Große Freigehege, seltene Tierarten – zu Besuch im größten Tierpark Europas
Über 20 Monate war Pori mit dem Kind schwanger. Dann endlich war es soweit – es war ein Junge, 117 Kilogramm schwer und 91 Zentimeter groß! Als der kleine Elefantenbulle Kando 2007 im Tierpark Berlin geboren wurde, machte nicht nur seine Mutter Pori große Augen. Nur ein paar Minuten, nachdem er zur Welt gekommen war, tapperte das Elefantenbaby ins Badebecken der Freianlage – und ging schwimmen. Später erhielt es den Namen Kando, was auf Swahili soviel wie „Ufer“ bedeutet.
Seit 1999 wurden im Tierpark Berlin-Friedrichsfelde 15 Elefantenbabys geboren. Das ist Rekord. Und nicht nur das: Der Tierpark ist der größte Tierpark Europas. Auf einer Fläche von 160 Hektar leben etwa 7.800 Tiere, insgesamt gibt es knapp 900 verschiedene Tierarten – vom Malaienbären bis zum indischen Riesenflugfuchs. Neben dem Kolibri-Krokodil-Haus, der Tropenhalle, dem Afrikanum und der Schlangenfarm ist der Vari-Wald besonders interessant. Dort können Besucher durch den Wald der Schwarzweißen und Roten Varis schlendern und dabei die neugierigen Halbaffen aus nächster Nähe beobachten.
Der Tierpark Berlin entstand im Zuge der Teilung Berlins nach dem Zweiten Weltkrieg, da es auch im Ostteil der Stadt einen Tierpark geben sollte. Er wurde 1955 im Schlosspark Friedrichsfelde eröffnet. In dem ursprünglich von dem Gartenkünstler Peter Joseph Lenné gestalteten Parkgelände liegt auch das 1695 erbaute Schloss Friedrichsfelde. Seit 2009 gehört das Schloss wieder zum Tierpark Berlin. Die Gemeinschaft der Förderer von Tierpark und Zoo Berlin e.V. hat die Betreuung für hier stattfindende Veranstaltungen - insbesondere regelmäßige Konzerte - übernommen.
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