Dieses Wochenende zeigt, dass Geschichte und Gegenwart in Berlin oft nur wenige Schritte voneinander entfernt liegen: 65 Jahre nach dem Mauerbau wird die Geschichte der geteilten Stadt an Originalschauplätzen sichtbar, während in unmittelbarer Nähe Rave The Planet die Straße des 17. Juni zur Tanzfläche macht. Dazu kommen überraschende Ausstellungen und Orte, an denen ihr selbst mittanzen könnt.
Tipp 1: 65 Jahre Mauerbau: Geschichte im Stadtraum neu entdecken
Zum 65. Jahrestag des Berliner Mauerbaus erinnert ein stadtweites Programm an die Folgen der deutschen Teilung. Rund um den 13. August verbinden Ausstellungen, Führungen, Filmvorführungen, Lesungen und Gespräche historische Orte mit persönlichen Geschichten.
Im Mittelpunkt steht ein temporärer Erinnerungsort am Brandenburger Tor mit einer Open-Air-Ausstellung und einer rund 30 Meter langen Installation. Gleichzeitig laden Veranstaltungen in der ganzen Stadt dazu ein, unterschiedliche Perspektiven auf die Geschichte der Mauer und den Wert von Freiheit und Demokratie kennenzulernen.
Wann: Donnerstag, 13. August 2026, 10 – 22 Uhr (weitere Programmpunkte bis 16. August)
Wo: Brandenburger Tor (Pariser Platz) sowie verschiedene Veranstaltungsorte in Berlin; zentrale Gedenkveranstaltung in der Gedenkstätte Berliner Mauer
Tipp 2: Hört Yo-Yo Ma und Daniel Barenboim in der Waldbühne
Wenn das West-Eastern Divan Orchestra unter der Leitung von Daniel Barenboim gemeinsam mit Starcellist Yo-Yo Ma auf der Bühne steht, erwartet euch ein Konzertabend der Extraklasse.
Das von Barenboim und Edward Said gegründete Orchester bringt seit vielen Jahren junge Musiker:innen aus verschiedenen Ländern des Nahen Ostens zusammen und steht für musikalischen Austausch über kulturelle und politische Grenzen hinweg. Freut euch auf ein unvergessliches Konzerterlebnis.
Wann: Donnerstag, 13. August, 19 Uhr
Wo: Waldbühne Berlin, Glockenturmstraße 1, Charlottenburg
Tipp 3: Beim Nikolaizauber durchs historische Berlin schlendern
Zwischen Kopfsteinpflaster und mittelalterlichen Gassen verwandelt sich das Nikolaiviertel an diesem Wochenende in eine lebendige Festmeile. Kleinkunst, Live-Musik und Akrobatik sorgen für Atmosphäre, während das Kombi-Ticket Spezial den Eintritt in drei Museen ermöglicht. So verbindet ihr Straßenfest und Museumsbesuch ganz unkompliziert miteinander.
In und um die Nikolaikirche: Die Ausstellung im ältesten erhaltenen Kirchengebäude der Stadt erzählt von der Entwicklung Berlins im Mittelalter. Familien können bei einer Rallye auf Entdeckungstour gehen.
Im Museum Knoblochhaus seht ihr originalgetreu eingerichteten Wohnräume, die zeigen, wie eine Berliner Kaufmannsfamilie vor rund 200 Jahren lebte und arbeitete. Direkt gegenüber laden historische Mitmachspiele zum Ausprobieren ein.
Im Ephraim-Palais spannt die Dauerausstellung „BerlinZEIT – Die Stadt macht Geschichte!“ den Bogen von den Anfängen bis in die Gegenwart. ergänzt durch die Sonderausstellung „Tapetenwechsel – Migration und Mobiliar seit 1960“.
Wann: Samstag & Sonntag, 15. & 16. August, 10–18 Uhr
Wo: Nikolaiviertel, rund um Nikolaikirche, Knoblauchhaus und Ephraim-Palais, Mitte
Tipp 4: Imagine Love: Tanzt bei Rave The Planet für Liebe, Frieden und elektronische Musik
"IMAGINE LOVE war nie nur ein Motto. Gerade jetzt ist es eine Haltung. Denn jeder Handlung geht ein Gedanke voraus. Lasst diesen Gedanken Liebe sein", schreiben die Veranstalter von Rave The Planet in ihrer Pressemitteilung, mit der sie ankündigen, dass Rave The Planet am 15. August 2026 stattfinden wird. Nach dem schrecklichen Anschlag auf den Berliner CSD sei das Sicherheitskonzept noch einmal gemeinsam mit der Polizei und Behörden geprüft und an einzelnen Punkten nachjustiert worden.
"Gleichzeitig bleiben unsere Gedanken bei den Betroffenen, ihren Angehörigen und allen Verletzten", heißt es weiter. In diesem Sinne wird dem Motto des diesjährigen Raves noch einmal eine ganz besondere Bedeutung zukommen. "Mehr Liebe. Mehr Zusammenhalt. Mehr Vielfalt. Mehr Menschlichkeit." Der Soundtrack dazu kommt unter anderem von Dr. Motte, Westbam, Maceo Plex, Nicole Moudaber, Pan-Pot und Hannah Laing.
Hinweis: Wegen einer Baustelle pendeln die Floats in diesem Jahr zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern hin und her.
Und falls ihr euch schon einstimmen möchtet: Die Berlin Unboxed-Podcastfolge Von Loveparade zu Rave The Planet mit Dr. Motte und Ellen erzählt von Techno, Frieden, Liebe und dem Berlin-Mythos. Außerdem zeigt die ARD Mediathek ab 31. Juli Love is Stronger – Von Loveparade zu Rave The Planet
Wann: Samstag, 15. August 2026, 14–22 Uhr (Afterparty ab 23 Uhr in der Columbiahalle)
Wo: Straße des 17. Juni, zwischen Brandenburger Tor und Großem Stern, Mitte
Tipp 5: Seht Angela Merkels offizielles Porträt im Bode-Museum
Bevor es seinen Platz in der Kanzlergalerie des Bundeskanzleramts erhält, könnt ihr Angela Merkels offizielles Porträt im Bode-Museum sehen. Der französisch-deutsch-kanadische Künstler Jérémie Queyras vollendete das Gemälde 2026.
Das Werk ist nur bis Anfang Oktober öffentlich zugänglich.
Wann: Freitag, 14. August, 10–17 Uhr; Samstag & Sonntag, 15. & 16. August, 10–18 Uhr
Wo: Bode-Museum, Am Kupfergraben, Mitte
Das Porträt der Bundeskanzlerin
Tipp 6: Erlebt mit „Sounding Light“ einen Wald aus Tanz und Klang
Wie klingt ein Wald, wenn Körper den Soundtrack erzeugen? In „Sounding Light“ lässt Cheng Tsung-lung zwölf Tänzer des Cloud Gate Dance Theatre of Taiwan Regenschauer, Vogelrituale und Sonnenstrahlen auf einer minimalistischen Bühne entstehen. Dabei produziert das Ensemble einen Großteil der Geräusche selbst – und verbindet Naturbeobachtung unmittelbar mit Bewegung und Klang.
Sounding Light ist Teil von Tanz im August. Seit 1989 bringt das Festival zeitgenössischen Tanz aus Berlin und aller Welt auf verschiedene Bühnen der Stadt. Außerdem zu erleben an diesem Wochenende:
Chara Kotsalis „IT’S THE END OF THE AMUSEMENT PHASE“
Mohamed Toukabri verbindet in „Every-Body-Knows-What-Tomorrow-Brings-And-We-All-Know-What-Happened-Yesterday“
Und Dana Michel macht für „YOU CANNOT CAN“ ein Schwimmbecken zum Schauplatz und fragt mit Humor nach Ängsten, Herkunft und dem Zugang zu Wasser.
Wann: Samstag, 15. August, 19 Uhr & Sonntag, 16. August, 18 Uhr
Wo: Berliner Festspiele, Schaperstraße 24, Charlottenburg-Wilmersdorf
Tipp 7: Tanzt beim Irish Festival Berlin zur Ceilidh
Für zwei Tage wird die überdachte Freiluftbühne der ufaFabrik zum Treffpunkt für irische Musik und Tanz. Freut euch auf Bands wie Beeswing aus Dublin, Am Dunta und Nightlark. Ein schöner Perspektivwechsel: Bei der Ceilidh am Samstag schaut ihr nicht nur zu, sondern seid ausdrücklich zum Mittanzen eingeladen.
Wann: Freitag, 14. August, ab 18.30 Uhr & Samstag, 15. August, ab 16.15 Uhr
Wo: überdachte Freiluftbühne der ufaFabrik, Viktoriastraße 10–18, Tempelhof
Tipp 8: Entdeckt die Bauhaus-Fotografinnen neu
Ihre Motive sind bekannt, ihre Namen weit weniger: „Neue Frau, Neues Sehen“ rückt die Fotografinnen des Bauhauses ins Bild. Von Porträts und Architektur bis zu abstrakten Experimenten zeigt die Ausstellung, wie sie mit ungewohnten Perspektiven die Grenzen der Fotografie ausloteten – erstmals würdigt das Bauhaus-Archiv ihr Werk umfassend.
Wann: Freitag bis Sonntag, 14. bis 16. August, 11–19 Uhr
Wo: Museum für Fotografie - Helmut Newton Stiftung, Jebensstraße 2, Charlottenburg
Tipp 9: Entdeckt Töpferkunst zwischen Palmen und Dahlien
Keramik trifft Gartenkultur: Mehr als 40 Töpferwerkstätten, Keramikmeistereien und Porzellanmanufakturen zeigen bei Späth ihre Arbeiten. Schaut beim Drehen an der Töpferscheibe zu oder bemalt selbst Keramik. Ungewöhnliche Kulisse dafür sind das neu eröffnete Palmenhaus und eine Dahlienschau mit rund 100 Sorten.
Dazu gibt es Live-Musik und Leckeres aus Gasthaus, Weingarten und Hofladen.
Wann: Samstag & Sonntag, 15. & 16. August, 10 - 18 Uhr
Wo: Späth’sche Baumschulen, Späthstraße 81, Treptow
Tipp 10: Genießt Dinner und Live-Musik mit Nadia Riswan
Das ikonische MOKKA*MILCH lädt alle zwei Wochen zu einem ganz besonderen Dinner-Abend. An diesem Wochenende singt Nadia Riswan bei „Top of the Stairs“, wobei die Empore der vor Kurzem wiedereröffneten architektonischen Ikone zur Bühne wird. Riswan präsentiert eigene Songs und ausgewählte Covers zwischen Pop, Soul, R&B und Indie. Begleitet wird die Singer-Songwriterin vom Berliner Gitarristen Raphael Schütz.
Eine Tischreservierung wird empfohlen.
Wann: Samstag, 15. August, 19 – 21 Uhr
Wo: MOKKA*MILCH, Karl-Marx-Allee 35, 10178 Berlin
Tipp 11: Hört Oscar-prämierte Sounds im Garten der Neuen Nationalgalerie
Filmmusik trifft auf experimentelle Klangwelten: Bei „Sound in the Garden“ spielen die Oscar- und Grammy-prämierte Komponistin Hildur Guðnadóttir und Sounddesigner Sam Slater live. Dazu verbindet Slauson Malone 1 zersplitterte Jazz-Loops, Lo-Fi-Punk und Soul zu einer unberechenbaren Performance - unter freiem Himmel an der Neuen Nationalgalerie.
Wann: Freitag, 14. August, Einlass 18.30 Uhr
Wo: Neue Nationalgalerie, Potsdamer Straße 50, 10785 Berlin
Sound in the Garden
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