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Berliner Luftbrücke – Schokolade an Fallschirmchen

Starke Geschichten aus Berlin

Luftbrücke 1948
Luftbrücke 1948 © Landesarchiv Berlin

Manchmal sind es ganz kleine Dinge, die uns wieder Mut und Hoffnung geben – und sei es nur ein Stückchen Schokolade. Ihr ahnt schon, welche starke Geschichte wir diesmal für euch ausgewählt haben? Richtig, diesmal stellen wir euch Gail Halvorsen vor, der als erster Pilot über den Trümmerbergen auf der Neuköllner Seite des Tempelhofer Felds kleine Süßigkeiten-Pakete in Fallschirmen für die dort wartenden Kinder- abwarf und damit ungewollt eine geniale PR-Aktion für die westlichen Besatzungsmächte initiierte. 

Ein ganz gewöhnlicher Nachkriegstag im Jahr 1948: Der Pilot Gail Halvorsen macht Filmaufnahmen vom zerstörten Berlin, direkt an der Landebahn des Flughafens Tempelhof. Plötzlich rennen Kinder auf ihn zu. Er will ihnen etwas Gutes tun und gibt ihnen zwei Streifen Kaugummi, die er noch in seinen Hosentaschen findet.

Für die vielen Kinder reicht das kaum, nicht jeder bekommt eines der winzigen Stücke, in die er die Kaugummistreifen geteilt hat, manche können nur noch am Einwickelpapier riechen. Halvorsen verspricht den Kindern: "Morgen werfe ich Schokolade und Kaugummi aus meinem Flieger ab."

Rosinenbomber lassen 20 Tonnen Schokolade vom Himmel segeln

Technikmuseum Berlin
Rosinenbombe Technikmuseum © Foto: Serjozha Kostyushev

Er sammelt bei seinen Kollegen sämtliche Schokoladenriegel und Süßigkeiten ein und wirft diese am kommenden Tag an kleine Taschentuchfallschirmchen geknotet aus dem Notfall-Abwurfschacht, hinter seinem Pilotensitz. Der „Rosinenbomber“ spricht sich bei den Kindern Berlins herum und Woche für Woche kommen mehr Kinder zum Zaun.  Sie warten auf Onkel Wackelflügel. So heißt später Halvorsens, weil er beim Landeanflug mit den Flugzeugflügeln hin- und herwackelt, damit die Kinder seine Maschine erkennen können. 

Nach einigen Wochen erscheint ein Zeitungsartikel über die Schokoladenfallschirme und die Kinder der Stadt schreiben massenhaft Briefe an Onkel Wackelflügel. Mehr und mehr Piloten folgen Halvorsens Beispiel und werfen Schokolade und Kaugummi ab.  Schulkinder in Amerika spenden kiloweise Süßigkeiten und selbst gebastelte Fallschirme. In den 14 Monaten der Blockade segeln so 20 Tonnen Süßigkeiten vom Berliner Himmel.

Luftbrücke wird ungewollt zur genialen PR-Aktion

Luftbrückendenkmal
Luftbrückendenkmal Berlin © wikimedia commons

Die Sowjets haben mit der Blockade die Loyalität der westlichen Besatzungsmächte auf die Probe stellen wollen und das Scheitern erwartet. Nach rund 450 Tagen haben sie das Gegenteil erreicht und ungewollt eine geniale PR-Aktion für die West-Besatzer provoziert. Aus den Siegern über die Deutschen werden nach 1945 mit den Rosinenbombern der Luftbrücke Freunde.

Insgesamt bringen bis September 1949 fast 300.000 Rosinenbomber Hilfsgüter in die eingeschlossene Stadt. Sie landen in Tempelhof, auf den Flugfeldern in Tegel und Gatow und sogar mit Wasserflugzeugen auf dem Wannsee. Zum Gedenken an sie steht seit 1951 das von Eduard Ludwig geschaffene Luftbrückendenkmal am Platz der Luftbrücke vor dem Flughafen Tempelhof. Drei aus dem Bogen herausweisenden Streben sind nach Westen ausgerichtet und versinnbildlichen die genutzten Luftkorridore zwischen der sogenannten Trizone und West-Berlin. Die Berliner bringen Sinn und Form des Denkmals kongenial zusammen, indem sie es Hungerharke nennen.

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