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Humboldt Forum
Humboldt Forum © © SHF

Humboldt Forum / Berliner Stadtschloss

Ein Schloss für Berlin, ein Forum für die Welt

Derzeit entsteht wieder ein Schloss im Herzen der Stadt, nicht als Sitz für Könige und Kaiser – sondern als Museum für die ganze Welt und die Vielfalt ihrer Kulturen.

Eine wütende Menschenmenge mit Äxten und Hacken versammelt sich, laute Rufe erklingen, dann zerstört die Menge die Stauwehr. Wassermassen fluten den Schlossplatz. Der Berliner Unwille von 1448 richtet sich gegen den Schlossbau, den ihr Lehnsherr Kurfürst Friedrich II, genannt "Eisenzahn" dort plant. Letztendlich scheitert der Aufstand, Eisenzahn baut sein Schloss. Doch der Geist des Berliner Unwillens ist bis heute lebendig.

Bis heute ist Berlin die Stadt der Freiheit, die Stadt, die ihren Bürgern Freiräume für alle Lebensentwürfe verspricht und dafür in der ganzen Welt bekannt ist. Und wie kein anderes Gebäude ist das Berliner Schloss mit der Geschichte der Stadt verknüpft.

Derzeit entsteht wieder ein Schloss im Herzen der Stadt, diesmal im Geiste der Freiheit, nicht als Sitz für Könige und Kaiser – sondern als Museum für die ganze Welt und die Vielfalt ihrer Kulturen, das Humboldt Forum. Ein Jahrhundertprojekt entsteht gerade auf dem Schlossplatz in Berlin-Mitte. 2002 beschloss der Deutsche Bundestag, das Berliner Schloss in den Ausmaßen des Hohenzollern-Schlosses mit drei historischen Fassaden und dem Schlüterhof wieder neu zu errichten. 2013 fand die Grundsteinlegung für das neue Gebäude statt, in welches das Humboldt Forum einziehen wird.

Geschichte des Berliner Schlosses

Die Markgrafen und Kurfürsten bauen im 15. Jahrhundert eine Zwingburg auf die Spreeinsel in Alt-Cölln – trotz aller Proteste. Im 16. Jahrhundert wird die Burg abgetragen und durch einen Schlossbau ersetzt. Das Schloss ist nicht nur Sitz der Hohenzollern und Residenzschloss preußischer Könige und deutscher Kaiser. Vor dem Schloss bricht auch die Märzrevolution von 1848 aus, Kaiser Wilhelm II. stimmt hier die Berliner auf den Krieg ein, und Karl Liebknecht rief vom Balkon des Schlosses die "freie sozialistische Republik Deutschland" aus.

Sprengung des Stadtschlosses

Obwohl das Berliner Stadtschloss im Zweiten Weltkrieg schwer durch Bombenangriffe beschädigt wird, ist es nicht einsturzgefährdet. Dennoch entscheidet die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) auf ihrem III. Parteitag auf Geheiß des Generalsekretärs Walter Ulbricht, das Schloss zu sprengen. Trotz aller Proteste, die auf den architektonischen und historischen Wert als ein Hauptwerk des norddeutschen Barock verweisen, rückt das Sprengkommando schon einen Tag später am 7. September 1950 an. Nur das Portal IV mit dem Balkon, auf dem Karl Liebknecht einst stand, bleibt erhalten und wird in die Fassade des neu errichteten Staatsratgebäudes eingefügt.

Anstelle des Schlosses entsteht der Palast der Republik als Sitz der Volkskammer und Kulturhaus mit Bühnen, Restaurants und Bowlingbahn. Nach  Mauerfall und Wiedervereinigung wird der asbestbelastete Palast der Republik 2008 abgerissen.

Neubau des Berliner Schlosses

Die Entscheidung, den Palast der Republik abzureißen und das Schloss wieder zu errichten, löst zunächst hitzige Diskussionen aus. Architekt Franco Stella erhält den Zuschlag für den Wiederaufbau des Schlosses mit der Rekonstruktion der  barocken Fassaden.

Das Humboldt Forum im Berliner Schloss

In das Schloss wird das Humboldt Forum einziehen. Zu sehen sind Dauerausstellungen: das Ethnologische Museum und das Museum für Asiatische Kunst (Staatliche Museen zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz), die Berlin Ausstellung (Stadtmuseum Berlin und Kulturprojekte Berlin) und das Humboldt Labor (Humboldt-Universität zu Berlin). Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz zeigt ihre ethnologischen und außereuropäischen Sammlungen. Spannend: Das phonographische Archiv aus dem Ethnologischen Museum in Dahlem wird gemeinsam mit den Beständen des Lautarchivs der Humboldt-Universität ausgestellt.

Webcam zeigt die Bauarbeiten

Wer sich für den Fortschritt der Bauarbeiten interessiert, kann ihn per Webcam verfolgen. Drei Kameras zeigen auf die Ost-, die West- und die Südfassaden des Gebäudes und werden alle 15 Minuten aktualisiert. Zeitrafferfilme ergänzen das Angebot.

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