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Ein Wohnhaus geht in Flammen auf. Fünf Menschen sterben, drei Kinder und zwei Frauen. Jugendliche aus der Nachbarschaft haben das Feuer gelegt. Über den Fall wird geschrieben, die kleine Stadt ist plötzlich bekannt, dann wendet man sich anderen Themen zu. Aber für die Überlebenden und die Toten des Anschlags vergeht diese Nacht nicht.

Poster "Immer wieder Deutschland"
Poster "Immer wieder Deutschland" © Maxim Gorki Theater - 2021

Die Mutter, die mit ihrem Kind aus dem Fenster sprang und versuchte, das Baby mit ihrem Körper zu schützen, erzählt immer wieder von ihrem Sprung und dem Moment ihres Todes. Die Mutter eines der Täter berichtet vom Schweigen, das in ihrer Wohnung lastete, dem Wissen, dass etwas passiert war, den Zweifeln an seiner Schuld. Die Angehörige, die den Brand überlebt hat, sieht noch täglich die Flammen vor sich, spürt die Hitze, riecht den Rauch. Jede bleibt in ihrem Erleben, ihrem Schmerz gefangen – und doch suchen sie nach Austausch, nach Begegnung, nach der Möglichkeit eines Gesprächs.

Der Brandanschlag von Solingen 1993 ist der Ausgangspunkt für türken, feuer. Abseits der medialen Aufmerksamkeits- und Verwertungslogik sucht Dündar behutsam und genau nach einer Sprache für das Geschehene, die alle Perspektiven zu ihrem Recht kommen lässt und gerade dadurch schmerzliche Aktualität behält.

türken, feuer war Hörspiel des Jahres 2020.

Die Autorin liest aus dem Text und spricht im Anschluss über ihre Recherche und persönliche Auseinandersetzung.

Die Veranstaltung ist Teil von ’61–’91–’21: Immer Wieder Deutschland, dem Rahmenprogramm zur Ausstellung Offener Prozess.
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