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1. Tag auf der Berlinale 2020

Das Festival hat begonnen

Internationale Filmfestspiele Berlin
© visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinale 2016

Heute ist der erste Berlinaletag nach der gestrigen Eröffnungsgala im Berlinale Palast, der ersten unter der neuen Leitung von Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian. Und heute kommt mit Johnny Depp ein großer Hollywoodstar auf den roten Teppcih!

Johnny Depp stellt heute seinen neuen Films Minamata im Friedrichstadt-Palast vor. Und am Hyatt Hotel am Potsdamer Platz, wo mittags die Pressekonferenz mit ihm und dem Filmteam stattfindet, warten bereits die ersten Fans.

Heute findet außerdem die Eröffnung von Generation Kplus mit H Is for Happiness statt. Der deutsche, in Berlin spielende Film Kokon eröffnet die Sektion Generation14plus. Die Filme von Generation laufen dieses Jahr nicht im Haus der Kulturen der Welt, sondern in der Urania nahe dem Wittenbergplatz.

Und es startet auch der neue Wettbewerb Encounters mit dem Film Malmkrog des rumänischen Regisseurs Cristi Puiu.

Die Eröffnungsgala

Internationale Filmfestspiele Berlin
© visitBerlin, Foto: Wolfgang Scholvien

Berlinale 2016

Die Eröffnungsgala war überschattet von den Ereignissen in Hanau, so erhoben sich die Gäste zu einer Schweigeminute in Gedenken an die Opfer und zu Standing Ovations für die klaren Worte von Monika Grütters. Sie, der Regierende Bürgermeister von Berlin Michael Müller und Moderator Samuel Finzi betonten, dass die Berlinale wie die Stadt Berlin für Freiheit, Weltoffenheit, Vielfalt und Toleranz stehen.

Samuel Finzis Moderation stolperte ein wenig, er verhaspelte sich und nicht alle Gags saßen, ganz in seinem Element war er jedoch bei seiner Darstellung als Peter Lorre in M – Die Stadt sucht einen Mörder.
Dann kam die internationale Jury mit ihrem Präsidenten Jeremy Irons auf die Bühne, und Marriette Rissenbeek erklärt die 70. Internationalen Filmfestspiele Berlin für eröffnet.

Bei der der zeitversetzten Übertragung der Eröffnung im Friedrichstadt-Palast sorgten allerdings nicht nur die lange Verspätung (die gibt es jedes Jahr) für Unruhe, sondern dass bei der Übertragung aus rechtlichen Gründen nicht alle Einspieler gezeigt werden konnten. So schaute das Publikum irritiert auf die riesige Leinwand mit einer Texttafel …
In guter Kosslick-Tradition kamen Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian dann auf die Bühne und brachten auch den Regisseur des Eröffnungsfilms Philippe Falardeau (leider nicht die Hauptdarstellerinnen) mit. Und dann lief der Trailer, aus dem Sternenregen formte sich das Berlinalebärchen, und sie hatte wirklich begonnen, die Berlinale 2020.

My Salinger Year

Das Überraschendste an dem Film My Salinger Year ist die Tatsache, dass Carlo Chatrian ihn als Eröffnungsfilm ausgewählt hat, schließlich wirkt er doch wie der klassische Eröffnungsfilm aus Dieter Kosslicks Zeiten.

Der Film spielt in den 1990ern in New York, einem nostalgisch-idyllischen herbstbraunen Woody-Allen-New York. Er beruht auf dem Memoir von Joanna Rakoff, welche auch in ein Cameo im Film hat. Die junge Joanna (gespielt von Margaret Qualley, die gerade als Hippiemädchen in Once upon a time in Hollywood auf sich aufmerksam gemacht hat) möchte in New York ihren Traum vom Schriftstellerinnendasein leben, arbeitet aber erstmal in einer Literaturagentur als Assistentin. Die altmodische Agentur im Retrolook leitet Margaret (gespielt von Sigourney Weaver), die Computer für Teufelszeug hält. Der wichtigste, gefühlt einzige, Kunde ist Kultautor J. D. Salinger, der zurückgezogen lebt und mit nur wenigen spricht. Joannas Aufgabe ist es, seine Fanpost und alle Anfragen abzuwimmeln und ihn vor den Fans, ja der Welt, abzuschirmen.
Dabei verfolgt sie die Briefe der Fans und das Werk Salingers (den Fänger im Rogen muss sie erst lesen), was sie dazu bringt, sich zu fragen, was sie wirklich im Leben will.

Der Film ist, wie Regisseur Philippe Falardeau auf der Pressekonferenz sagte, ein Liebesbrief an die literarische Welt in New York, die nur in Resten besteht, und an die Kunst allgemein, denn Kunst kann das Leben verändern. Im Mittelpunkt, so  Falardeau stehe die Beziehung zwischen den beiden Frauen. Und auch wenn er, ein Mann Regie geführt habe, so haben doch viele Frauen in entscheidenden Positionen daran gearbeitet.

Ein bisschen wirkt der Film wie Der Teufel trägt Prada im Intellektuellenmilieu, auch die Beziehung zwischen Joanna und Margaret lässt Erinnerungen daran wach werden. My Salinger Year besitzt nostalgischen Charme und ist vom harmonischen Zusammenspiel der beiden Hauptdarstellerinnen getragen, doch bleibt er harmlos und überraschungsarm.

Infofern bleibt es spannend zu sehen, welche neuen Akzente der Wettbewerb der Berlinale setzen wird.

Kristin Buller

Kristin

lächelt nur auf Fotos nicht. Ganz fröhlich ist sie im Berliner Kulturleben unterwegs und schreibt über die Kulturszene Berlin – die Großstadt vor und hinter den Kulissen. Ihre liebste Jahreszeit ist die Berlinale, dann sieht sie 10 Tage lang Filme und erzählt davon im Blog.

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