. März 2026, 14 Uhr
Wo: Gedenkstätte Berliner Mauer – Besucherzentrum, Bernauer Straße 119, Mitte
Tipp 8: Entwerft eure „Zukunftsvisionen“ für Berlin
Wie sieht eine demokratische Zukunft aus? Bei „Zukunftsvisionen“ an der Gedenkstätte Berliner Mauer geht es um Fragen von morgen und welche Hoffnungen und Ideen ihr an eine gemeinsame Zukunft habt. Unter künstlerisch-pädagogischer Anleitung gestaltet ihr Drucke und Malereien rund um eure Zukunftsvisionen. Ziel ist es, ins Gespräch zu kommen und Ideen gemeinsam weiterzudenken. Kommt einfach vorbei und macht mit. Die Teilnahme ist kostenfrei.
Wann: 21. März 2026, 14 - 17 Uhr
Wo: Gedenkstätte Berliner Mauer (Besucherzentrum), Bernauer Straße 119, Mitte
Tipp 10: Fragt euch bei der Highlight-Tour: „Wem gehört die Stadt?“
Wem gehört Berlin – und wer entscheidet darüber? Diese Highlight Tour an der East Side Gallery stellt genau diese Frage und beschäftigt euch mit Stadtentwicklung und Beteiligungskultur. In Deutsch, Spanisch oder Englisch erkundet ihr Street Art, Stadtraum und geschichtsträchtige Orte. Wie gehen wir heute damit um? Und was passiert, wenn Investoreninteressen auf Kunst treffen? Ein inspirierender Rundgang über Mitbestimmung im urbanen Raum, der kritische Fragen aufwirft und euch die Stadt aus einem neuen Blickwinkel erkunden lässt.
Wann: 22. März 2026, 14 Uhr
Wo: East Side Gallery (Pförtnerhaus), Mühlenstraße 74, Friedrichshain
Tipp 11: Erlebt Demokratiegeschichte in Berlin
Berlin ist nicht nur politisches Zentrum, sondern auch ein offenes Geschichtsbuch der Demokratie. Vom Reichstag mit seiner gläsernen Kuppel über das Band des Bundes bis hin zum Deutschen Dom am Gendarmenmarkt: In Berlin könnt ihr parlamentarische Prozesse transparent erleben und aktuelle Debatten unmittelbar nachvollziehen. Orte wie das Europäische Haus, das Futurium oder der Campus für Demokratie in der ehemaligen Stasi-Zentrale zeigen zudem, wie sich demokratische Ideen in Europa entwickelt haben, welche Brüche es gab und wie Mitbestimmung heute und künftig gestaltet werden kann.
Tipp: Begebt euch mit mit unserer App ABOUT Berlin auf Spurensuche und entdeckt in der ganzen Stadt Schauplätze, an denen Freiheit, Rechte und gesellschaftliche Teilhabe erkämpft, verteidigt und weitergedacht wurden.
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