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Veranstaltungen in Berlin: Nobuyoshi Araki
© Nobuyoshi Araki . Courtesy Mark Pearson Private Collection

Nobuyoshi Araki

Impossible Love

Gespreizte Schenkel einer jungen Frau – zugeknöpfte, korrekte Berufskleidung auf der Straße im öffentlichen Raum.

Tickets

Adresse

C/O Berlin (im Amerika-Haus)

Hardenbergstraße 22 10623  Berlin


Die Kombination aus intimer privater Atmosphäre und Momentaufnahmen namenloser Passanten sind ein früher Kommentar zur Heterogenität und Hybridität der japanischen Gesellschaft.

1973 veröffentlicht der japanische Fotograf Nobuyoshi Araki eine Serie aus Bildpaaren über das Leben in Tokio, die er von 1969-73 fotografiert und als Fotobuch zusammenfasst. In ihrer Authentizität decken diese frühen Beispiele aus seinem Werk die Folgen einer dysfunktionalen Gesellschaft auf und hinterfragen die soziale Verantwortung und moralische Haltung ihrer Mitglieder. Nubuyoshi Araki gilt weltweit als einer der einflussreichsten und meistdiskutierten Künstler, der sich mit Nacktheit, Sexualität und Körper auf radikal-realistische Weise auseinandersetzt. Dabei ist es sein distanzloser, vertrauter Blick auf seine Objekte und Situationen, die den Betrachter immer wieder irritieren. Die extreme Nähe und Vertrautheit zu den dokumentierten Personen und Situationen machen Arakis Fotografien bis heute einzigartig und revolutionär. Im Gegensatz zum klassischen Fotojournalisten, der von außen auf eine ihm fremde Welt blickt, nimmt Araki nicht nur Anteil am Leben seiner Protagonisten, sondern ist vielmehr jenseits jeglichen Voyeurismus selbst elementarer Teil seiner Bilder. Kaum ein Fotograf hat diese direkte und intensive Bildsprache im Spannungsverhältnis zwischen klassischer Bildkomposition und besonderer Themenwahl erreicht wie Araki, die gleichermaßen berührt und verstört. Sein Werk konzentriert sich auf eine gelebte Sexualität in vollkommener Offenheit. Bei deren Darstellung ist der Künstler nie denunzierend oder anklagend, sondern überlässt dem Betrachter die Interpretation. Araki gilt zusammen mit den US-amerikanischen Fotografen, wie Nan Goldin und Larry Clark sowie den aus der Ukraine stammenden Boris Mikhailow als Wegbereiter einer intimen subjektiven Fotografie. Die Ausstellung bei C/O Berlin kombiniert die Diptychen aus seinen frühen Arbeiten mit einer Auswahl der jüngsten Polaroid-Collagen und neu entwickelten Dia-Projektionen – hier wie dort geht es um die Gegensätze zwischen anonym und vertraut, öffentlicher und privater Lebenswelt, Wirklichkeit und Traum. Nobuyoshi Araki (*1940 in Tokio) arbeitet nach seinem Studium der Fotografie und Filmkunst an der Tokioter Chiba University zunächst in der Werbebranche und widmet sich erst ab Mitte der 1960er-Jahre ausschließlich der Fotografie. Das Spektrum seines Werks reicht von erotischen Frauendarstellung über artifizielle Stillleben, Pflanzenfotografien, reportagehaften Alltagsdarstellungen und Architekturaufnahmen bis hin zu sehr persönlichen, tagebuchartigen Fotografien von sich und seiner verstorbenen Frau Yoko. International bekannt wird Nobuyoshi Araki jedoch als Fotograf von Akten und erotischen Szenen. Rund 400 Buchpublikationen begleiten die Karriere. Seine Werke wurden in unzähligen internationalen Ausstellungen präsentiert und sind Teil bedeutender Sammlungen weltweit. Nobuyoshi Araki lebt und arbeitet in Tokio.

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