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8. Tag auf der Berlinale 2019

Die Toten Hosen rocken das Festival

Internationale Filmfestspiele Berlin
© visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinale 2016

Am Freitag wird es laut – Die Toten Hosen rocken die Berlinale. Im Friedrichstadt-Palast läuft der Dokumentarfilm über die Tournee der Band „Weil du nur einmal lebst – Die Toten Hosen auf Tour“. 

Und am Potsdamer Platz herrschen frühlingshafte Temperaturen. Mit müden Augen blinzeln wir Festivalvampire in das helle Sonnenlicht, wenn wir aus dem dunklen Kinosaal gestolpert kommen.
Wenn wir endlich gestolpert kommen … Zur Unsitte des Übererklärens mittels Voiceover kommt die Überlänge von immer mehr Filmen. Lauflängen von zwei bis drei Stunden sind kein Einzelfall mehr, leider sind sie meist nicht dem Film unbedingt dienlich. Ein entschlossener Cutter hätte vielen Festivalfilmen wahrhaft gutgetan.

Di jiu tian chang (So Long, My Son)

Mit 185 Minuten gehört auch der chinesische Film "Di jiu tian chang" (So Long, My Son) zu den längeren Beiträgen, aber auch zu den gelungeren Werken des Wettbewerbes. Die Familiengeschichte erzählt über den Lauf von dreißig Jahren das Leben von Yaojun und seiner Frau Liyun. Von den 19809er Jahren bis ins Heute blickt der Film auf die ein einander verwobene Schicksale des Paares und ihrer Freunde, die durch den Tod des Sohnes miteinander verbunden sind.

Der Handlung springt auf den einzelnen Zeitebenen hin und her und erschließt sich daher nur langsam. Ich h habe die erste Stunde des Filmes damit zugebracht, die Personen und ihre Konstellationen zu sehr verstehen, zumal ich eine mir völlig andere Geschichte als die auf der Leinwand zusammen gebastelt habe. Nachdem ich der eigentlichen Erzählung endlich folgen konnte, hat der Film dann seinen Sog entfaltet und mich mitgenommen.
Momentan gehört er zu den hoch gehandelten Favoriten für einen Bären.

Temblores

„Wir sind nicht in Luxemburg. Pablo, das wird nicht einfach“: Pablo stammt aus einer wohlhabenden und strenggläubigen Familie in Guatemalas, doch er verlässt Frau und Kinder und zieht zu seinem Liebhaber Francisco. Er verliert seinen Job und den Zugang zu seinen Kindern. Seine Familie kann seine Homosexualität nicht tolerieren und versucht ihn, mit Hilfe der evangelikalen Kirchengemeinde, der sie angehören, zurück in sein altes Leben zu holen. Hin und her gerissen zwischen beiden Welten entschließt sich Pablo zu einer Behandlung in dem Umerziehungscamp seiner Gemeinde.
Temblores, das sind die Erdbeben, aber auch die Erschütterungen eines Lebens, das nicht selbstbestimmt gelebt werden kann. Der sehenswerte Film zeigt eine repressive Gesellschaft und eine intolerante Religion, die keine Abweichungen von dem duldet, was sie als gut und richtig definiert haben.

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

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