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Die Gruppenausstellung dekonstruiert häufig übersehene koloniale Prozesse innerhalb Europas und untersucht aktuelle Formen der Zugehörigkeit. Vielstimmig vereint sie Positionen indigener, lokaler und transnationaler Künstler*innen aus Nordeuropa, die sich mit der aktiven Produktion von Lokalität – also der Örtlichkeit als gelebter Erfahrung – beschäftigen. Wie kann Verortung neu gedacht werden und wer hat die Rechte und Möglichkeiten, an der sozialen und kulturellen Gestaltung von Räumen mitzuwirken?

Ewa Einhorn & Jeuno JE Kim, Sex & Taxes, 2015, Animationsfilm / Animated film, 12 Min. / 12 min., Filmstill / Film still, © Einhorn / Kim.
Ewa Einhorn & Jeuno JE Kim, Sex & Taxes, 2015, Animationsfilm / Animated film, 12 Min. / 12 min., Filmstill / Film still, © Einhorn / Kim. © Ewa Einhorn & Jeuno JE Kim, Sex & Taxes, 2015, Animationsfilm / Animated film, 12 Min. / 12 min., Filmstill / Film still, © Einhorn / Kim.

Mit dem Begriff „Kolonialisierung“ werden meist Abhängigkeitsbeziehungen und Unterdrückungsmechanismen des Nordens gegenüber dem globalen Süden assoziiert. Dekolonisierungsprozesse im Norden Europas hingegen spielen im öffentlichen Bewusstsein eine viel geringere Rolle, obgleich die Urbevölkerung der Sámi in Fennoskandinavien – auf schwedischem, norwegischem und finnischem Staatsgebiet – und die der Inuit auf dem von Dänemark kolonialisierten Kalaallit Nunaat (Grönland) noch heute um Zugehörigkeit und Selbstbestimmung ringen. Auch das von Norwegen und Dänemark unterworfene Island kämpfte bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts um seine Unabhängigkeit.

Die Gruppenausstellung Landscapes of Belonging im KINDL – Zentrum für zeitgenössische Kunst knüpft an diese Prozesse an und zeigt Arbeiten von Künstler*innen aus dem europäischen Norden, deren Thema Aspekte der Zugehörigkeit und gemeinschaftliche Gestaltung von Lokalität im Sinne einer gelebten Erfahrung sind.

Wie kann Verortung neu gedacht werden, welche Rolle spielt die lokale Umgebung, und wer hat die Rechte und Möglichkeiten, an der sozialen und kulturellen Gestaltung von Räumen mitzuwirken? Kann Lokalität die Basis für einen Gesellschaftsentwurf sein, an dem alle gemeinsam mitarbeiten?

In vielfältigen Medien verhandeln die teilnehmenden Künstler*innen transnationale Perspektiven, die Spiritualität der Natur oder auch einen zeitgenössischen Umgang mit Traditionen von Inuit oder Sami.

Ausgangspunkt der Ausstellung ist die ikonische Videoarbeit Arctic Hysteria der 2007 im Alter von nur 48 Jahren verstorbenen Künstlerin Pia Ârĸê, einer Pionierin in der Auseinandersetzung mit der dänisch-grönländischen Kolonialgeschichte. Ârĸê thematisierte sowohl westliche Vorstellungen von „Grönland“ als auch Narrative aus den Orten ihrer Kindheit, die in den offiziellen Geschichtsbüchern fehlten, und nahm Vorstellungen von sogenannter „primitiver Kunst“ und „eskimoischer Originalität“ kritisch in Augenschein.

Die Werke thematisieren Aspekte der Kolonial- und Repressionsgeschichte:

Zwangschristianisierung und Unterdrückung lokaler Glaubenssysteme, die Etablierung der Sesshaftigkeit als Norm, die Vermessung und Kontrolle von Körpern und das Verbot von kulturellen Praktiken und Gemeinschaften. Zugleich entwickeln die Künstler*innen der Ausstellung hybride Räume, in denen die Zugehörigkeit zu verschiedenen Kulturen ihren Ausdruck findet. Auch die Befragung des Selbst oder die Beziehung zur Natur als Ort der Spiritualität werden in der Ausstellung verhandelt.

Mitwirkende:
Pia Ârĸê, Lilibeth Cuenca Rasmussen, Ewa Einhorn & Jeuno JE Kim, Birit Haarla & Katja Haarla & Outi Pieski, Julie Edel Hardenberg, Hanni Kamaly, Lap-See Lam, Britta Marakatt-Labba, Fatima Moallim, Hans Rosenström, Sara Rönnbäck, Elsa Salonen, Magnús Sigurðarson, Erika Stöckel, Lada Suomenrinne

Kuratorinnen: Kathrin Becker und Christine Nippe
Zusätzliche Informationen
Teilnehmende Künstler
Pia Ârĸê Lilibeth Cuenca Rasmussen
Ewa Einhorn & Jeuno JE Kim
Birit Haarla & Katja Haarla & Outi Pieski
Julie Edel Hardenberg
Hanni Kamaly
Lap-See Lam
Britta Marakatt-Labba
Fatima Moallim
Hans Rosenström
Sara Rönnbäck
Elsa Salonen
Magnús Sigurðarson
Erika Stöckel
Lada Suomenrinne
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Kindl - Zentrum für zeitgenössische Kunst
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