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Blick über die al-Ameriyya-Moschee zur Festung von Rada © Foto: T. Marchand
Blick über die al-Ameriyya-Moschee zur Festung von Rada © Foto: T. Marchand © Foto: T. Marchand

Mit Augenmaß. Meisterwerke der Architektur im Jemen

Architektur gehört zu den spektakulärsten kulturellen Errungenschaften des Jemen. Lange vor dem sagenhaften Reich der Königin von Saba entwickelte sich im Einklang mit den landschaftlichen Gegebenheiten und klimatischen Herausforderungen eine atemberaubende Vielfalt traditioneller Baustile.

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Adresse

Pergamonmuseum

Am Kupfergraben 5 Besuchereingang momentan über Bodestraße 1-3 neben dem Neuen Museum 10117  Berlin


Ihre Markenzeichen sind mächtige Festungen, Turmhäuser und auf Bergspitzen gelegene Dörfer, verbunden durch schwindelerregende Pfade. Ausgeklügelte Kanalsysteme versorgen die steilen Terrassenfelder an den Gebirgshängen mit Wasser. Generationen von hochspezialisierten Maurern, Tischlern und anderen Handwerkern errichten mit ausgeklügelten Techniken und lokal verfügbaren Materialien einzigartige Bauensembles. Allein „mit Augenmaß“ gebaut rufen ihre Dimensionen und perfekten Proportionen bis heute Staunen und Bewunderung hervor. Für den Baumeister sind es „buildings that fill my eye“. Die Ausstellung zeigt Beispiele dieses beeindruckenden Kulturerbes.

Zugleich weist sie auf die Bedrohung durch den seit 2015 im Land anhaltenden Bürgerkrieg hin. Neben der menschlichen Tragödie sind herausragende archäologische Fundstätten, Museen und historische Monumente betroffen. Die drei UNESCO Weltkulturerbestätten des Jemen, die Altstädte von Shibam, Sana’a und Zabid, sind heute als bedroht eingestuft, zahlreiche andere Orte sind schwer beschädigt. Jenseits der öffentlichen Wahrnehmung und ohne den Schutz der internationalen Gemeinschaft geht dieses Kulturerbe unwiederbringlich verloren. Trevor Marchand, Architekt und Anthropologe, hat diese Bauwerke während seiner 13-monatigen Lehrzeit bei jemenitischen Minarett-Baumeistern zwischen 1990 und 1998 fotografiert. Die Aufnahmen zeigen die Architektur im Dialog mit der Landschaft, vom Roten Meer über das Hochland und die Wüste bis zum Indischen Ozean und Wadi Hadramaut. Sie werden ergänzt durch historische Aufnahmen aus der Zeit um 1900, aufgenommen unter anderem von Hermann Burchardt (Leihgaben des Ethnologischen Museums und von Dr. W.-D. Lemke). Ein Begleitband zu der Ausstellung vermittelt in 21 Beiträgen verschiedener Wissenschaftler Einblicke in verschiedene Aspekte dieses Kulturerbes. Ein Teil des Erlöses geht an UNHCR Yemen. Die Ausstellung wird unterstützt durch den Gingko Verlag und die Freunde des Museums für Islamische Kunst.

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