Halbinsel Stralau
Halbinsel Stralau
Wasserstadt in der Spree
Eine halbe Tonne Bier und ein einfaches Essen – das war die Entschädigung für die Fischer. Zuvor hatten sie, so wollte es der Brauch, die Fänge ihres Fischzugs dem Pfarrer übergeben. Es war der 24. August, Bartholomäustag, der Tag des Anfischens, an dem wie jedes Jahr die Schonzeit für die Fische endete. So begann im 16. Jahrhundert die Tradition des Stralauer Fischzugs, der 300 Jahre später zu einem Volksfest mit 70.000 Besuchern gewachsen war.
Dann, im Jahre 1873 wurde der Fischzug verboten – wegen Schlägereien, Saufgelagen und orgiastischem Treiben. Seitdem ist es ruhiger auf der Halbinsel Stralau, die auch „der Blinddarm Berlins“ genannt wird. Ende des 19. Jahrhunderts entstanden einige Industrieanlagen, unter anderem Teppich-, Flaschen- und Palmkernölfabriken, Brauereien und Bootswerften. Doch längst sind sie wieder geschlossen und größtenteils abgerissen. Stralau wird seit der Jahrtausendwende zur Wasserstadt umgebaut, mit Büros und schönen Wohnanlagen.
Der Uferweg, der streckenweise schon vorhanden ist, soll zukünftig um die ganze Halbinsel und den Rummelsburger See führen. An ihm liegt das älteste Bauwerk der Insel: die 1464 geweihte Stralauer Dorfkirche, in der Reste spätgotischer Glasmalerei erhalten sind. Der Turm der Kirche wurde durch Unwetter und Blitzschläge mehrfach beschädigt und neigt sich knapp fünf Grad zur Seite. Interessierte können die Kirche von Mai bis August jeden Sonntag von 11 bis 15 Uhr besichtigen. Auf Anfrage sind auch abweichende Besuchszeiten und Führungen möglich.
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