Mit Fotografie, Streetfood und Blütenregen zeigt sich Berlin an diesem Wochenende von seiner frühlingshaften Seite. Neue Ausstellungen laden zum Entdecken ein, ein kulinarisches Festival bringt sizilianische Aromen in die Stadt und in den Gärten der Welt steht die Sakura in voller Blüte. Dazu kommen Jazz, Ballett und kreative Märkte – freut euch auf ein Wochenende zwischen Kultur und Frühling.
Tipp 1: Seht im Museum für Fotografie zwei neue Ausstellungen
Nach einer spannenden Umgestaltung öffnet das Museum für Fotografie nun wieder seine Türen. Seit 2004 beherbergt das Haus die Helmut Newton Foundation, deren herausragende Dauer- und Sonderausstellungen Besucher:innen aus aller Welt nach Charlottenburg locken. Die Wiedereröffnung feiert das Museum nun mit gleich zwei neuen Ausstellungen: Seht die neue erweiterte Dauerausstellung Intermezzo. Revisiting Helmut Newton und die temporäre Präsentation Neue Frau, Neues Sehen, eine längst fällige Würdigung der Künstler:innen am Bauhaus.
Wann: Freitag, Samstag und Sonntag von 11 bis 19 Uhr
Wo: Museum für Fotografie, Jebensstraße 2, Charlottenburg
Tipp 2: Besucht das Sicilian Street Food Festival
Der Festsaal Kreuzberg ist am Wochenende völlig verwandelt: An mehr als 20 Ständen türmen sich Cannoli, Granita, Pizza und Pasta und bringen sizilianische Aromen nach Berlin. Das Sicilian Street Food Festival verwöhnt euch bei kleinem Eintrittspreis mit allem, was die größte Italienische Insel zu bieten hat. Genießt die Frühlingssonne bei einem guten Glas Wein, schunkelt zu sizilianischer Live-Musik und lasst euch von kulinarischen Expert:innen in die Geheimnisse der sizilianischen Küche einführen. Euch erwarten Masterclasses rund um Pistazie, Granita, Cannoli und Co., ein Unterhaltungsprogramm für kleine Naschkatzen sowie spannende Einblicke in die sizilianische Kultur.
Wann: Samstag und Sonntag von 12 bis 22 Uhr
Wo: Festsaal Kreuzberg Berlin, Am Flutgraben 2, Treptow
Tipp 3: Lauscht der Lawrence Clark Band im Zig Zag Jazz Club
Allein schon die Wohlfühl-Inneneinrichtung des Zig Zag Jazz Clubs ist einen Besuch wert. Sie ist aber längst nicht alles, was diese Musikinstitution zu bieten hat. Bequeme Sofas, Mosaikfliesen im 1980er-Jahre-Stil und dicke Teppiche bilden die Kulisse für eine Bühne, die ganz im Zeichen von Virtuosität und musikalischer Exzellenz steht. Das Programm reicht von experimentellen Newcomer-Acts bis hin zu absoluten Jazzlegenden. Am Sonntagabend erwartet euch ein Konzert, das klar zur letzteren Kategorie gehört: Die Lawrence Clark Band rund um Namensgeber Clark – ehemaliges Mitglied des Rashied Ali Quintet – vereint zahlreiche musikalische Einflüsse zu einer gelungenen Neuinterpretation des klassischen New Yorker Jazz.
Wann: Sonntag, Einlass ab 19:30 Uhr, Konzertbeginn 20:30 Uhr
Wo: Zig Zag Jazz Club, Hauptstraße 89, Friedenau
Tipp 4: Erlebt Torsten Fischers HERR TEUFEL FAUST
Mit dem Gelehrten Heinrich Faust schuf Goethe nicht nur den Protagonisten der wohl größten Tragödie der deutschen Literatur, sondern auch den Archetypen eines unstillbaren Wissensdurstes. Faust reicht die Gegenwart nicht aus – er will in die Zukunft blicken und die Welt in ihrer Gänze begreifen. Mit seiner thematischen Fülle bietet das Stück nahezu unerschöpflichen Stoff für Neuinterpretationen. Eine davon hat nun auch Torsten Fischer für das Renaissance Theater Berlin inszeniert. HERR TEUFEL FAUST haucht dem Werk neues Leben ein und transportiert es in eine Gegenwart, in der die Menschheit eine Wirkungsmacht erreicht hat, von der Goethes tragischer Held nur träumen konnte, Im Anthropozän wird der Mensch zum entscheidenden Bestimmungsfaktor für die Entwicklung des Planeten – im Guten wie im Schlechten.
Wann: Freitag und Samstag um 19:30 Uhr, Sonntag um 18 Uhr
Wo: Renaissance-Theater Berlin, Knesebeckstraße 100, Charlottenburg
Tipp 5: Genießt den Frühling in den Gärten der Welt
In den Gärten der Welt blühen in elf Themengärten, Wassergärten und neun Gartenkabinetten Pflanzen aus aller Welt um die Wette. Seilbahn, Renaissancegarten, Labyrinthe und Spielplätze sind zu jeder Jahreszeit einen Besuch wert – doch gerade jetzt lockt die weitläufige Parkanlage mit einem atemberaubenden Naturschauspiel: Nirgendwo sonst im Berliner Stadtgebiet könnt ihr so viele Kirschblüten bestaunen wie hier. Lasst euch von einem Tour-Guide für eineinhalb Stunden durch die pink-weiße Blütenpracht führen und plant euren Besuch lieber früher als später: Der Höhepunkt der Sakura-Blütezeit ist Mitte April und hält maximal zwei Wochen an.
Wann: täglich 9 bis 20 Uhr, Sakura-Führungen am Samstag und Sonntag von 11 bis 12:30 Uhr
Wo: Gärten der Welt, Blumberger Damm 44, Marzahn
Tipp 6: Staunt über das Comedy-Spiel der Harlem Globetrotters
Die Harlem Globetrotters gibt es seit 1926. Als das Basketballteam damals in Chicago gegründet wurde, bestand es größtenteils aus afroamerikanischen Spielern – in einer Zeit, in der Schwarze noch nicht in den US-Profiligen zugelassen waren. Um sich in der von Rassismus geprägten Sportlandschaft zu behaupten, begegnete das technisch exzellente Team seinen Gegnern auch mit Humor. Die Mischung aus virtuosem Ballspiel und Clownerien wurde zum Markenzeichen und machte die Harlem Globetrotters zum weltweit bekanntesten Basketball-Showteam. Am Samstagabend könnt ihr dieses einmalige Comedy-Sport-Spektakel live in der Max-Schmeling-Halle erleben.
Wann: Samstag um 19 Uhr
Wo: Max-Schmeling-Halle, Am Falkplatz 1, Prenzlauer Berg
Tipp 7: Stöbert auf dem Kreativmarkt im Hubertusbad
Im Hubertusbad Lichtenberg wird schon lange nicht mehr geschwommen. Da das historische Volksbad aus dem frühen 20. Jahrhundert jedoch schlicht und einfach zu schön für den Leerstand ist, wird es regelmäßig als Kulisse für kreative Veranstaltungen genutzt – so auch an diesem Samstag. Für den Kreativmarkt im Hubertusbad reihen sich in der beeindruckenden Schwimmhalle die Tische von Berliner Künstler:innen aneinander und präsentieren Kunsthandwerk, Design, Mode und viele weitere besondere Schmuckstücke. Streetfood und kühle Drinks sorgen für Stärkung, während DJ-Musik den perfekten Soundtrack für eure Bummeltour liefert.
Wann: Samstag von 11 bis 17 Uhr
Wo: Hubertusbad, Hubertusstraße 47–49, Lichtenberg
Tipp 8: Erlebt das preisgekrönte Ballett Nurejew in der Deutschen Oper
Er verstarb 1993 im Alter von nur 54 Jahren. Und doch ging Rudolf Nurejew als einer der bedeutendsten Tänzer des 20. Jahrhunderts in die Geschichte ein. Diese Einordnung geht nicht nur auf Nurejews revolutionären Tanzstil zurück: Als schwuler Mann im konservativen Russland setzte Nurejew auch politisch neue Maßstäbe für die Ballettkunst. Obwohl er aufgrund seiner Flucht in den Westen in Russland bis heute umstritten ist, entschieden sich Choreograf Yuri Possokhov und Regisseur Kirill Serebrennikov, dem Ausnahmekünstler ein eigenes Ballett zu widmen. Das Staatsballett Berlin bringt Nurejew nun erstmals außerhalb Russlands auf die Bühne – wo das Stück vor drei Jahren im Zuge verschärfter LGBTQ+-Gesetze aus den Spielplänen verbannt wurde.
Wann: Freitag um 19:30 Uhr und Sonntag um 16 Uhr
Wo: Deutsche Oper Berlin, Bismarckstraße 35, Charlottenburg
Tipp 9: Besucht Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision
Auch im Gropius Bau hält mit dem Frühling eine neue Ausstellung Einzug: "Peter Hujar / Liz Deschenes: Persistence of Vision" bringt die Werke der beiden Künstler:innen in einen visuellen Dialog. Peter Hujar hielt die New Yorker Szene zwischen Stonewall-Protesten und AIDS-Krise in eindringlich poetischen Schwarz-Weiß-Fotografien fest, die heute als bedeutende Zeitzeugnisse gelten. Liz Deschenes hingegen arbeitet im heutigen New York und erforscht in ihren Arbeiten die materiellen und chemischen Grundlagen der Fotografie – ganz ohne klassische Bildmotive. Im Gropius Bau könnt ihr am Wochenende die Werke in direkter Gegenüberstellung erleben und dabei ihre essenziellen Gemeinsamkeiten entdecken.
Wann: Freitag von 12 bis 19 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 19 Uhr
Wo: Gropius Bau, Niederkirchnerstraße 7, Kreuzberg
Tipp 10: Erkundet das UNESCO-Welterbe Museumsinsel
In diesen Jahren feiert die Museumsinsel ihr 200-jähriges Jubiläum. Höchste Zeit also, das besondere Kulturensemble auf der Spree noch etwas besser kennenzulernen. Eine Möglichkeit bietet zum Beispiel die UNESCO-Welterbe-Führung. Auf dem Rundgang erhaltet ihr Einblicke in Architektur, Geschichte und die kulturellen Schätze der beteiligten Museen. Wer nach der zweistündigen Führung noch mehr entdecken möchte, kann mit der inkludierten Tageskarte die Büste der Nofretete im Neuen Museum, Monets Gemälde in der Alten Nationalgalerie oder die Fundamente einer mittelalterlichen Lateinschule im PETRI Berlin erkunden.
Wann: Samstag um 11 Uhr
Wo: Treffpunkt: James Simon Galerie, Eingang Ebene 1, Bodestraße, Mitte
Tipp 11: Macht es euch im Wohnzimmer bei Handarbeit gemütlich
Seit Oktober vergangenen Jahres geht das Ausstellungsprogramm Beziehungsweise Familie im Humboldt Forum der Frage nach, wie und wo Familien zusammenleben. Das Wohnzimmer liefert dabei bereits eine erste Antwort auf das „Wo“: Kulturübergreifend wird hier gesessen, gesprochen, gespielt, entspannt – und gewebt. Im Wohnzimmer des Humboldt Forums steht die Textilarbeit im Fokus, die in vielen Kulturen eng mit familiärem Zusammenhalt verknüpft ist. Kollektive Wandcollagen sowie Web- und Strickworkshops bringen euch hier die matriarchalen Traditionen der Wayuu-Gemeinschaft Kolumbiens durch Textilkunst und Storytelling näher.
Wann: Freitag bis Sonntag von 10:30 bis 18:30 Uhr
Wo: Humboldt Forum, Schloßplatz, Mitte
Wohnzimmer
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