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3. Tag auf der Berlinale 2019

Hollywood am Potsdamer Platz

Internationale Filmfestspiele Berlin
Dieter Kosslick auf dem roten Teppich vor dem Berlinale Palast © visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinale 2016

Der Sonntag auf der Berlinale ist bisher grau und verregnet, doch am Abend erstrahlen die Lichter am Potsdamer Platz besonders hell, denn mit Diane Kruger, Martin Freeman, Juliette Binoche und Jonah Hill kommen die Hollywoodstars zum großen Auftritt auf dem rotem Teppich.

Diane Kruger und Martin Freeman stellen die internationale Koproduktion „The Operative“ vor, während Juliette Binoche in „Celle que vous croyez“ im Zoo Palast zu sehen ist. Und Schauspieler Jonah Hill zeigt sein Regiedebüt „Mid90s“ im Panorama.

Mr. Jones
Mr. Jones © Robert Palka / Film Produkcja

Außerdem läuft noch im Wettbewerb „Mr. Jones“ von Agnieszka Holland. Zwar klingt der Film mit James Norton und Vanessa Kirby sehr vielversprechend, leider reiht er sich mir 141 Minuten in die Reihe der vielen Berlinalebeiträge mit Überlänge ein (und das als Spätfilm um 22 Uhr). Alleine im Wettbewerb hatten wir schon „Grace à Dieu“ mit 137 Minuten. Und dann kommen „Vice“ mit 132 Minuten „Marighella“ mit 157 Minuten  und „Di jiu tian chang“ mit stolzen 185 Minuten Laufzeit. Was ist nur aus dem guten Neunzigminüter geworden?

Jessica Forever

Jessica Forever
Jessica Forever © Ecce films – ARTE France Cinéma – 2018

Jugendliche in einer Dystopie – eigentlich dachte ich, dass Thema sei langsam durch, aber der französische Panoramafilm „Jessica Forever“ variiert die Geschichte nochmal in recht eigenwilliger Form. In einer nicht näher definierten nahen Zukunft finden der Gesellschaft gejagter Jugendliche, die „Waisen“, zu einer familienartigen Gruppe zusammen, betreut von der fürsorglichen Jessica. Der Film nimmt Elemente von Videospielen auf und konzentriert auf das Zusammenleben in der Gruppe und das Seelenleben der Jugendlichen. Leider fällt er recht schnell auseinander und schafft es nicht, einen durchgehenden Spannungsbogen zu gestalten. Und auch der Plot ist viel zu dünn und wohlbekannt, um zu fesseln.
Und warum nur ist das Voiceover in so vielen Filmen wieder da? Ständig erklären Stimmen aus dem Off den Plot, stellen die Figuren vor oder lesen Briefe und Emails… Es ist echt ermüdend, vertrauen die Filmemacher nicht mehr ihren Bildern und Geschichten?

Ut og stjæle hester

Ut og stjæle hester
Ut og stjæle hester © 4 1/2 Film

Und auch der norwegische Film „Ut og stjæle hester“  (Pferde stehlen) hat zu viele Voiceover und Erklärversuche. Wenn 20 Minten vor Ende des Filmes eine Figur eingeführt wird, die zuvor keine Rolle spielt, nur um nochmal eine Bedeutungsebene zu diskutieren, ist das leider nicht überzeugend gelöst.

Der Film von Hans Petter Moland beruht auf dem gleichnamigen Bestseller, der Norwegens international erfolgreichstes Buch ist. Stellan Skarsgård spielt Trond Sander, der in einen kleinen Ort nach Norwegen zieht. Sein Nachbar Lars entpuppt sich als der Bruder seines Jugendfreundes, und so bringen ihn die Erinnerungen zurück in den Sommer im Jahr 1948, den er mit seinem Vater in einer Holzhütte in den Wäldern verbracht hat. Der Sommer stellte die entscheidenden Weichen für sein Leben.

Die Wälder mit ihren Geräuschen zeigt der Film auf wunderbare Weise, sie sind das verlorene Kindheitsparadies, das immer wieder mit Licht und Schatten unterschiedlich inszeniert das Seelenleben Tronds wiederspiegelt. Auch die Schauspieler (der alte wie der junge Trond, gespielt von Jon Ranes) sind wirklich gut, oft bleibt die Kamera ganz nahe an ihren ausdrucksstarken Gesichtern. Und war der Film doch auf Dauer ermüdend, denn zu umständlich und bedeutungsaufgeladen ist das Geschehen erzählt.

 

 

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

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